Viele Menschen denken bei einer Kreditkarte zuerst an bequemes Bezahlen im Internet oder auf Reisen. Doch wer eine Kreditkarte haben möchte, merkt schnell: Kreditkarte ist nicht gleich Kreditkarte. Es gibt viele Unterschiede – bei den Kosten, der Abrechnung und den Funktionen. Im Gespräch mit der BR-Wirtschaftsredaktion erklärt Experte Wolfram Schrag, worauf du achten solltest – besonders als junger Mensch.
Nicht jede Karte ist für jeden geeignet
Es gibt verschiedene Arten von Kreditkarten. Einige ziehen das Geld sofort vom Konto ab – das nennt man Debitkarte. Andere buchen die Ausgaben gesammelt am Monatsende ab – das ist die klassische Kreditkarte. Wieder andere bieten einen Kreditrahmen an, bei dem du die Rechnung auch in Raten bezahlen kannst – das nennt man Revolving-Karte. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist die klassische Kreditkarte mit Monatsabrechnung am übersichtlichsten, weil man alle Ausgaben auf einmal sieht.
Achte auf die Kosten
Kreditkarten können kostenlos sein – aber nicht immer. Manche Banken verlangen eine Jahresgebühr. Andere Karten sind im ersten Jahr gratis, kosten aber später Geld. Auch Gebühren für Abhebungen am Geldautomaten oder fürs Bezahlen in Fremdwährungen (z. B. im Ausland oder bei ausländischen Online-Shops) solltest du im Blick behalten. Eine scheinbar günstige Karte kann schnell teuer werden, wenn du sie häufig nutzt.
Welche Funktionen brauchst du wirklich?
Wolfram Schrag rät: „Überlege dir vor der Auswahl, was du mit der Karte machen willst.“ Wer viel reist, sollte auf Extras wie Reiserücktrittsversicherung oder gebührenfreies Bezahlen im Ausland achten. Wer nur online einkaufen will, kommt mit einer einfachen Kreditkarte ohne Zusatzleistungen aus. Für junge Erwachsene und Studierende gibt es spezielle Angebote – oft ohne Jahresgebühr. Trotzdem lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte.
Kreditkarte ohne eigenes Einkommen?
Auch Menschen ohne regelmäßiges Einkommen – zum Beispiel Studierende – können oft eine Kreditkarte bekommen. Die meisten Banken verlangen dann aber ein Girokonto bei ihnen oder geben nur eine sogenannte Prepaid-Kreditkarte aus. Dabei musst du vorher Geld auf die Karte laden – dann kannst du nur das ausgeben, was du eingezahlt hast. Das schützt vor Schulden, aber manche Online-Shops oder Hotels akzeptieren diese Karten nicht.
Sicherheit ist wichtig
Egal für welche Karte du dich entscheidest – achte auf Sicherheitsfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Bezahlen, SMS-Benachrichtigungen und die Möglichkeit, die Karte bei Verlust sofort zu sperren. Viele Banken bieten dafür eine App an.
Fazit: Gut vergleichen lohnt sich
Es gibt viele verschiedene Kreditkarten – und nicht jede passt zu jedem. Bevor du dich entscheidest, solltest du überlegen, wofür du die Karte brauchst, ob du regelmäßig Geld einnimmst und wie wichtig dir Zusatzleistungen sind. Vergleiche Preise und Leistungen genau – und lies auch das Kleingedruckte. Dann findest du die Karte, die wirklich zu dir passt.