Nach mehr als dreieinhalb Jahren intensiver Verhandlungen steuert einer der größten Wirtschaftsstrafprozesse Deutschlands auf sein Ende zu: Der Strafprozess zur VW-Dieselaffäre gegen vier frühere Manager und Ingenieure befindet sich nun auf der Zielgeraden.
Am Landgericht Braunschweig erklärte der Vorsitzende Richter Christian Schütz die Beweisaufnahme für abgeschlossen – ein Meilenstein in einem Verfahren, das wegen seines Umfangs und seiner Brisanz immer wieder Schlagzeilen gemacht hatte.
Den Angeklagten wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in einem spektakulären Ausmaß vorgeworfen: Millionen von Fahrzeugen sollen mit manipulierter Software ausgestattet worden sein. Diese Software sorgte dafür, dass die betroffenen Autos auf Prüfständen gesetzliche Abgasnormen einhielten, auf der Straße jedoch ein Vielfaches der erlaubten Stickoxidwerte ausstießen – zum Nachteil von Käufern, Umwelt und Wettbewerbern.
Mit dem Abschluss der Beweisaufnahme beginnen nun die letzten Verfahrensschritte: Plädoyers, Urteilsfindung – und schließlich die Entscheidung, die nicht nur für die Angeklagten, sondern auch für die Aufarbeitung des gesamten Diesel-Skandals von enormer Bedeutung ist.