US-Außenminister Marco Rubio hat die Abschiebung dreier US-amerikanischer Kinder im Alter von 2, 4 und 7 Jahren verteidigt. Die Kinder seien „nicht deportiert“ worden, erklärte Rubio am Sonntag in der Sendung Meet the Press, sondern hätten ihre nach Honduras abgeschobenen Mütter begleitet.
Am 25. April wurden die Kinder mit ihren Müttern in einem Flug nach Honduras gebracht. Besonders dramatisch: Eines der Kinder, ein vierjähriges Mädchen, leidet an Krebs im Endstadium und hat laut Washington Post und Associated Press nun weder Zugang zu Medikamenten noch zu ärztlicher Versorgung. Die Vierjährige und der Siebenjährige sind Geschwister.
Rubio wies Berichte über die „Deportation“ von US-Bürgern als „irreführend“ zurück. Er betonte: „Die Mütter, die sich illegal in den USA aufhielten, wurden abgeschoben. Die Kinder begleiteten sie.“ US-Bürgerkinder könnten jederzeit zurückkehren, sofern sich jemand in den USA finde, der die Verantwortung übernehme, so Rubio.
In einem aktuellen Fall versuchte der Vater einer zweijährigen US-Bürgerin, ihre Abschiebung zu verhindern. Er lebt in den USA und wollte seine Tochter, die als V.M.L. bezeichnet wird, übernehmen. Laut Gerichtsdokumenten wurde ihm jedoch gesagt, er selbst würde bei einem Abholversuch verhaftet werden. Schließlich wurde die Zweijährige zusammen mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester – einer in Honduras geborenen Elfjährigen – am frühen Morgen des 25. Aprils abgeschoben.
Richter Terry A. Doughty äußerte im Zusammenhang mit dem Fall schwere Bedenken: „Es ist illegal und verfassungswidrig, einen US-Bürger abzuschieben oder dessen Abschiebung auch nur zu empfehlen.“ Eine Anhörung zu dem Fall ist für den 19. Mai angesetzt.
Auf die Frage, ob auch US-Bürger ein Recht auf ein ordentliches Verfahren hätten, antwortete Rubio knapp: „Ja, natürlich.“ Er verteidigte dennoch die Abschiebungspolitik: „Wer sich illegal im Land aufhält, muss entfernt werden. So steht es im Gesetz.“
Der Vorfall wirft schwerwiegende Fragen zur Behandlung von US-Bürgerkindern und zu den aktuellen Praktiken der Einwanderungsbehörden auf.