Nach seiner Niederlage vor dem britischen Berufungsgericht hat Prinz Harry in einem aufsehenerregenden BBC-Interview betont, dass er sich eine Versöhnung mit der königlichen Familie wünsche – gleichzeitig aber wenig Hoffnung auf eine Rückkehr nach Großbritannien hegt. Der Grund: fehlender Polizeischutz für ihn, seine Frau Meghan und die gemeinsamen Kinder.
„Ich habe vergeben“, so der 39-jährige Herzog von Sussex, „aber ich sehe keine Welt, in der ich meine Familie unter den aktuellen Umständen zurück nach Großbritannien bringen würde.“ Besonders der Umgang mit seiner Sicherheitslage mache ihm Sorgen – eine Anspielung auf den tödlichen Unfall seiner Mutter, Prinzessin Diana, 1997.
„Ich weiß nicht, wie lange mein Vater noch hat“
Harrys Aussagen wurden durch einen emotionalen Unterton geprägt, insbesondere in Bezug auf König Charles III., der kürzlich an Krebs erkrankte. „Ich weiß nicht, wie viel Zeit uns noch bleibt“, sagte Harry über seinen Vater. Doch Kontakt scheint es kaum zu geben – Charles spreche nicht mit ihm wegen „dieser Sicherheitsgeschichte“.
Keine staatliche Sicherheit mehr – kein Besuch
Seit Harry 2020 seine royalen Pflichten niederlegte und mit Meghan in die USA zog, wurde ihm der steuerfinanzierte Polizeischutz entzogen. Seine Klage dagegen wurde nun vom Berufungsgericht abgewiesen. Für Harry ein Skandal: „Diese Entscheidung signalisiert anderen Staaten, dass auch sie meinen Schutz aufheben können“, kritisierte er. Das Urteil setze ihn und seine Familie bewusst Gefahren aus.
Harry hatte angeboten, die Kosten für seinen Polizeischutz selbst zu übernehmen – erfolglos.
„Catch and revoke“ – der Bruch sitzt tief
Harry machte deutlich, dass nicht nur die Regierung, sondern auch der Palast für die Ablehnung seiner Sicherheitsforderungen mitverantwortlich sei. Er warf dem royalen Apparat vor, bewusst keine Risikoanalyse für seine Person durchzuführen, weil das Ergebnis seine Forderung nach Schutz bestätigen würde.
Öffentliche Rückkehr – aber keine Rückkehr ins Königshaus
Während Harry und Meghan in den USA wieder in der Öffentlichkeit präsent sind – unter anderem mit neuen Netflix-Projekten – ist eine Rückkehr ins Königshaus derzeit ausgeschlossen. „Ich will keinen Streit mehr“, sagte Harry, „aber ich lasse mich auch nicht in eine Rolle drängen, in der meine Familie nicht sicher ist.“
Mit Aussagen wie diesen versucht Harry offenbar, den schmalen Grat zwischen Versöhnung und Selbstschutz zu gehen. Ob ihm das gelingt – oder ob die Gräben zur royalen Familie tiefer werden – bleibt offen. Klar ist: Die Wunden sitzen tief, der Schmerz über mangelnde Unterstützung bleibt. Und doch scheint Harry zur Vergebung bereit – wenn auch nicht zur Rückkehr.