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PROKON Windpark Langenbach rutscht ins Minus: 259.000 Euro Verlust trotz Millioneninvestition

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Beim PROKON Windpark Langenbach GmbH & Co. KG hat sich die wirtschaftliche Lage 2025 deutlich verändert. Nach einem Gewinn im Vorjahr weist die Gesellschaft nun einen Jahresfehlbetrag von 258.922 Euro aus. Gleichzeitig ist das Bankguthaben von rund 5,2 Millionen auf nur noch 826.000 Euro gefallen.

Doch hinter diesem Rückgang steckt ein wichtiger Sondereffekt: Im Windpark wurde 2025 erheblich investiert. Die Anschaffungskosten der technischen Anlagen erhöhten sich um mehr als 3,06 Millionen Euro.

Der Jahresabschluss zeigt damit kein einfaches Bild von einem Windpark, dem lediglich das Geld ausgeht. Vielmehr treffen 2025 mehrere Entwicklungen zusammen: hohe Investitionen, steigende Abschreibungen, erhebliche Zinskosten, ein Jahresverlust und weiterhin mehr als 18 Millionen Euro Verbindlichkeiten.

Aus 115.000 Euro Gewinn werden 259.000 Euro Verlust

Der auffälligste Unterschied zum Vorjahr findet sich in der Gewinn- und Verlustrechnung.

2024 hatte der Windpark noch einen Jahresüberschuss von 115.087,62 Euro erwirtschaftet.

2025 steht dagegen ein Jahresfehlbetrag von 258.922,12 Euro.

Die Ergebnisverschlechterung beträgt damit innerhalb eines Jahres rund 374.000 Euro.

An den Umsätzen allein lässt sich dieser Einbruch nicht erklären.

Die Umsatzerlöse gingen lediglich von rund 2,027 Millionen auf 1,986 Millionen Euro zurück. Das entspricht einem Minus von etwa zwei Prozent.

Deutlich stärker wirken andere Positionen.

Abschreibungen steigen um mehr als 310.000 Euro

Besonders auffällig sind die Abschreibungen.

Sie erhöhten sich von rund 977.000 Euro auf 1,288 Millionen Euro.

Das sind rund 311.000 Euro mehr als im Vorjahr.

Damit entsprechen die Abschreibungen 2025 rechnerisch knapp 65 Prozent der gesamten Umsatzerlöse.

Hinzu kommen Zinsaufwendungen von rund 614.790 Euro. Im Vorjahr waren es rund 574.203 Euro.

Allein Abschreibungen und Zinsen summieren sich damit auf etwa 1,90 Millionen Euro – bei Umsatzerlösen von knapp 1,99 Millionen Euro.

Das erklärt einen erheblichen Teil des Drucks auf das Jahresergebnis.

Mehr als drei Millionen Euro neu investiert

Der starke Anstieg der Abschreibungen muss allerdings im Zusammenhang mit der Entwicklung des Anlagevermögens betrachtet werden.

Der Anlagenspiegel weist bei den technischen Anlagen und Maschinen Zugänge von 3.065.391,95 Euro aus.

Die historischen Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten dieser Anlagen stiegen dadurch von rund 16,67 Millionen auf 19,74 Millionen Euro. Abgänge gab es 2025 nicht.

Nach Abschreibungen stehen die technischen Anlagen Ende 2025 noch mit einem Buchwert von rund 16,92 Millionen Euro in der Bilanz.

Ein Jahr zuvor waren es rund 15,12 Millionen Euro.

Der Buchwert ist damit trotz der hohen Abschreibungen um rund 1,80 Millionen Euro gestiegen.

Das ist für die Interpretation der Bilanz entscheidend: Der Windpark hat 2025 erhebliches Kapital in sein technisches Anlagevermögen gesteckt.

Was genau hinter den Zugängen von gut drei Millionen Euro steckt, wird im vorliegenden Abschluss allerdings nicht näher erläutert. Eine konkrete technische Maßnahme sollte deshalb aus den Zahlen allein nicht abgeleitet werden.

Bankkonto schrumpft um 4,37 Millionen Euro

Parallel dazu hat sich die Liquiditätsposition drastisch verändert.

Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über 5.198.895 Euro an Kassenbestand und Bankguthaben.

Ein Jahr später sind es nur noch 826.002 Euro.

Das entspricht einem Rückgang von rund 4,37 Millionen Euro beziehungsweise 84 Prozent.

Dieser Rückgang wirkt auf den ersten Blick alarmierend.

