Sechs Monate nach einer umstrittenen und annullierten Wahl wählen die Rumänen erneut einen Präsidenten. Der erste Wahldurchgang im November 2024 wurde wegen Wahlbetrugs und mutmaßlicher russischer Einmischung annulliert. Der damalige Wahlsieger, Calin Georgescu, ein radikaler Außenseiter mit esoterischen Ansichten, ist diesmal nicht zugelassen.
Hauptkandidaten im neuen Wahlgang:
-
George Simion – Nationalist, Chef der rechtspopulistischen AUR-Partei, EU- und Ukraine-kritisch, aber bestreitet pro-russische Haltung
-
Nicusor Dan – Unabhängiger, beliebter Bürgermeister von Bukarest, mit Unterstützung junger Wähler
-
Crin Antonescu – Liberaler Kandidat der Regierungskoalition
-
Elena Lasconi – Unabhängige Kandidatin mit reformorientierter Agenda
Sollte kein Kandidat über 50 % erreichen, findet eine Stichwahl am 18. Mai statt. Umfragen deuten auf einen ersten Platz für Simion hin, aber ein knappes Rennen in der Stichwahl mit Dan oder Antonescu.
Internationale Bedeutung der Wahl:
Rumänien ist geopolitisch wichtig:
-
Waffen- und Getreidetransit für die Ukraine
-
NATO-Stützpunkte und US-Raketenabwehrsystem in Deveselu
-
Ausbildung ukrainischer Piloten auf F-16-Kampfjets
Ein möglicher Sieg Simions sorgt für Nervosität in Washington, Brüssel, Kiew und Moskau. Die Trump-Regierung hat zuletzt ein Visa-Abkommen mit Rumänien überraschend gestoppt.
Stimmungen im Land:
-
Viele Bürger sind enttäuscht von der Korruption, der verzögerten Schengen-Vollmitgliedschaft und alten Parteien.
-
Gleichzeitig wächst die Ablehnung gegenüber weiteren Unterstützungsleistungen für die Ukraine – ein zentrales Thema in Simions Wahlkampf.
-
Die rumänische Diaspora (über 1 Mio. Wähler) – insbesondere in Westeuropa – könnte den Wahlausgang entscheidend beeinflussen.
Fazit: Die Wahl ist ein Test für Rumäniens Demokratie, Europas Stabilität und den künftigen Kurs zwischen Westbindung und Nationalismus.