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„Nicht länger hoffen – jetzt handeln“

Tumisu (CC0), Pixabay

Ein Interview mit Rechtsanwalt Michael Iwanow (Dresden) zur Warnung der FMA vor der DIGITEAM Agency

Frage: Herr Iwanow, die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) hat am 9. April 2025 eine Warnung vor der DIGITEAM Agency herausgegeben. Was steckt hinter dieser Warnung?

RA Michael Iwanow: Die FMA stellt klar, dass die DIGITEAM Agency in Österreich keine Lizenz besitzt, um Wertpapiergeschäfte oder andere konzessionspflichtige Finanzdienstleistungen anzubieten. Das bedeutet, das Unternehmen agiert dort illegal. Anleger, die dort investiert haben, könnten einem Betrug zum Opfer gefallen sein.

Frage: Viele Anleger sind nach solchen Warnungen zunächst verunsichert. Was empfehlen Sie Betroffenen konkret?

RA Michael Iwanow: Zuerst einmal: Ruhe bewahren, aber keinesfalls abwarten. Alle Unterlagen und Kommunikationsverläufe sollten gesichert werden – E-Mails, Kontoauszüge, Screenshots, Verträge. Danach ist eine rechtliche Ersteinschätzung ratsam. Wer rechtzeitig handelt, kann unter Umständen Zahlungen stoppen, Gelder zurückholen oder sich zivil- und strafrechtlich zur Wehr setzen.

Frage: Besteht eine realistische Chance, das investierte Geld zurückzuerhalten?

RA Michael Iwanow: Das hängt vom Einzelfall ab – insbesondere davon, über welche Wege das Geld geflossen ist. Wenn Zahlungen über Kreditkarte, SEPA oder Zahlungsdienstleister liefen, gibt es manchmal Wege, diese anzufechten oder rückabzuwickeln. Auch gegen Mittäter oder Zahlungsabwickler können Schadensersatzansprüche geprüft werden. Wichtig ist: Jede Woche zählt.

Frage: Manche Anleger hoffen trotzdem noch auf eine Auszahlung oder beschwichtigen sich selbst mit „wird schon gutgehen“. Was sagen Sie dazu?

RA Michael Iwanow: Das ist nachvollziehbar, aber leider gefährlich. Viele dieser Anbieter setzen gezielt auf Verzögerungstaktik – angebliche technische Probleme, Warteschleifen, „Kontoüberprüfung“. In Wahrheit dient das nur dazu, Zeit zu schinden und weitere Einzahlungen zu provozieren. Wer betroffen ist, sollte handeln – nicht hoffen.

Frage: Kommt so etwas häufiger vor? DIGITEAM ist ja nicht der erste Fall dieser Art.

RA Michael Iwanow: Leider ja. Wir sehen eine Zunahme dubioser Anbieter – meist mit angeblichem Sitz in Dubai oder Asien, oft mit schicken Webseiten und großspurigen Versprechen. Sie nutzen Social Media, Online-Werbung und angebliche KI-Systeme, um Vertrauen aufzubauen. Oft sind es reine Scheinfirmen mit betrügerischer Absicht.

Frage: Wie können sich Anleger vor solchen Maschen schützen?

RA Michael Iwanow: Ganz wichtig: Vor einer Investition prüfen, ob das Unternehmen bei einer nationalen Aufsichtsbehörde – wie der FMA oder der deutschen BaFin – registriert ist. Und: Niemand verschenkt Rendite. Wenn 15 % pro Monat versprochen werden, ohne Risiko, dann ist das schlicht unrealistisch. Wer unsicher ist, kann sich auch vorab rechtlich beraten lassen.

Frage: Was ist Ihr Fazit zur Lage rund um DIGITEAM und ähnlichen Anbietern?

RA Michael Iwanow: Die Warnung der FMA ist ernst zu nehmen. Wer investiert hat, sollte sich rechtlichen Beistand holen, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen – sowohl im Bereich der Rückforderung als auch im Hinblick auf eine Strafanzeige. Die Kanzlei steht betroffenen Anlegern mit Erfahrung in derartigen Fällen zur Seite.

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