Kurz vor der Parlamentswahl in Australien am Samstag gerät Oppositionsführer Peter Dutton von der konservativen Liberal Party zunehmend unter Druck – nicht nur wegen innenpolitischer Themen wie steigender Lebenshaltungskosten, sondern auch wegen seiner Nähe zu US-Präsident Donald Trump.
Dutton, bekannt für seine harte Linie in Migrations- und Sicherheitspolitik, wird von Kritikern als „Trump light“ bezeichnet. Obwohl er sich öffentlich von Trump distanziert, haben seine populistischen Rhetoriken und politische Kurskorrekturen – etwa bei der Abschaffung „woker“ Schulinhalte und massiven Stellenkürzungen – ihm geschadet. Der sogenannte „Trump-Effekt“, der bereits in Kanada zum Wahldesaster für die Konservativen führte, scheint nun auch in Australien Wirkung zu zeigen.
Trump als Belastung im Wahlkampf
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Trumps globale Zollpolitik hat Australiens Wirtschaft und Rentenmärkte belastet – viele Wählerinnen und Wähler nehmen dies als Angriff auf das Land wahr.
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Dutton musste sich im TV-Duell vom US-Präsidenten distanzieren: „Ich kenne Donald Trump nicht, ich habe ihn nie getroffen.“
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Gleichzeitig sorgt der Aufstieg der Trumpet of Patriots Party um Milliardär Clive Palmer für zusätzliche Stimmenzersplitterung am rechten Rand.
Wahltrend spricht für Premier Albanese
Amtsinhaber Anthony Albanese (Labor Party) liegt in den Umfragen vorn – auch wegen Trumps internationalem Kurs, der bei vielen Australiern Misstrauen gegenüber den USA gesät hat. Trotz wachsender geopolitischer Spannungen, etwa mit China, spielte in diesem Wahlkampf nicht die äußere Bedrohung, sondern Trumps Verhalten eine größere Rolle.
Politikanalysten sehen in Australien einen „abgeschwächten Kanada-Effekt“: Trumps zweite Amtszeit mobilisiert in liberalen Demokratien eher die politische Mitte und stärkt Amtsinhaber, statt ihre Herausforderer.
Unklare Mehrheitsverhältnisse erwartet
Ob Albanese eine eigene Mehrheit erhält, ist fraglich. Jüngere Wähler (Millennials und Gen Z) könnten durch ihre fortschrittliche Haltung und Frustration über Wohnungspreise und politische Stagnation eher für kleinere Parteien oder ein progressives Bündnis stimmen.
Fazit:
Was als „Trump-Bonus“ gedacht war, wird für konservative Kräfte in westlichen Demokratien zunehmend zum Nachteil. In Australien könnte sich der Versuch, US-Populismus zu kopieren, ähnlich wie in Kanada in Wahlniederlagen übersetzen – mit Trump als unbeabsichtigtem Wahlhelfer für linke und moderate Regierungen.