Der einstige Starkstrom-Milliardär Elon Musk hat offenbar gemerkt, dass man mit Tweets und Trump-Tandem nicht immer den Turbo zündet. Nachdem Tesla im ersten Quartal mit einem Gewinneinbruch von satten 71 Prozent aufschlug wie ein ungebremster Cybertruck auf dem IKEA-Parkplatz, will Musk nun „wieder mehr Chef spielen“ – allerdings bei Tesla, nicht im selbsternannten Sparministerium „Department of Government Efficiency“, kurz und wenig elegant: DOGE.
„Ich werde ab Mai wieder vermehrt arbeiten. Also bei Tesla. Vielleicht“, erklärte Musk auf einer Analystenkonferenz, bei der selbst das WLAN die Verbindung verlor. Die Zeit in Washington sei produktiv gewesen, man habe immerhin einen halben Kugelschreiber eingespart und drei Beamte dazu gebracht, ihre E-Mail-Signatur zu aktualisieren.
Vom Raumanzug zurück ins Schrauberhemd
Musk, der sich in den vergangenen Monaten mehr um die Rettung der amerikanischen Bürokratie als um Teslas Bordcomputer kümmerte, hatte zuletzt über 250 Millionen Dollar in den Trump-Wahlkampf gesteckt – was etwa dem Preis eines Tesla-Superchargers mit Goldfassung entspricht. Für viele Kunden jedoch war diese politische Kehrtwende ein Hochvoltschock: In Kalifornien und Europa sanken Teslas Beliebtheitswerte schneller als Musks Geburtsjahr in Online-Umfragen.
„Ein Tesla ist kein Wahlplakat auf Rädern“
Der Umsatz von Tesla sackte auf knapp 19,3 Milliarden Dollar ab – nur noch genug für ein halbes Raumschiff und zwei Bohrmaschinen in Las Vegas. Der Gewinn pro Aktie lag mit 27 Cent unter dem erwarteten Niveau. Analysten, die einst mit glühender Überzeugung Teslas Zukunft besangen, greifen nun wieder vermehrt zur Excel-Tabelle – und zum Rotstift.
Doch Musk wäre nicht Musk, wenn er nicht auch für diesen Rückschlag eine Lösung in petto hätte: mehr autonome Teslas! Also Autos, die selbst fahren können – oder zumindest so tun, als wollten sie es irgendwann.
„Ab Ende 2025 haben wir Millionen selbstfahrender Fahrzeuge auf der Straße“, versprach Musk – erneut. Dass er das bereits 2017 für 2019 angekündigt hatte, ist laut seinem Presseteam ein „Kalendereffekt durch globale Zeitzonenverschiebung“.
DOGE: Mehr Gassi als Gesetz
Während Musk also bei Tesla wieder Ladekabel statt Lobbyisten in die Hand nehmen will, bleibt seine Rolle im selbst ernannten Trump-Ministerium DOGE nebulös. Der „besondere Regierungsangestellte“, ein Titel irgendwo zwischen Ehrenamt und kosmischem Nebenjob, hat laut US-Recht ohnehin ein Haltbarkeitsdatum von 130 Tagen – es sei denn, er macht’s Teilzeit. Oder per Tweet.
Im Weißen Haus munkelt man, Musk könne künftig nur noch als „Ehren-Influencer für Energieeffizienz“ auftreten. Trump selbst äußerte sich nicht konkret, ließ aber verlauten, dass „Elon ein toller Typ ist – so toll, dass er einfach überall sein kann, nur nicht da, wo man ihn braucht.“
Fazit: Tesla auf Stromdiät, Musk auf Realitätsentzug
Während sich Analysten fragen, ob Tesla wirklich von autonomen Fahrzeugen oder doch eher von autonomer Kommunikation geführt wird, schauen Investoren nervös auf die Aktie. Diese stieg zuletzt um fünf Prozent – wahrscheinlich, weil Musk versprach, eine Woche lang nichts auf X zu posten.
Ob das reicht, um die einstige Vorzeigemarke zurück auf Kurs zu bringen, bleibt abzuwarten. Vielleicht hilft ja ein DOGE-Ministerium in Berlin. Oder ein selbstfahrender Kanzler.