Er darf allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Gleichzeitig gab es die Zugänge von rund 3,07 Millionen Euro beim technischen Anlagevermögen und einen deutlichen Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Aus dem Jahresabschluss allein lässt sich nicht jeder einzelne Zahlungsstrom rekonstruieren. Deshalb wäre es zu weitgehend, den gesamten Rückgang der Bankguthaben ausschließlich mit der Investition zu erklären.

Fest steht aber: Ein erheblicher Liquiditätsabbau fällt zeitlich mit erheblichen Investitionen und einem starken Abbau kurzfristiger Lieferantenverbindlichkeiten zusammen.

Lieferantenverbindlichkeiten brechen ein

Auch auf der Passivseite findet sich eine außergewöhnliche Veränderung.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen von rund 1,582 Millionen Euro auf nur noch 23.546 Euro zurück.

Das ist ein Rückgang von rund 1,56 Millionen Euro.

Damit wurden zum Bilanzstichtag wesentlich weniger offene Lieferantenrechnungen ausgewiesen als ein Jahr zuvor.

Auch dieser Effekt dürfte für die Liquiditätsentwicklung relevant sein. Wie hoch die tatsächlich während des Jahres geleisteten Zahlungen waren, lässt sich aus der Bilanz allein jedoch nicht exakt bestimmen.

Bankkredite sinken um mehr als eine Million Euro

Positiv entwickelt haben sich gleichzeitig die Bankverbindlichkeiten.

Sie gingen von rund 14,73 Millionen Euro auf 13,67 Millionen Euro zurück.

Das entspricht einem Abbau um rund 1,06 Millionen Euro beziehungsweise 7,2 Prozent.

Allerdings bleibt die Fremdfinanzierung erheblich.

Von den 13,67 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten sind rund 845.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere rund 12,83 Millionen Euro haben eine längere Restlaufzeit.

Allein 10,29 Millionen Euro der Bankverbindlichkeiten laufen noch länger als fünf Jahre.

Die Bankkredite sind nach Angaben der Gesellschaft vollständig besichert. Als Sicherheiten dienen unter anderem die Windparkinfrastruktur sowie abgetretene Ansprüche aus Stromvergütungen, Versicherungen und Projektverträgen.

Weitere 4,56 Millionen Euro innerhalb des Konzerns

Die Banken sind allerdings nicht die einzigen Gläubiger.

Zusätzlich bestehen 4,565 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Im Vorjahr waren es rund 4,481 Millionen Euro. Diese Position ist damit leicht gestiegen.

Davon sind rund 344.652 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 4,22 Millionen Euro haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr – und zugleich von mehr als fünf Jahren.

Insgesamt weist der Windpark zum Jahresende Verbindlichkeiten von rund 18,26 Millionen Euro aus.

Im Vorjahr waren es noch rund 20,79 Millionen Euro.

Die Gesamtschuldenposition ist damit um rund 2,53 Millionen Euro gesunken.

Eigenkapital rechnerisch aufgezehrt

Besonders erklärungsbedürftig ist die Eigenkapitaldarstellung.

Das Festkapital beträgt lediglich 10.000 Euro. Hinzu kommen variable Kapitalkonten von rund 200.877 Euro.

Dem steht der Jahresfehlbetrag von rund 258.922 Euro gegenüber.

Unter dem Strich ergibt sich daraus ein negativer Saldo von 48.044,88 Euro. Dieser wird in der Bilanz durch einen entsprechenden „nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil der Kommanditisten“ ausgeglichen.

Wichtig ist die genaue Einordnung:

Dieser bilanzielle Befund ist nicht automatisch mit Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenz gleichzusetzen.

Aus dem Jahresabschluss allein lässt sich eine solche Schlussfolgerung nicht ziehen.

Er zeigt aber, dass das ausgewiesene Kommanditkapital einschließlich der variablen Kapitalkonten durch den Jahresverlust zum Bilanzstichtag rechnerisch aufgezehrt wird.

Woher kommen die knapp zwei Millionen Euro Umsatz?

Der Windpark erzielte 2025 insgesamt rund 1,986 Millionen Euro Umsatz.

Der größte Teil stammt aus Einspeisevergütungen.

Diese beliefen sich auf rund 1,657 Millionen Euro und lagen damit sogar über dem Vorjahreswert von rund 1,467 Millionen Euro.

Deutlich zurückgegangen sind dagegen die Marktprämien: von rund 491.000 auf 248.000 Euro.

Hinzu kamen rund 43.000 Euro Direktvermarktungsentgelt und etwa 38.000 Euro Kompensationen für Ertragsausfälle.

