Vor dem Landgericht Itzehoe hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Islamisten aus Elmshorn begonnen. Dem zur Tatzeit noch minderjährigen Angeklagten, der inzwischen 18 Jahre alt ist, wirft die Staatsanwaltschaft die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor – ein besonders schwerwiegender Vorwurf mit hoher strafrechtlicher Relevanz.
Neben diesem zentralen Anklagepunkt geht es in dem Verfahren auch um Verabredung zum Mord sowie das Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen. Details zu den geplanten Taten wurden bislang nicht veröffentlicht. Klar ist jedoch: Die Ermittlungsbehörden stufen den Fall als ernst ein, weshalb der Prozess vor der Jugendkammer auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet – zum Schutz des Angeklagten, aber auch wegen der Sensibilität der Inhalte.
Der Jugendliche soll sich nach Erkenntnissen der Ermittler über längere Zeit islamistisch radikalisiert und im Internet mit Gleichgesinnten gewaltbereite Anschlagspläne geschmiedet haben. Die Ermittlungen führten im vergangenen Jahr zu seiner Festnahme.
Der Prozess dürfte sich über mehrere Wochen ziehen. Im Zentrum steht dabei auch die Frage, wie konkret die Tatvorbereitungen tatsächlich waren – und inwieweit der Angeklagte bereits imstande war, einen Anschlag auszuführen. Zudem wird zu klären sein, welche ideologischen Netzwerke hinter seiner Radikalisierung stehen könnten.
Das Verfahren steht exemplarisch für eine Entwicklung, die Sicherheitsbehörden seit Jahren mit Sorge beobachten: die Radikalisierung junger Menschen über soziale Netzwerke und digitale Kommunikationskanäle, oft im Verborgenen. Der Fall in Itzehoe ist einer der jüngsten in einer Reihe ähnlicher Verfahren in Deutschland.