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Verbraucherschützer warnen: Arzttermine dürfen nicht nur online buchbar sein

cromaconceptovisual (CC0), Pixabay

Die Verbraucherzentralen schlagen Alarm: Immer mehr Arztpraxen setzen bei der Terminvergabe ausschließlich auf kommerzielle Online-Portale – und schließen damit große Teile der Bevölkerung faktisch von der medizinischen Versorgung aus. Der Zugang zu Gesundheitsleistungen dürfe jedoch nicht vom digitalen Zugang oder technischen Wissen abhängen, betonten die Verbraucherschützer gegenüber der dpa.

„Online-Terminbuchungen haben ohne Frage praktische Vorteile“, sagte ein Sprecher. „Doch problematisch wird es, wenn es keinen anderen Weg mehr gibt, an einen Arzttermin zu kommen.“

Laut einer aktuellen Umfrage war es bei der Hälfte der befragten Patientinnen und Patienten nicht möglich, einen Arzttermin telefonisch zu vereinbaren. Besonders ältere Menschen, Menschen ohne Internetzugang oder mit Sprachbarrieren seien dadurch zunehmend benachteiligt.

Die Verbraucherschützer fordern deshalb konkrete gesetzliche Vorgaben von der Bundesregierung: Arztpraxen sollen verpflichtet werden, auch telefonische Terminvereinbarungen anzubieten – unabhängig davon, ob zusätzlich ein kommerzielles Online-Portal genutzt wird.

Darüber hinaus müsse die Hotline 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigungen, die bereits als zentrale Anlaufstelle für Terminvermittlungen existiert, flächendeckend und zuverlässig funktionieren. „Dieses Angebot muss gestärkt und technisch ausgebaut werden, damit es als echte Alternative zur Verfügung steht“, so die Forderung.

Die Debatte zeigt: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran – doch soziale Teilhabe und Zugänglichkeit dürfen dabei nicht auf der Strecke bleiben. Arzttermine müssen für alle erreichbar bleiben – online wie offline.

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