Der neue US-Haushaltsentwurf von Präsident Donald Trump sorgt für Aufsehen in der Raumfahrtwelt – und Entsetzen unter Forschern. Denn die Pläne sehen nicht nur eine massive Kürzung von insgesamt 6 Milliarden US-Dollar im NASA-Budget vor, sondern auch das Aus für zentrale Projekte wie die Mondrakete SLS (Space Launch System) und die Orion-Kapsel. Stattdessen soll der Fokus auf eine schnellere Mars-Mission gelegt werden – bevorzugt mit privaten Partnern wie Elon Musks SpaceX.
NASA-Budget gekürzt – Wissenschaft im Visier
Mit dem Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 soll das Gesamtbudget der NASA von 24,8 auf 18,8 Milliarden Dollar sinken – ein historisch beispielloser Rückgang um rund 25 %. Besonders hart trifft es das Wissenschaftsbudget, das um 47 % reduziert werden soll. Auch das ambitionierte Mars Sample Return-Projekt soll gestrichen werden – obwohl es bereits in fortgeschrittener Entwicklung ist.
Laut Planetary Society wäre dies „der größte Einjahres-Einschnitt in der Geschichte der NASA“ – mit dramatischen Folgen für Universitäten, Forschungseinrichtungen und den wissenschaftlichen Nachwuchs.
SLS und Orion: Mondmissionen werden eingestellt
Ein zentrales Opfer des Sparkurses ist das Space Launch System. Die Schwerlastrakete, bisher als Herzstück des Artemis-Programms gefeiert, soll nach Artemis III eingestellt werden. Geplant war ursprünglich, mit SLS und Orion eine dauerhafte Präsenz der USA auf dem Mond aufzubauen – nun soll das Vorhaben durch günstigere kommerzielle Alternativen ersetzt werden. Favorit: SpaceX‘ Starship, auch wenn dieses bisher keine erfolgreiche Orbitalmission abgeschlossen hat.
Mars statt Mond: Fokus auf Trump und Musk’s Mars-Vision
Die Neuausrichtung folgt klar der Vision von Trump und Elon Musk, der inzwischen das Department of Government Efficiency (DOGE) leitet. Rund 7 Milliarden US-Dollar sind für künftige Mondmissionen vorgesehen, zusätzlich eine Milliarde für Mars-Initiativen. Trumps Ziel: Noch vor China den ersten Menschen zum Mars bringen.
Widerstand aus Wissenschaft und Raumfahrtgemeinde
Zehn Raumfahrtorganisationen, darunter die American Astronomical Society und die Mars Society, haben in einem gemeinsamen Schreiben an den Kongress ihren „tiefen Alarm“ über die Pläne geäußert. Sie warnen vor:
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Jobverlusten in Regierung und Industrie
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Gefährdung des STEM-Nachwuchses
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Verlust technologischer Souveränität
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Sicherheitsrisiken durch eingeschränkte Planetenabwehr
Die Planetary Society spricht von einem „chaotischen, verschwenderischen und ineffizienten“ Vorgehen, das ohne strategisches Konzept den US-Führungsanspruch im All gefährde.
Fazit
Was als Haushaltsentwurf deklariert wird, ist in Wahrheit eine politische Neuausrichtung mit enormen Folgen: weg von langfristiger Wissenschaft und internationaler Kooperation – hin zu einem nationalistisch geprägten Raumfahrtprogramm mit Schwerpunkt auf privatwirtschaftlicher Mond- und Marsnutzung. Der Streit um die Zukunft der NASA dürfte damit in die heiße Phase gehen – im All wie im Kongress.