Der Fonds Scandinavian Value Builder (vormals: SK-I Süddeutschland) wurde im Jahr 2024 grundlegend neu ausgerichtet: Seit Februar konzentriert sich das Sondervermögen ausschließlich auf Aktienwerte aus Skandinavien (Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland). Der Wechsel von einem süddeutschen zu einem nordischen Fokus markiert einen bedeutenden Strategiewandel – der jedoch im ersten Jahr keine nennenswerte Rendite erbrachte: Die Jahresperformance lag bei +0,16 %.
1. Fondsstrategie & Umstrukturierung
Seit 01.02.2024: Neuer Fokus auf nordische Aktien
Aktienquote: 99,84 % des Fondsvermögens
Benchmarkfreiheit: Kein Vergleichsmaßstab, aktives Stockpicking
Portfoliomanagement: Kontor Stöwer Asset Management (Trier)
Verwaltung: HANSAINVEST (seit 01.01.2024, vorher Axxion S.A.)
Diese Strategie verspricht langfristig Chancen, da die nordischen Märkte für Stabilität, Innovationskraft und nachhaltiges Wirtschaften bekannt sind – doch kurzfristig blieben Erfolge aus.
2. Wertentwicklung & Ergebnislage 2024
Wertentwicklung Anteilklasse S: +0,16 %
Ergebnis des Geschäftsjahres: –98.920 €
Ordentlicher Nettoertrag: +13.786 €, aber negativer Gesamtertrag aufgrund nicht realisierter Verluste (–81.081 €) und negativer Veräußerungsergebnisse
Keine Ausschüttung, Vortrag auf neue Rechnung
Die Fondsumstrukturierung sowie schwache Kursentwicklungen in Teilen Skandinaviens führten zu einem negativen Jahresergebnis – trotz zufließender Mittel (netto +5,8 Mio. EUR).
3. Portfoliostruktur
Fondsvolumen (31.12.2024): 7,49 Mio. EUR
Regionale Schwerpunkte:
Schweden: 40+ Einzeltitel u. a. EQT, Thule, Hexagon, Betsson, RVRC, Evolution Gaming
Finnland: Neste, Valmet, Olvi, Vaisala
Norwegen: Equinor, Orkla, Tomra Systems, TGS
Dänemark: Novo Nordisk, Rockwool, SP Group, Demant, Royal Unibrew
Top-Einzeltitel (nach Gewicht): Rockwool (6,17 %), SP Group (5,51 %), Novo Nordisk (5,03 %)
Die Gewichtung erfolgte breit diversifiziert, mit Schwerpunkt auf großen und mittelgroßen Wachstumsunternehmen.
4. Risikoprofil
Risiken:
Marktpreisrisiken: Starke Korrelation mit nordischen Leitindizes
Währungsrisiken: Durch Investments in DKK, NOK und SEK besteht Währungsvolatilität gegenüber dem Euro
Operationelle Risiken: Übergang der Verwaltung und Übertragung der Anteilklassen
Keine ESG-Integration: Artikel-6-Fonds ohne nachhaltige Zielsetzung
Der Fonds ist klar wachstums- und aktienorientiert, aber ohne Absicherung oder ESG-Fokus – was ihn für bestimmte Anlegertypen weniger attraktiv macht.
5. Kosten & Gebühren
Anteilklasse TER 2024 Performance-Fee
Klasse S 2,28 % 0,00 %
Klasse I 1,49 % (bis Auflösung) –
Klasse R 3,50 % (bis Auflösung) –
Die laufenden Kosten sind vergleichsweise hoch, was angesichts des geringen Fondsvolumens und der aktiven Strategie erklärbar, aber für Investoren dennoch kritisch zu bewerten ist.
Fazit für Anleger:
Der Scandinavian Value Builder ist ein aktiv verwalteter Aktienfonds mit nordischer Ausrichtung, der in seinem ersten Jahr nach Strategieänderung unterdurchschnittlich performte. Die starke Diversifikation über Skandinavien hinweg, die Konzentration auf etablierte Unternehmen und der klare regionale Fokus bieten mittel- bis langfristig Potenzial. Kurzfristig ist der Fonds jedoch noch in der Findungsphase – verbunden mit hohen Kosten und einem Fehlen nachhaltiger Kriterien.
Geeignet ist der Fonds primär für Anleger, die:
an nordischen Märkten interessiert sind,
aktives Management schätzen,
bereit sind, kurzfristige Schwächen zugunsten langfristiger Chancen zu akzeptieren.