Die Umsatzstruktur hat sich damit deutlich verschoben, obwohl die Gesamterlöse nur moderat zurückgingen.

Wartung und Pacht als größte laufende Kostenblöcke

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von rund 381.000 Euro bilden Service und Wartung den größten Einzelposten.

Dafür fielen etwa 120.000 Euro an.

Es folgen Pachtzahlungen von rund 102.000 Euro sowie eine Partizipationsvergütung nach EEG von etwa 43.000 Euro.

Für technische und kaufmännische Betriebsführung wurden rund 30.000 Euro aufgewendet, für Fremdleistungen und Fremdarbeit etwa 28.000 Euro und für Strombezug rund 21.000 Euro.

Hinzu kamen 15.000 Euro Zuführung zur Rückbaurückstellung.

Weitere 2,1 Millionen Euro Verpflichtungen aus Wartungsvertrag

Neben den bilanzierten Schulden bestehen weitere vertragliche Verpflichtungen.

Die Gesellschaft beziffert die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus geschlossenen Verträgen mit Bedeutung für ihre Finanzlage auf rund 2,097 Millionen Euro.

Diese resultieren aus einem Wartungsvertrag für die Windenergieanlagen.

Wichtig: Diese 2,097 Millionen Euro dürfen nicht einfach zu den 18,26 Millionen Euro bilanzierten Verbindlichkeiten addiert und anschließend als „Schulden“ bezeichnet werden.

Es handelt sich um zukünftige vertragliche Verpflichtungen, die nicht als Schuldposten in der Bilanz ausgewiesen sind.

Die Zahl zeigt dennoch, dass der Betrieb des Windparks auch für die Zukunft mit erheblichen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen verbunden ist.

Rückstellungen sinken deutlich

Entlastung gibt es bei den Rückstellungen.

Sie reduzierten sich von rund 265.451 Euro auf 149.899 Euro.

Davon entfallen 64.000 Euro auf Steuerrückstellungen und rund 85.899 Euro auf sonstige Rückstellungen.

Nach Angaben im Anhang betreffen die sonstigen Rückstellungen insbesondere Rückbauverpflichtungen sowie Kosten für die Erstellung der Steuererklärungen.

PROKON Regenerative Energien eG ist Muttergesellschaft

Der Windpark gehört zum Konzern der PROKON Regenerative Energien eG in Itzehoe.

Die Genossenschaft erstellt nach Angaben im Jahresabschluss den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Konsolidierungskreis. Die Windparkgesellschaft wird darin einbezogen.

Die Geschäftsführung und Vertretung der Windparkgesellschaft liegt bei der persönlich haftenden Gesellschafterin PROKON Windenergieanlagen Verwaltungsgesellschaft mbH.

Fazit: Hohe Investitionen treffen auf Verlust und geschrumpfte Liquidität

Der Jahresabschluss 2025 des PROKON Windpark Langenbach verdient einen genaueren Blick.

Auf der einen Seite stehen erhebliche Investitionen: Mehr als 3,06 Millionen Euro kamen bei den technischen Anlagen hinzu. Gleichzeitig wurden Bankkredite um rund 1,06 Millionen Euro und die gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten um etwa 2,53 Millionen Euro reduziert.

Auf der anderen Seite stehen deutliche Belastungssignale.

Aus einem Gewinn von 115.088 Euro wurde ein Verlust von 258.922 Euro. Die Abschreibungen stiegen auf knapp 1,29 Millionen Euro, die Zinsaufwendungen auf fast 615.000 Euro. Das Bankguthaben sank innerhalb eines Jahres von 5,20 Millionen auf nur noch 826.000 Euro.

Zudem weist die Bilanz einen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil der Kommanditisten von rund 48.000 Euro aus. Daraus allein kann zwar weder Zahlungsunfähigkeit noch eine Insolvenz abgeleitet werden. Der Posten zeigt jedoch, dass der Jahresverlust das ausgewiesene Kommanditkapital einschließlich der variablen Kapitalkonten zum Stichtag rechnerisch übersteigt.

Das entscheidende Detail dürfte deshalb die Millioneninvestition sein: Was genau wurde 2025 für mehr als drei Millionen Euro am Windpark angeschafft beziehungsweise erweitert – und welchen wirtschaftlichen Effekt sollen diese Investitionen künftig bringen?

Diese Frage beantwortet der veröffentlichte Jahresabschluss nicht. Für die Beurteilung der weiteren Entwicklung dürfte sie jedoch wesentlich sein.

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