US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, innerhalb von 90 Tagen bilaterale Handelsabkommen mit bis zu 150 Ländern abschließen zu wollen. Die Maßnahme folgt auf seine beispiellose Anhebung der Zölle – 145 % auf Importe aus China, mit temporären Ausnahmen für andere Länder.
Doch die Finanzmärkte glauben nicht daran. Trotz eines kurzen Börsenaufschwungs nach der Ankündigung herrscht insgesamt tiefe Skepsis.
Was ist Trumps Strategie?
Laut Trump ist die Idee, durch extrem hohe Zölle Druck aufzubauen und andere Staaten an den Verhandlungstisch zu zwingen. China wird dabei bewusst ausgeschlossen, während man mit anderen Ländern schnell Deals abschließen will.
Doch komplexe Handelsverträge brauchen Jahre – nicht Wochen, warnen Experten.
So reagieren die Märkte:
📉 Aktienmärkte: Extrem volatil
- Der Dow Jones verlor zwischenzeitlich über 2.000 Punkte an einem Tag – historischer Einbruch.
- Nach einem Aufschwung am Freitag bleiben alle großen Indizes unter dem Niveau vor Trumps Ankündigung.
- Anleger sind verunsichert, da jede neue Tarif-Nachricht massive Ausschläge auslöst.
💵 Anleihenmarkt: Vertrauensverlust in US-Staatsanleihen
- US-Staatsanleihen (eigentlich sichere Häfen) wurden verkauft.
- Renditen stiegen über 4,5 % – schlecht für Konsumentenkredite und die Wirtschaft.
- JPMorgan-Chef Jamie Dimon spricht von einem drohenden „Marktchaos“, das eine Intervention der Notenbank nötig machen könnte.
🛢 Ölpreise: Zeichen für Rezessionsangst
- US-Öl fiel unter 60 $ pro Barrel, den niedrigsten Stand seit vier Jahren.
- Händler erwarten einen Rückgang von Reisen, Transport und Industrieproduktion – klassische Vorboten einer Rezession.
💸 US-Dollar: Schwächster Stand seit drei Jahren
- Normalerweise steigt der Dollar bei Zollerhöhungen – diesmal stürzte er ab.
- Händler verlieren das Vertrauen in die USA als wirtschaftliche Führungsmacht.
- Gold erreichte Rekordhoch von über 3.200 $ pro Unze – klassischer Zufluchtsort in Krisenzeiten.
Realistische Erfolgschancen?
- Laut dem US-Finanzministerium haben sich über 70 Länder gemeldet, um über Handelsabkommen zu sprechen.
- Details gibt es kaum, bevorzugt werden angeblich Verbündete wie Südkorea und Japan.
- Aber: Ein funktionierender Vertrag braucht Zeit – auch wenn es nur um vorläufige Absichtserklärungen geht.
China bleibt das große Problem
- China reagierte mit 125 % Gegenzöllen und demonstriert Härte.
- Präsident Xi Jinping: „China hat keine Angst.“
- Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt befinden sich in einem eskalierenden Handelskrieg – und keiner zeigt Bereitschaft zum Nachgeben.
Fazit: Märkte misstrauen der Show
Trumps Versuch, durch Zolldrohungen schnelle Deals zu erzwingen, hat massive Marktunsicherheit ausgelöst. Selbst wenn einige Handelsverträge zustande kommen, bleibt der wirtschaftliche Schaden – durch Zölle, Vertrauensverluste und volatile Märkte – bestehen.
JPMorgan und Goldman Sachs sehen die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA 2025 bei 50 % – ein Münzwurf.