Der deutsche Mittelstand steht zunehmend unter Druck: Steigende Löhne, Materialpreise und Energiekosten treiben viele Unternehmen an die finanziellen Belastungsgrenzen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der KfW-Förderbank gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank, basierend auf einer Umfrage unter 3.165 Unternehmen im Januar dieses Jahres.
Deutlich mehr Betriebe betroffen als noch 2024
„Deutlich mehr Unternehmen als noch vor einem Jahr haben bei ihren Kosten die Grenze der Belastbarkeit erreicht“, erklärt Elisabeth Grewenig, Mittelstandsexpertin der KfW. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe sehen sich gezwungen, Investitionen zurückzustellen oder Preise anzuheben – ein Signal für wachsende strukturelle Spannungen in der Wirtschaft.
Kostentreiber belasten Wettbewerbsfähigkeit
Neben den hohen Lohnabschlüssen im Zuge der Inflation zählen insbesondere Energiepreise und Materialengpässe zu den Hauptkostentreibern. Viele Betriebe können diese Zusatzlast nicht mehr durch höhere Produktivität oder Preisweitergaben ausgleichen. Die Folge: sinkende Margen, höhere Risiken, zurückhaltende Zukunftsplanungen.
Politik gefordert
Die Studienautoren sehen dringenden Handlungsbedarf. Vor allem mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen, gezielte Förderprogramme und eine Entbürokratisierung seien nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Rückgrats der deutschen Wirtschaft zu sichern.