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„Catch and Revoke“: Trumps neue Null-Toleranz-Politik für Visa-Inhaber

MIH83 (CC0), Pixabay

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump zieht die Zügel im Einwanderungsrecht weiter an – diesmal mit der neuen „Catch and Revoke“-Strategie. Auswärtige Staatsangehörige in den USA müssen künftig mit dem sofortigen Verlust ihres Visums rechnen, wenn sie gegen das Gesetz verstoßen – ganz gleich, ob es sich um ein schweres Vergehen oder eine Bagatelle handelt.

Außenminister Marco Rubio verkündete am 2. Mai auf X (ehemals Twitter): „Es gilt jetzt die Ein-Schuss-Regel: Catch and Revoke. Wer als Nicht-US-Bürger beim Gesetzesbruch erwischt wird, dem wird der Aufenthaltsstatus entzogen.“

Was zunächst nach gezieltem Vorgehen gegen Straftäter klingt, sorgt bei Experten für Kritik und Unsicherheit. Denn die Regierung hat bislang nicht definiert, welche Art von Vergehen konkret zum Visumsverlust führen kann. Immigrationsexperte David Bier vom libertären Cato Institute nannte das Vorgehen „absurd“ und warnt: „Wer will in ein Land ziehen, wo ein Strafzettel oder ein illegaler Limonadenstand das Leben ruinieren kann?“

Betroffen wären Millionen: Die US-Regierung vergibt jährlich Hunderttausende sogenannter Non-Immigrant-Visa – unter anderem an Studierende, Au-pairs, Geschäftsleute, Investoren oder Angehörige von Greencard-Inhabern. Rubio betonte: „Ein Visum ist ein Privileg, kein Recht.“

Brisant: Die Regierung hat zuletzt Visa von Studenten widerrufen, die sich pro-palästinensisch äußerten oder an Protesten gegen Israels Krieg in Gaza beteiligt waren – teils auch wegen kleiner Ordnungswidrigkeiten wie Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Zwar musste das Außenministerium auf Druck von Gerichten im April Hunderte solcher Visumsstreichungen zurücknehmen, doch mit der neuen Catch-and-Revoke-Politik wird die Schraube weitergedreht. Kritiker befürchten, dass so ein Klima der Angst unter legalen Migranten entsteht – und sich gut ausgebildete Talente künftig für andere Länder entscheiden.

Fazit: Die USA könnten mit dieser harten Linie gegen eigene Interessen agieren – und riskieren, das Land für internationale Fachkräfte und Studierende unattraktiv zu machen.

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