Der US-Senator Chris Van Hollen (Demokrat aus Maryland) hat am Donnerstagabend Kilmar Abrego Garcia getroffen, einen in den USA lebenden Salvadorianer, der im März fälschlicherweise aus den Vereinigten Staaten abgeschoben wurde. Das Treffen fand im Rahmen einer offiziellen Reise Van Hollens nach El Salvador statt, mit dem erklärten Ziel, sich persönlich von Abrego Garcias Gesundheitszustand zu überzeugen und für dessen Freilassung einzusetzen.
„Mein Hauptziel dieser Reise war es, Kilmar zu treffen. Heute Abend hatte ich diese Gelegenheit“, schrieb Van Hollen auf der Plattform X (ehemals Twitter) und teilte ein Foto, das ihn zusammen mit Abrego Garcia an einem Tisch zeigt. Er habe bereits dessen Ehefrau Jennifer angerufen, um eine persönliche Nachricht von Abrego Garcia zu übermitteln. Ein ausführlicher Bericht über das Treffen soll nach seiner Rückkehr folgen.
Trotz des Treffens bleibt Abrego Garcia weiterhin in Gewahrsam der salvadorianischen Behörden. Präsident Nayib Bukele veröffentlichte ebenfalls Fotos von dem Treffen und kommentierte spöttisch, Abrego Garcia sei „wundersam auferstanden aus den ‘Todeslagern’ & ‘Folterkammern’, und trinke jetzt Margaritas mit Senator Van Hollen im tropischen Paradies El Salvador“.
Zuvor war Van Hollen der Zugang zum Hochsicherheitsgefängnis CECOT verweigert worden, als er versuchte, Abrego Garcia persönlich zu besuchen. „Die Verweigerung des Zugangs zu seinen Anwälten ist ein Verstoß gegen internationales Recht“, betonte Van Hollen. El Salvador habe den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der ausdrücklich das Recht auf Kontakt zu einem Rechtsbeistand garantiere.
Abrego Garcia ist in den USA wegen angeblicher Zugehörigkeit zur kriminellen Bande MS-13 umstritten. Während Anwälte die Vorwürfe vehement bestreiten und auf ein Fehlurteil hinweisen, behauptet die frühere Trump-Regierung, es habe keine Abschiebepanne gegeben. Ein US-Gericht hatte jedoch bereits 2019 entschieden, dass Abrego Garcia nicht nach El Salvador abgeschoben werden dürfe – ein Beschluss, der offenbar missachtet wurde.
Die Ehefrau von Abrego Garcia, Jennifer Vasquez Sura, zeigte sich erleichtert über die Lebenszeichen ihres Mannes: „Meine Kinder und ich wurden erhört. Unsere Gebete wurden beantwortet. Wir wissen jetzt, dass er lebt.“
Van Hollen betonte, dass sein Besuch keine Stellungnahme zu den Anschuldigungen gegen Abrego Garcia darstelle, sondern der Schutz rechtsstaatlicher Prinzipien sein Ziel sei. Weitere Delegationen von US-Demokraten seien bereits in Planung, nachdem eine kürzlich anreisende republikanische Delegation sich nicht um ein Treffen mit Abrego Garcia bemüht habe.
Neben dem Treffen mit Abrego Garcia sprach Van Hollen auch mit Vertretern der US-Botschaft, des DHS, FBI und DEA über die Zusammenarbeit im Kampf gegen transnationale Banden.