Deutschland steht laut Bundeskriminalamt vor einer neuen Drogenwelle – allen voran durch Kokain. Holger Münch, Präsident des BKA, schlägt im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) Alarm: Der Kokain-Markt werde regelrecht überschwemmt. Grund dafür sei die Marktsättigung in Nordamerika – die Kartelle weichen nun verstärkt auf Europa aus, Deutschland inklusive.
„Wir sehen eine Kokain-Schwemme“, so Münch deutlich. Die Preise sinken, die Verfügbarkeit steigt – und mit ihr das Risiko für Konsumenten sowie die Herausforderungen für die Ermittlungsbehörden. Besonders besorgniserregend: Auch der Markt für Heroin verändert sich.
Seit die Taliban in Afghanistan den Opiumanbau unterbunden haben, verknappt sich das Angebot an klassischem Heroin. Laut Münch hat diese Entwicklung gravierende Folgen: „Es entsteht ein Risiko, dass Heroin vermehrt mit synthetischen Opioiden wie Fentanyl gestreckt wird – das erhöht die Gefahr für Konsumenten erheblich.“ Solche Mischsubstanzen gelten als extrem potenziell tödlich und sind schwer zu dosieren.
Das BKA warnt vor einer wachsenden Zahl an Drogentoten, beschleunigt durch immer aggressivere Märkte, billigere Produkte und eine rapide steigende Verfügbarkeit hochgefährlicher Substanzen. Neben verstärkten internationalen Ermittlungen setzt das BKA auch auf Prävention und Aufklärung – gerade bei jüngeren Zielgruppen, die zunehmend mit diesen Drogen in Berührung kommen.
Fazit: Der europäische Drogenmarkt steht vor einem gefährlichen Wandel – mit bislang unterschätzten Risiken. Die Sicherheitsbehörden sind in Alarmbereitschaft.