Powerbanks sind praktische Stromreserven für Smartphone, Tablet oder Kopfhörer. Doch beschädigte oder überhitzte Lithium-Ionen-Akkus können im schlimmsten Fall Feuer fangen. Besonders ernst sind Aufblähungen, ungewöhnliche Hitze, Verformungen, Gerüche, Zischen oder Rauch. Dann gilt: Gerät nicht weiter benutzen – und bei akuter Rauch- oder Brandentwicklung Abstand halten und die Feuerwehr verständigen.
Powerbanks gehören für viele Menschen inzwischen genauso selbstverständlich ins Reisegepäck wie Ladekabel und Smartphone.
In den kleinen Geräten steckt allerdings viel Energie auf engem Raum. Meist kommen Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz.
Ordnungsgemäß hergestellte und bestimmungsgemäß verwendete Powerbanks gelten grundsätzlich als sicher. Trotzdem können Schäden an den Akkuzellen problematisch werden.
Mehrere Vorfälle mit Powerbanks
Dass Defekte ernst genommen werden müssen, zeigen einzelne Vorfälle aus dem Jahr 2026.
Ende Juli soll eine Powerbank einen Wohnungsbrand in München ausgelöst haben.
Im August musste ein Flug wegen Rauchentwicklung durch eine Powerbank außerplanmäßig in Dublin landen.
Ende September kam es außerdem auf einem Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Lissabon im Bereich eines Sitzes zu einem Powerbank-Brand. Das Flugzeug wurde daraufhin nach Lyon umgeleitet.
Solche Ereignisse bedeuten nicht, dass Powerbanks generell gefährlich sind.
Sie zeigen aber, warum beschädigte Akkus nicht weiterverwendet werden sollten.
Diese Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen
Besonders kritisch wird es, wenn sich eine Powerbank sichtbar oder spürbar verändert.
Zu den wichtigsten Warnzeichen gehören:
- aufgeblähtes oder verformtes Gehäuse
- ungewöhnlich starke Erwärmung
- Verfärbungen
- auffälliger oder chemischer Geruch
- austretende Flüssigkeit
- Zischen oder andere ungewöhnliche Geräusche
- Klappern im Inneren
- sichtbare Beschädigungen nach einem Sturz
- Rauch oder austretende Gase
Tritt eines dieser Symptome auf, sollte die Powerbank nicht einfach weiter benutzt oder erneut geladen werden.
Aufgeblähte Powerbank nicht zusammendrücken
Besonders deutlich ist eine Aufblähung.
Verändert sich die Form des Akkus beziehungsweise des Gehäuses, kann dies auf Probleme innerhalb der Akkuzellen hinweisen.
Eine aufgeblähte Powerbank sollte nicht gewaltsam zusammengedrückt, aufgestochen oder anderweitig geöffnet werden.
Auch der Versuch, ein verformtes Gehäuse wieder in seine ursprüngliche Position zu drücken, ist keine Reparatur.
Das Gerät sollte aus dem normalen Gebrauch genommen werden.
Nach einem Sturz genau hinschauen
Problematisch können auch mechanische Beschädigungen sein.
Eine Powerbank kann nach einem Sturz äußerlich zunächst weitgehend normal aussehen, während Komponenten im Inneren beschädigt wurden.
Besonders aufmerksam sollte man deshalb sein, wenn anschließend ungewöhnliche Erwärmung, Geräusche, Verformungen oder andere Auffälligkeiten auftreten.
Ein sichtbar beschädigtes Gehäuse ist ebenfalls ein Grund, die Powerbank nicht einfach weiterzuverwenden.
Ungewöhnliche Hitze ist ein Warnsignal
Dass eine Powerbank während des Ladens etwas warm wird, ist nicht automatisch ungewöhnlich.
Anders sieht es aus, wenn das Gerät deutlich wärmer wird als normalerweise.
Eine ungewöhnlich starke Temperaturentwicklung sollte ernst genommen werden.
Das gilt insbesondere, wenn gleichzeitig weitere Auffälligkeiten wie Geruch, Verformung oder Geräusche auftreten.
Rauch und Zischen: Raum verlassen
Deutlich ernster ist die Situation, wenn eine Powerbank raucht, zischt, extrem heiß wird oder Gase austreten.
Dann besteht nicht nur Brandgefahr.
Bei einem beschädigten Lithium-Ionen-Akku können gesundheitsschädliche beziehungsweise giftige Stoffe freigesetzt werden.
In einer solchen Situation sollte die eigene Sicherheit Vorrang haben.
Den Gefahrenbereich verlassen und die Feuerwehr unter 112 verständigen.
Ein bereits stark reagierender oder brennender Akku sollte nicht noch durch die Wohnung getragen werden.
Wasser kann bei kleinen Akkus eine Rolle spielen
Bei kleinen Lithium-Akkus kann viel Wasser zur Kühlung eingesetzt werden.
Nach den im Ausgangsbericht wiedergegebenen Empfehlungen kommt dies bei kleinen, verformten, ausgasenden oder rauchenden Lithium-Batterien infrage – allerdings ausschließlich dann, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist.
Das Wasser soll vor allem die Akkuzellen kühlen.
Bei einem bereits heftig brennenden Akku sollte dagegen nicht versucht werden, das Gerät aufzunehmen und zu einem Wasserbehälter zu tragen.
Im Zweifel Abstand halten, den Raum verlassen und die Feuerwehr rufen.
