Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat eine insgesamt positive Bilanz des diesjährigen 1. Mai gezogen. Das polizeiliche Einsatzkonzept sei „voll aufgegangen“, erklärte sie und lobte das überwiegend friedliche Gesamtbild. Der Maifeiertag habe sich in Berlin zu einem „stadtweiten Ereignis mit Versammlungen, Festen und friedlichem Miteinander“ gewandelt.
73 Festnahmen – Schwerpunkt lag auf Abenddemo
Trotzdem war der Tag nicht ganz ohne Zwischenfälle: 73 Personen wurden insgesamt festgenommen – viele davon am Abend bei der linksextremen Demonstration, an der laut Polizei 15.000 bis 18.000 Menschen teilnahmen. Hier kam es erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Flaschen- und Böllerwürfe sorgten für 50 Festnahmen allein bei dieser Versammlung.
GdP mit kritischer Einschätzung
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) meldete zwölf verletzte Einsatzkräfte und verurteilte antisemitische Parolen, die aus dem Demonstrationszug heraus gerufen worden sein sollen. Die GdP betonte daher: „Von einem friedlichen 1. Mai kann keine Rede sein.“ Zugleich sah auch die Gewerkschaft eine positive Entwicklung in der Gesamtlage und stellte fest, dass die Gewaltbereitschaft im Vergleich zu früheren Jahren rückläufig sei.
Fazit: Fortschritt mit Schattenseiten
Der 1. Mai in Berlin zeigt sich im Wandel – mit zunehmend friedlichen Elementen und familienfreundlichem Charakter tagsüber, aber weiteren Herausforderungen am Abend. Politik und Polizei sehen sich darin bestärkt, ihren deeskalierenden und zugleich konsequenten Kurs fortzusetzen.