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Trump ernennt fünften IRS-Chef in einem Jahr – Machtkampf, Entlassungen und Elon Musk im Hintergrund

David_Peterson (CC0), Pixabay

Im US-Steueramt IRS herrscht weiter ein beispielloses Stühlerücken: Präsident Donald Trump hat zum fünften Mal in diesem Jahr einen neuen Interimschef der Behörde ernannt. Michael Faulkender, bisher stellvertretender Finanzminister, übernimmt ab sofort die Leitung des Internal Revenue Service, wie ein Sprecher des Finanzministeriums bestätigte.

Faulkender ersetzt Gary Shapley, der selbst erst vor wenigen Wochen auf den Posten berufen wurde – ein Wechsel, der von internen Machtkämpfen, politischen Spannungen und dem Einfluss von Elon Musk überschattet ist.

Musk vs. Bessent: Machtkampf im Maschinenraum der Steuerpolitik

Wie die New York Times berichtet, ist der jüngste Wechsel das Ergebnis eines Clinch zwischen Finanzminister Scott Bessent und Elon Musk, der in seiner Rolle als Trump-Berater tief in die Umstrukturierung der Bundesbehörden involviert ist. Musk hatte sich aktiv für Shapley eingesetzt, offenbar um seinen Kurs der massiven Personalreduzierung beim IRS voranzutreiben – über das neu geschaffene Department of Government Efficiency (DOGE).

Bessent hingegen betrachtete Musks Einflussnahme als Einmischung in die Zuständigkeit seines Ressorts. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Bessent nun:

„Das Vertrauen in den IRS muss wiederhergestellt werden – ich bin überzeugt, dass Michael Faulkender der richtige Mann zur richtigen Zeit ist.“

Vom FBI-Zeugen zum Steuermann

Shapley, ein früherer IRS-Ermittler, war vor allem durch seine öffentliche Kritik an der Ermittlungsführung im Fall Hunter Biden bekannt geworden. Er hatte dem Justizministerium unter Präsident Biden vorgeworfen, Ermittlungen gegen den Präsidentensohn absichtlich verschleppt zu haben. Trotz seiner Abberufung lobte Bessent Shapley als „weiterhin einen meiner wichtigsten Berater“.

Chaos und Datenschutz-Sorgen im IRS

Mit Faulkender übernimmt nun eine Schlüsselfigur des Trump’schen „Effizienz-Umbauplans“ die Leitung der Steuerbehörde – mitten in einem massiven Umbau:

  • Die umstrittene Vereinbarung mit dem Heimatschutzministerium, IRS-Daten an Einwanderungsbehörden weiterzugeben, hatte zuletzt für heftige Kritik gesorgt.
  • Der IRS begann bereits mit der Entlassung Tausender Mitarbeiter, ein Kernstück von DOGEs Ziel, die Bundesregierung „schlanker“ zu machen.
  • Gleichzeitig gibt es wachsende Datenschutz-Bedenken: DOGE möchte internen Zugriff auf sensible IRS-Systeme – was Kritiker als massiven Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung der Bürger werten.

Ein Amt im Dauerstress

Der IRS hat seit Jahresbeginn fünf verschiedene Führungspersönlichkeiten gesehen:

  1. Doug O’Donnell, der im März ging,
  2. Melanie Krause, deren Abgang mit der Weitergabe von Steuerdaten verknüpft war,
  3. Gary Shapley, Musk-nah und nun wieder entmachtet,
  4. Michael Faulkender, der neue Mann am Steuer.

Fazit

Was sich im IRS abspielt, ist mehr als nur bürokratisches Stühlerücken: Es ist ein Spiegelbild des aktuellen Kurses der Trump-Regierung – eine Mischung aus radikaler Umstrukturierung, machtpolitischer Schachzüge und dem Einfluss neuer Akteure wie Elon Musk auf die staatliche Ordnung.

Ob Faulkender Stabilität bringen kann – oder bald ebenfalls Geschichte ist – bleibt abzuwarten. Klar ist: Der IRS bleibt ein Pulverfass.

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