Auch im digitalen Zeitalter hält die große Mehrheit der Menschen in Deutschland am Bargeld fest. Laut einer aktuellen Umfrage der Bundesbank zum Zahlungsverhalten finden 69 Prozent der Befragten es wichtig, weiterhin mit Münzen und Scheinen bezahlen zu können.
Nur etwa 9 Prozent der Teilnehmenden messen dem Bargeld keinerlei Bedeutung bei – ein deutliches Zeichen dafür, dass das Vertrauen in physisches Geld trotz der Verbreitung digitaler Zahlungsformen ungebrochen ist.
„Das Ergebnis unterstreicht die tief verankerte Rolle des Bargelds in der Alltagskultur vieler Menschen“, erklärte die Bundesbank. Zwar sei digitales Bezahlen bequem und nehme weiter zu, doch viele Bürgerinnen und Bürger schätzen beim Bargeld vor allem die Anonymität, Kostenkontrolle und die Unabhängigkeit von Technik oder Stromversorgung.
Zugleich verweist die Bundesbank auf bekannte Schattenseiten: Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung oder Überfallrisiken seien mit Bargeld leichter möglich. Dennoch sieht sich die Notenbank weiterhin in der Verantwortung, Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel zu sichern und zugänglich zu halten.
In Zeiten zunehmender Filialschließungen und schrumpfender Geldautomaten-Infrastruktur kommt dieser Auftrag nicht von ungefähr: Der Zugang zu Bargeld ist vor allem im ländlichen Raum vielerorts bereits erschwert. Die Bundesbank betont daher, dass Bargeldfreiheit keine Pflicht werden dürfe – sondern stets eine Wahl bleiben müsse.
Die Umfrage befeuert damit eine anhaltende gesellschaftliche Debatte: Wie viel Digitalisierung braucht der Zahlungsverkehr – und wie viel Bargeldvertrauen darf bleiben? Für einen Großteil der Bevölkerung ist die Antwort klar: Ohne Bargeld fehlt ein Stück Freiheit.