Deutschland, ein Land, in dem alles in bester Ordnung ist: Wohnungen kosten nur eine Niere, die Rente reicht locker für ein Bio-Brötchen pro Woche, und der Nahverkehr funktioniert so gut, dass er fast einmal im Jahr pünktlich ist. Was fehlt noch? Richtig: Endlich Schluss mit der Ticket-Abzocke!
SPD und Union haben die wirklich wahren Probleme erkannt. Warum sich mit so Kleinkram wie Pflegenotstand, Klimakatastrophe oder Bildungsdesaster aufhalten, wenn irgendwo jemand versucht, ein Rammstein-Ticket für 3.500 Euro zu verkaufen? DAS ist der wahre Feind!
Johannes Fechner (SPD), tapferer Verteidiger der heiligen Freizeitkultur, verkündet: „Sport- und Musikfans dürfen nicht länger abgezockt werden!“
Das Grundgesetz bekommt vermutlich bald einen neuen Artikel:
„Die Würde des Konzertbesuchers ist unantastbar.“
Geplant sind strengste Maßnahmen:
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Verkäufer müssen ihre Namen nennen.
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Der Originalpreis wird in Leuchtschrift eingeblendet.
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Plattformen müssen sich öffentlich schämen, wenn sie Wucher dulden.
Und wehe, einer erwischt euch dabei, für ein Taylor-Swift-Ticket mehr als 1000 % Aufschlag zu verlangen – dann gibt’s keine Bewährung, sondern direkte Verbannung nach… Mallorca (nur die schlechten Ecken).
Günter Krings (CDU), der Held der Gerechtigkeit, warnt vor „extremen Preisaufschlägen“ und „ernsthaftem Schaden“ für die kulturelle DNA des Landes. Man stelle sich nur vor: ein Kind, das weinend erfährt, dass ein Ed-Sheeran-Konzert mehr kostet als Mamas Jahresgehalt. Unvorstellbar!
Der Bundesverband der Konzertwirtschaft schätzt den Umsatz des Schwarzmarkts auf 12 Milliarden Euro im Jahr – eine Zahl, die mindestens so traurig ist wie die Ticketpreise für ein Helene-Fischer-Konzert in Reihe 49B hinter der Bierbude.
Immerhin: Komplettes Verkaufsverbot? Nein, bloß nicht!
Schließlich gehört das Recht, ein Coldplay-Ticket zum Preis einer kleinen Eigentumswohnung zu kaufen, zu den Grundpfeilern der westlichen Zivilisation.
Und so rettet Deutschland sich selbst.
Nicht mit besserem Bildungssystem, bezahlbaren Wohnungen oder Klimaschutz – nein, mit Preisschildern auf Konzerttickets und klaren Verkäufernamen.
„Wer Ticketpreise kontrolliert, kontrolliert das Schicksal der Nation!“ – vermutlich bald auf allen Wahlplakaten.