Immer mehr Menschen geraten im Internet auf Webseiten, die auf den ersten Blick wie offizielle Seiten von Behörden oder bekannten Firmen aussehen. Wer zum Beispiel seine Adresse beim Rundfunkbeitrag ändern oder einen Nachsendeauftrag bei der Post einrichten will, landet oft auf sogenannten Serviceseiten – und zahlt am Ende viel mehr, als nötig wäre. Doch wie funktioniert diese Masche eigentlich? Und wer steckt dahinter?
So funktioniert der Trick
Viele dieser Seiten erscheinen ganz oben bei Google & Co., wenn man nach Begriffen wie „Post Nachsendeauftrag“ oder „GEZ Adresse ändern“ sucht. Die Seiten sehen professionell aus und wirken auf den ersten Blick wie die offiziellen Seiten der Deutschen Post oder des Beitragsservice.
Doch: Die Betreiber dieser Seiten bieten ihre Dienste nur als kostenpflichtigen „Service“ an, oft für ein Vielfaches dessen, was die eigentliche Behörde oder Firma verlangt – oder sogar kostenlos zur Verfügung stellt.
Teure Überraschung: Was viele nicht merken
Zwar schreiben die Anbieter in den Kleingedruckten Texten oder am unteren Ende der Seite, dass es sich nicht um die offizielle Stelle handelt – aber so unauffällig, dass es leicht übersehen wird. Man klickt sich durch das Formular, zahlt 30, 40 oder sogar 80 Euro – und merkt erst später, dass man reingelegt wurde.
Das ärgerliche: Der Service ist meist gar nicht nötig, oder er wäre direkt bei der Behörde kostenlos oder viel günstiger zu haben gewesen.
Wer steckt dahinter?
Oft handelt es sich um Unternehmen mit Sitz im Ausland, zum Beispiel in Malta, Bulgarien oder Zypern. So können sich die Betreiber rechtlich besser absichern und der deutschen Aufsicht teilweise entziehen. Manchmal stecken aber auch deutsche Firmen oder Einzelpersonen dahinter, die mit solchen Tricks viel Geld verdienen.
Die Seiten selbst sehen professionell aus, doch im Impressum finden sich oft unklare Angaben oder Adressen, die schwer nachvollziehbar sind. Einige der Betreiber wechseln regelmäßig den Namen ihrer Firmen oder die Domain-Adresse – ein klares Zeichen für bewusste Täuschung.
Ist das überhaupt erlaubt?
Die Masche bewegt sich in einem rechtlichen Graubereich. Solange die Betreiber irgendwo auf der Seite – wenn auch versteckt – schreiben, dass es sich um einen privaten Dienstleister handelt, ist es rechtlich schwer, dagegen vorzugehen. Dennoch prüfen Behörden und Verbraucherschützer solche Seiten regelmäßig.
In vielen Fällen ist das Vorgehen mindestens wettbewerbswidrig oder irreführend. Wer sich betrogen fühlt, kann sich an die Verbraucherzentrale wenden oder einen Anwalt einschalten.
Was können Verbraucher tun?
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Nicht gleich auf den ersten Treffer bei Google klicken. Immer schauen, ob man auf der echten Seite der Behörde ist.
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Das Impressum prüfen. Steht dort ein Firmenname, den man nicht kennt? Kommt einem die Adresse komisch vor?
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Vergleichen: Was kostet der Service woanders? Ist er bei der echten Post oder dem Beitragsservice vielleicht kostenlos?
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Wenn man hereingefallen ist: Zahlung eventuell rückgängig machen (z. B. über die Bank), Anzeige erstatten oder die Verbraucherzentrale kontaktieren.
Fazit
Das Internet macht vieles leichter – aber leider auch manchen Trick möglich. Wer bei scheinbar einfachen Behördengängen plötzlich hohe Rechnungen bekommt, sollte genau hinsehen: Nicht jede professionelle Webseite ist auch seriös. Vorsicht, wenn es schnell geht – und teuer wird.