Powerbank niemals in den Hausmüll werfen
Eine defekte Powerbank gehört nicht in den normalen Hausmüll.
Das ist auch aus Brandschutzgründen wichtig.
Beschädigte Lithium-Akkus können bei Sammlung, Transport oder Verarbeitung von Abfällen Brände verursachen.
Defekte Geräte müssen über geeignete Sammel- beziehungsweise Entsorgungsstellen abgegeben werden. Im Ausgangsbericht wird hierfür insbesondere der Wertstoffhof genannt.
Bei einer bereits stark beschädigten, aufgeblähten oder auffällig reagierenden Powerbank sollte vorher geklärt werden, wie sie sicher zur Annahmestelle gebracht werden kann.
Schon beim Kauf genauer hinschauen
Verbraucherschutz beginnt bereits beim Kauf.
Bei einer Powerbank sollten Hersteller beziehungsweise verantwortlicher Anbieter und technische Daten nachvollziehbar angegeben sein.
Dazu gehören beispielsweise Kapazität und Ladeleistung.
Ebenso wichtig sind verständliche Sicherheits- und Bedienhinweise.
Das Gerät sollte außerdem über ein stabiles Gehäuse und Schutzmechanismen gegen typische Fehler verfügen.
Dazu zählen insbesondere Schutz vor Überladung, Tiefentladung, Kurzschluss und Überhitzung.
CE-Zeichen nicht mit unabhängiger Prüfung verwechseln
Verbraucher sollten außerdem wissen, was unterschiedliche Kennzeichnungen bedeuten.
Die CE-Kennzeichnung ist vorgeschrieben. Damit erklärt der Hersteller beziehungsweise Verantwortliche grundsätzlich, dass das Produkt die einschlägigen europäischen Anforderungen erfüllt.
Das CE-Zeichen bedeutet jedoch nicht automatisch, dass genau diese Powerbank zuvor von einer unabhängigen Prüfstelle getestet wurde.
Davon zu unterscheiden ist beispielsweise das GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“.
Dieses ist nicht verpflichtend, weist aber auf eine Prüfung durch eine unabhängige Stelle hin.
Billigangebot kritisch prüfen
Ein besonders niedriger Preis allein beweist nicht, dass eine Powerbank unsicher ist.
Umgekehrt garantiert ein hoher Preis keine absolute Sicherheit.
Entscheidender sind nachvollziehbare Produktinformationen.
Fehlen Herstellerangaben, technische Daten, Sicherheitshinweise oder eine verständliche Bedienungsanleitung, sollten Verbraucher besonders kritisch sein.
Bei einem elektrischen Energiespeicher ist ein nicht nachvollziehbarer Anbieter ein unnötiges Risiko.
Muss eine fünf Jahre alte Powerbank weg?
Eine starre Altersgrenze gibt es nicht.
Entscheidend sind unter anderem Qualität, Nutzung, Lagerung und Zahl der Ladezyklen.
Bei intensiver Nutzung kann laut Ausgangsbericht nach ungefähr fünf Jahren das Ende der Lebensdauer erreicht sein.
Ein deutlich nachlassender Akku kann ebenfalls Anlass sein, über einen Austausch nachzudenken.
Alter allein bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Powerbank unmittelbar gefährlich ist.
Wichtiger sind ihr tatsächlicher Zustand und mögliche Warnzeichen.
Auch beim Laden auf Sicherheit achten
Eine Powerbank sollte entsprechend den Herstellerangaben verwendet und geladen werden.
Extreme Hitze und Beschädigungen sind zu vermeiden.
Besondere Aufmerksamkeit verdient deshalb beispielsweise eine Powerbank, die längere Zeit großer Hitze ausgesetzt war oder einen schweren Sturz hinter sich hat.
Wer Veränderungen am Gerät bemerkt, sollte nicht darauf vertrauen, dass „es schon noch einmal gutgehen wird“.
Die wichtigsten Warnzeichen im Überblick
Für Verbraucher lässt sich die Regel einfach zusammenfassen:
Normal warm und äußerlich unbeschädigt: zunächst kein ungewöhnliches Warnsignal.
Deutlich heißer als sonst, verformt, aufgebläht, verfärbt, beschädigt oder ungewöhnlicher Geruch: nicht weiter benutzen und nicht erneut laden.
Zischen, Rauch, starke Hitze oder austretende Gase: Abstand halten, Gefahrenbereich verlassen und Feuerwehr verständigen.
Heftig brennender Akku: nicht anfassen und nicht durch die Wohnung tragen.
Fazit: Veränderungen an der Powerbank nicht ignorieren
Powerbanks sind grundsätzlich praktische und bei ordnungsgemäßer Herstellung und Verwendung sichere Alltagsgeräte.
Das Problem beginnt dort, wo Warnzeichen ignoriert werden.
Eine aufgeblähte, beschädigte oder ungewöhnlich heiße Powerbank gehört nicht zurück ans Ladekabel.
Noch ernster sind Zischen, Rauch oder austretende Gase. Dann geht es nicht mehr darum, das Gerät zu retten, sondern Menschen vor Feuer und gesundheitsschädlichem Rauch zu schützen.
Wer bereits beim Kauf auf nachvollziehbare Herstellerangaben, Sicherheitsinformationen und Schutzfunktionen achtet und beschädigte Akkus konsequent aussortiert, kann das Risiko deutlich reduzieren.