Weniger Anträge, aber kaum weniger Leid: Obwohl in Sachsen 2024 ein Drittel weniger Tierversuche genehmigt wurden als im Vorjahr, bleibt die Zahl der getöteten Tiere erschreckend hoch.
Nach Angaben der Landesdirektion Sachsen wurden im vergangenen Jahr 91 Versuchsprojekte bewilligt – deutlich weniger als 2023. Doch das Bild trügt: Laut dem Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren verloren rund 11.300 Tiere ihr Leben – nahezu ebenso viele wie im Vorjahr.
Besonders bedrückend: Viele dieser Tiere starben, ohne überhaupt in einem Experiment eingesetzt worden zu sein. Sie wurden gezüchtet, passten nicht ins Versuchsschema und wurden am Ende einfach getötet.
Tierschutzorganisationen kritisieren die anhaltend hohe Zahl und fordern ein radikales Umdenken in der Forschungspolitik. „Es reicht nicht, ein paar Genehmigungen weniger auszustellen. Solange jedes Jahr zehntausende Tiere allein für wissenschaftliche Zwecke gezüchtet und entsorgt werden, bleibt der Skandal bestehen“, heißt es in einer Stellungnahme.
Zwar betont die Landesdirektion, dass Tierversuche strengen Auflagen unterliegen und nur genehmigt werden, wenn Alternativen fehlen. Doch Kritiker halten dagegen: Es werde noch immer zu wenig in tierversuchsfreie Methoden investiert – und der Schutz von Tieren sei oft nur eine Randnotiz in einem System, das sich zu sehr auf herkömmliche Verfahren verlasse.
Ob der leichte Rückgang an Genehmigungen also wirklich Hoffnung macht, ist mehr als fraglich. Für die Tausenden Tiere, die auch 2024 in Labors starben, änderte sich wenig.