Viele Kundinnen und Kunden zücken beim Einkauf treu ihre Kundenkarte, scannen den QR-Code oder sammeln digitale Punkte per App. Doch wie viel spart man damit wirklich – und welchen Preis zahlt man mit seinen Daten?
Im Gespräch mit Verbraucherschützer Sebastian Hanisch erklärt sich schnell: Zwischen Punktekonten und Rabattcoupons gibt es große Unterschiede – nicht nur beim Rabatt, sondern auch bei den Bedingungen im Hintergrund.
Punktekonten: Langsam, aber stetig?
Beim klassischen Punktesammeln – etwa über Programme wie Payback oder DeutschlandCard – geht es oft um Kleinstbeträge. Für jeden Euro Umsatz erhält man in der Regel einen Punkt, was umgerechnet etwa einem Cent entspricht. Wer also 100 Euro ausgibt, spart gerade einmal einen Euro. Erst bei mehreren Hundert Euro Einkaufswert macht sich das auf dem Konto bemerkbar.
„Punktekonten sind eher für treue Stammkunden interessant, die regelmäßig im gleichen Supermarkt oder bei derselben Drogerie einkaufen“, sagt Hanisch. Der Haken: Die Unternehmen erhalten im Gegenzug sehr detaillierte Informationen über das Einkaufsverhalten.
Rabattcoupons: Schnäppchen mit Haken?
Anders sieht es bei Rabattcoupons aus – etwa 10 Prozent auf den nächsten Einkauf oder 2 Euro Rabatt ab 10 Euro Einkaufswert. Diese Angebote sind kurzfristiger, dafür aber deutlich spürbarer beim Bezahlen. „Coupons lohnen sich dann, wenn man sie gezielt einsetzt – also nicht extra etwas kauft, nur um den Rabatt zu nutzen“, warnt Hanisch.
Oft sind Coupons aber auch an Bedingungen geknüpft: bestimmte Produkte, ein Mindestbestellwert oder ein begrenzter Zeitraum. „Hier lohnt sich der Blick in die AGBs, besonders bei digitalen Apps, die zusätzlich Zugriff auf Standortdaten oder Kaufhistorien fordern“, erklärt der Experte.
Datenschutz nicht vergessen
Ein wichtiger Punkt bei beiden Modellen: Der Datenschutz. „Punkteprogramme sind selten anonym. Die Anbieter wissen genau, was, wann und wo gekauft wurde – und bei manchen Programmen sogar, wie oft“, erklärt Hanisch. Wer auf Rabatte verzichten kann, aber seine Daten schützen will, sollte sich gut überlegen, ob er solche Programme nutzt.
Fazit: Bewusst einsetzen – oder lieber nicht?
Wer regelmäßig beim gleichen Anbieter einkauft und ohnehin auf Angebote achtet, kann mit Coupons und Punktekonten tatsächlich ein paar Euro im Jahr sparen. Doch die Ersparnis ist selten riesig – und häufig zahlt man mit seinen Einkaufsdaten.
Hanischs Tipp: „Nutzt Coupons gezielt, aber lasst euch nicht zum Kauf verleiten, den ihr sonst nicht tätigen würdet. Und schaut euch an, welche Daten ihr preisgebt – denn auch das hat einen Wert.“