Die kommissarische Leiterin der US-Steuerbehörde IRS, Melanie Krause, steht laut Medienberichten kurz vor ihrem Rücktritt. Zwei Regierungsbeamte bestätigten gegenüber der USA Today, dass Krause ihr Amt niederlegen wird. Sie wäre damit bereits die dritte Führungskraft an der Spitze der Behörde seit Januar. Ihr Vorgänger, Doug O’Donnell, hatte erst im Vormonat seinen Posten verlassen.
Ein zentraler Grund für Krauses Rückzug scheint ein umstrittenes Abkommen zwischen der IRS und dem Heimatschutzministerium zu sein. Demnach soll die Behörde Steuerdaten mit Einwanderungsbehörden teilen, um die Suche nach illegal in den USA lebenden Migranten zu unterstützen. Das Abkommen wurde im Rahmen eines Gerichtsverfahrens öffentlich und gilt als Teil der Bemühungen der Trump-Regierung, ihr hartes Vorgehen gegen illegale Einwanderung umzusetzen.
Obwohl die Gründe für Krauses Rücktritt offiziell nicht genannt wurden, berichten mehrere Medien, dass das Datenabkommen eine Rolle gespielt habe. Datenschützer und Regierungsbeamte äußerten Besorgnis über die Nutzung sensibler Steuerdaten und mögliche Eingriffe in die Privatsphäre.
Ein Sprecher des Finanzministeriums lobte Krause für ihre Arbeit während einer Phase „außergewöhnlicher Veränderungen“ innerhalb der IRS. Neben umfassenden Umstrukturierungen und der Modernisierung der IT-Infrastruktur sieht sich die Behörde derzeit auch mit massiven Stellenkürzungen konfrontiert: Über 20.000 der insgesamt etwa 100.000 IRS-Mitarbeitenden sollen entlassen werden – eine Maßnahme im Rahmen der Regierungsinitiative „Department of Government Efficiency“ unter der Leitung von Elon Musk.
Melanie Krause war seit 2021 bei der IRS tätig, zunächst als Chief Data and Analytics Officer, später als Chief Operating Officer. Zuvor hatte sie unter anderem für das Government Accountability Office sowie das Büro des Generalinspekteurs des Veteranenministeriums gearbeitet.