„Cheapflation“ – ein Begriff, der sich aus dem englischen Wort „cheap“ (günstig) und „Inflation“ (Preissteigerung) zusammensetzt – beschreibt ein Phänomen, das seit 2020 auf dem deutschen Lebensmittelmarkt immer häufiger zu beobachten ist. Es bedeutet, dass die Preise für Eigenmarken, also die günstigen Produkte der Supermärkte, stärker steigen als die Preise für Markenprodukte.
Was ist Cheapflation?
Cheapflation beschreibt eine Situation, in der die Preise für vermeintlich günstige Produkte plötzlich stärker steigen als die für teurere Markenprodukte. Dies scheint zunächst unlogisch, da man annehmen würde, dass günstige Produkte, also Eigenmarken, weniger von Preiserhöhungen betroffen sind. Doch genau das passiert momentan: Eigenmarken, die früher als günstige Alternative galten, steigen zunehmend im Preis und sind damit weniger attraktiv für die Käufer.
Dieses Phänomen ist besonders auffällig im Lebensmittelbereich. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher greifen in den Supermärkten regelmäßig zu Eigenmarken, um Geld zu sparen. Doch durch die steigenden Preise verlieren diese Eigenmarken langsam ihren Vorteil, weil sie immer teurer werden.
Warum steigen die Preise für Eigenmarken?
Es gibt mehrere Gründe, warum die Preise für Eigenmarken steigen:
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Steigende Produktionskosten: Ein Hauptgrund für die Preiserhöhungen sind die gestiegenen Produktionskosten. Rohstoffpreise, Energiepreise und Transportkosten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Diese Kosten schlagen sich auf die Preise der Produkte nieder, auch bei Eigenmarken.
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Höhere Handelsmargen: Supermärkte und Discounter, die Eigenmarken anbieten, erhöhen möglicherweise auch ihre Margen. Das bedeutet, dass sie mehr Geld verdienen wollen, indem sie die Preise für ihre Eigenmarken erhöhen.
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Lieferengpässe: Wegen globaler Krisen, wie der Pandemie oder geopolitischen Spannungen, gab es immer wieder Lieferengpässe. Diese Engpässe führen dazu, dass Produkte teurer werden, auch wenn es sich um Eigenmarken handelt.
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Inflation allgemein: Die allgemeine Inflation, also der Anstieg der Preise in der gesamten Wirtschaft, trifft nicht nur Markenprodukte, sondern auch die Eigenmarken. Auch hier wirken sich steigende Kosten für Rohstoffe, Personal und Logistik aus.
Folgen für die Verbraucher
Für die Verbraucher bedeutet Cheapflation, dass sie mehr für Produkte ausgeben müssen, die früher als günstigere Alternative galten. Viele Haushalte, die versuchen, durch den Kauf von Eigenmarken Geld zu sparen, müssen nun feststellen, dass der Preisvorteil immer geringer wird. Das führt zu einer höheren Belastung, insbesondere für Menschen mit einem kleineren Budget.
Zudem haben Verbraucher weniger Möglichkeiten, durch den Wechsel zu Eigenmarken zu sparen. Wenn die Preise von Eigenmarken stärker steigen als die von Markenprodukten, wird die Entscheidung, auf teurere Markenprodukte umzusteigen, für viele wieder attraktiver. Das könnte das Kaufverhalten der Verbraucher verändern und dazu führen, dass Supermärkte und Discounter ihre Strategien überdenken müssen, um ihre Kunden nicht zu verlieren.
Wie reagieren die Supermärkte?
Supermärkte und Discounter reagieren unterschiedlich auf das Phänomen der Cheapflation. Einige versuchen, ihre Eigenmarken trotz steigender Kosten günstig zu halten, um die Kundenbindung zu bewahren. Andere passen ihre Preise jedoch an die gestiegenen Kosten an, was zu einer weiteren Preiserhöhung führt.
Es ist auch möglich, dass Supermärkte ihre Produktportfolios anpassen, indem sie beispielsweise vermehrt günstigere Eigenmarken einführen, um mit Markenprodukten konkurrieren zu können. Gleichzeitig könnte es sein, dass sie ihre Premium-Eigenmarken weiter ausbauen, um unterschiedliche Preissegmente abzudecken.
Fazit
Cheapflation ist ein weiteres Symptom der Inflation, das zeigt, wie sich die Preissteigerungen in der Wirtschaft auf verschiedene Produktkategorien auswirken. Obwohl Eigenmarken ursprünglich als günstige Alternative zu Markenprodukten gedacht waren, steigen auch hier die Preise, was die Ersparnismöglichkeiten für Verbraucher einschränkt. Die steigenden Produktionskosten, höhere Handelsmargen und Lieferengpässe tragen alle zur Preiserhöhung bei.
Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie weiterhin aufmerksam die Preise vergleichen müssen, um die besten Angebote zu finden. Es bleibt abzuwarten, wie die Supermärkte und Discounter auf dieses Phänomen reagieren und ob sie ihre Preisstrategien anpassen, um den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden.