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MultiManager Fonds 3: Gute Wertentwicklung bei breiter Streuung – hohe Kosten bleiben der zentrale Schwachpunkt

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des MultiManager Fonds 3 für den Zeitraum vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026 zeigt insgesamt ein positives Anlagejahr. Der aktiv gemanagte Dachfonds verfolgt eine ausgewogene Strategie aus Aktien-, Renten- und Mischfonds und erzielte im Berichtszeitraum eine Wertentwicklung von 8,73 % bei einer Volatilität von 5,95 %. Damit konnte der Fonds einen deutlichen Kapitalzuwachs erreichen, ohne dass die Schwankungsintensität außergewöhnlich hoch war. Positiv zu beurteilen ist zudem die breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Fondsmanager.

Zum Geschäftsjahresende war das Portfolio allerdings vergleichsweise offensiv positioniert. 60,10 % des Fondsvermögens entfielen auf Aktienfonds, 36,07 % auf Rentenfonds und 3,66 % auf geldmarktnahe Fonds. Das Fondsvermögen betrug rund 40,55 Mio. Euro. Die Aktienquote wurde während des Jahres bewusst erhöht, während der Rentenanteil zurückging. Dadurch profitierte der Fonds von den steigenden Aktienmärkten, gleichzeitig ist das Portfolio gegenüber stärkeren Börsenkorrekturen empfindlicher geworden.

Auch die längerfristige Entwicklung ist positiv. Der Anteilwert stieg von 97,12 Euro zum 31. Mai 2023 auf 119,70 Euro zum 31. Mai 2026. Allein gegenüber dem Vorjahreswert von 110,59 Euro ergibt sich ein deutlicher Wertzuwachs. Allerdings fehlt eine feste Benchmark. Da sich der Fonds ausdrücklich an keinem Vergleichsindex orientiert, lässt sich nur eingeschränkt beurteilen, ob das aktive Management tatsächlich einen Mehrwert gegenüber einer kostengünstigen Kombination aus Aktien- und Anleihe-ETFs geschaffen hat.

Ein genauerer Blick auf die Ergebnisrechnung zeigt zudem, dass die positive Gesamtperformance überwiegend aus Kurs- und Veräußerungsgewinnen stammt. Die laufenden Erträge beliefen sich lediglich auf rund 269.500 Euro, während Aufwendungen von etwa 674.900 Euro entstanden. Daraus resultierte ein negativer ordentlicher Nettoertrag von rund 405.300 Euro. Erst die realisierten Gewinne von rund 2,55 Mio. Euro sowie positive nicht realisierte Wertveränderungen führten zu einem Gesamtergebnis von rund 3,29 Mio. Euro. Für Anleger bedeutet dies, dass die gute Jahresperformance stark von günstigen Kapitalmarktentwicklungen und erfolgreichen Umschichtungen abhängig war und weniger von laufenden Erträgen wie Zinsen oder Ausschüttungen.

Kritisch sind insbesondere die Kosten. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,57 %, zusätzlich fiel eine erfolgsabhängige Vergütung von 0,57 % des durchschnittlichen Fondsvermögens an. Damit liegt die Kostenbelastung deutlich über der vieler passiver ETF-Portfolios. Gerade bei einem Dachfonds ist dies wichtig, weil neben den direkten Kosten des Fonds auch Kosten der enthaltenen Zielfonds berücksichtigt werden müssen. Langfristig können solche Kosten einen erheblichen Teil der erzielten Rendite aufzehren.

Bemerkenswert ist außerdem, dass Anleger im Berichtsjahr netto Kapital abgezogen haben. Den Mittelzuflüssen von rund 314.000 Euro standen Rücknahmen von etwa 2,32 Mio. Euro gegenüber, sodass sich ein Netto-Mittelabfluss von rund 2,01 Mio. Euro ergab. Trotzdem erhöhte sich das Fondsvermögen von 39,40 Mio. Euro auf 40,55 Mio. Euro, da das positive Anlageergebnis die Abflüsse mehr als kompensieren konnte. Die Abflüsse sind für Anleger dennoch ein Beobachtungspunkt, da sie auf eine zurückhaltende Nachfrage beziehungsweise Anteilsrückgaben bestehender Anleger hinweisen können.

Auf der Risikoseite überzeugt die breite Streuung. Aktien-, Zins-, Währungs-, Bonitäts- und Liquiditätsrisiken werden über verschiedene Zielfonds und Regionen verteilt. Dennoch bestehen insbesondere durch die hohe Aktienquote, High-Yield- und Emerging-Market-Anlagen sowie indirekte Fremdwährungspositionen relevante Risiken. Das Fondsmanagement weist außerdem auf geopolitische Unsicherheiten, Inflation, Zinsentwicklungen und andere externe Belastungsfaktoren hin.

Positiv zu bewerten ist schließlich, dass der Jahresbericht von PricewaterhouseCoopers geprüft wurde. Der Abschlussprüfer kommt zu dem Ergebnis, dass der Bericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein angemessenes Bild der tatsächlichen Verhältnisse des Fonds vermittelt.

Anlegerfazit: Der MultiManager Fonds 3 hat im Geschäftsjahr 2025/2026 mit einer Rendite von 8,73 % ein gutes Ergebnis erzielt. Die breite Diversifikation, die moderate Volatilität und die positive mehrjährige Entwicklung sprechen für das Anlagekonzept. Gegen eine uneingeschränkt positive Einschätzung sprechen jedoch die hohe Kostenbelastung, die fehlende Benchmark und der negative ordentliche Nettoertrag. Die Rendite beruhte hauptsächlich auf Kurs- und Veräußerungsgewinnen. Für Anleger, die ein aktiv gesteuertes und breit diversifiziertes Portfolio bevorzugen, kann der Fonds interessant sein. Kostenbewusste Anleger sollten jedoch kritisch prüfen, ob die aktive Steuerung langfristig einen ausreichend hohen Mehrwert gegenüber deutlich günstigeren ETF-Lösungen liefert.

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