Die Spree Photovoltaik GmbH aus Kleinmachnow ist in ein vorläufiges Insolvenzverfahren geraten. Das Amtsgericht Potsdam ordnete am 7. September 2026 um 12 Uhr die vorläufige Verwaltung des Gesellschaftsvermögens an. Das Verfahren wird beim Insolvenzgericht unter dem Aktenzeichen 650 IN 216/26 geführt.
Das Unternehmen hat seinen Firmensitz in der Fahrenheitstraße 19, 14532 Kleinmachnow, und ist beim Amtsgericht Potsdam unter HRB 39652 eingetragen. Gesetzlich vertreten wird die Gesellschaft durch Geschäftsführer Peter Eickmeier.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dirk Semmelmann aus Berlin. Verfügungen der Spree Photovoltaik GmbH über ihr Vermögen sind seit der gerichtlichen Anordnung nur noch mit seiner Zustimmung wirksam. Dies gilt ausdrücklich auch für die Einziehung offener Forderungen gegenüber Kunden und anderen Geschäftspartnern.
Spree Photovoltaik trat als „PV Green Berlin“ auf
Die Spree Photovoltaik GmbH war operativ unter der Bezeichnung „PV Green Berlin“ tätig. Dabei handelte es sich um einen regionalen Standort des aus mehreren rechtlich selbstständigen Partnerunternehmen bestehenden PV-Green-Verbundes.
Nach der Außendarstellung von PV Green organisierte jeder Standort den Vertrieb, die Planung, die Installation und die regionale Werbung in eigener Verantwortung. Für den Standort Berlin beziehungsweise Kleinmachnow wurde ausdrücklich die Spree Photovoltaik GmbH als verantwortliches Unternehmen genannt. Das Insolvenzverfahren betrifft daher zunächst diese einzelne Gesellschaft und nicht automatisch sämtliche anderen PV-Green-Standorte.
Die Geschäftstätigkeit der Spree Photovoltaik GmbH ging über den bloßen Verkauf von Solarmodulen hinaus. Das Unternehmen war als Anbieter und Installationsbetrieb für komplette Photovoltaiklösungen positioniert. Angeboten wurden insbesondere:
- Planung und Errichtung von Photovoltaikanlagen,
- Lieferung und Installation von Stromspeichern,
- Aufbau von Wallboxen für Elektrofahrzeuge,
- Mini-Photovoltaikanlagen und Balkonkraftwerke,
- Energiemanagementsysteme,
- Photovoltaikanlagen für Gewerbebetriebe sowie
- Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten und zum Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms.
Der Standort warb zudem mit eigenen Montageteams aus Elektrikern und Solarteuren. Nach der unternehmenseigenen Darstellung sollten die Anlagen ohne den Einsatz externer Nachunternehmer installiert werden. Ob dies bei sämtlichen Projekten tatsächlich so umgesetzt wurde, lässt sich anhand der öffentlich zugänglichen Angaben nicht überprüfen.
Tätigkeit im Raum Berlin und im südwestlichen Umland
Der operative Schwerpunkt lag nach der Selbstdarstellung auf privaten Haushalten und Unternehmen in Berlin sowie im südwestlichen Berliner Umland. Von Kleinmachnow aus sollten Kunden von der ersten Beratung über die technische Planung bis zur Montage und Inbetriebnahme der Anlage begleitet werden.
Neben klassischen Dachanlagen für Einfamilienhäuser richtete sich das Angebot auch an Gewerbekunden. Für diese wurden größere Photovoltaikanlagen und Lösungen zur betrieblichen Ladeinfrastruktur angeboten. Stromspeicher und Energiemanagementsysteme sollten dafür sorgen, dass ein möglichst großer Teil des erzeugten Solarstroms unmittelbar vor Ort genutzt werden konnte.
Die Internetseite des Standortes war zum Zeitpunkt der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung weiterhin erreichbar. Dort wurden weiterhin Photovoltaikanlagen, Speicher, Wallboxen, Balkonkraftwerke und Gewerbeanlagen angeboten. Daraus lässt sich allerdings nicht zuverlässig schließen, ob noch neue Aufträge angenommen oder bereits begonnene Arbeiten uneingeschränkt fortgeführt werden.
Öffentlich präsentierte konkrete Bauprojekte waren auf der Standortseite zuletzt nicht abrufbar. Auch belastbare Angaben zu Umsatz, Auftragsbestand, Mitarbeiterzahl oder Zahl der installierten Anlagen liegen für die Spree Photovoltaik GmbH nicht vor.
Photovoltaikgeschäft erst seit 2024 unter heutiger Firma
Die im Handelsregister geführte Gesellschaft besteht rechtlich bereits seit 2015, war jedoch nicht von Anfang an unter ihrem heutigen Namen und mit ihrem gegenwärtigen Geschäftsgegenstand tätig. Ursprünglich wurde sie als Ellcon Modul UG (haftungsbeschränkt) eingetragen. Später firmierte sie unter anderem als Comterra Care GmbH und Comterra Concept GmbH.
Erst im Juli 2024 wurden der heutige Firmenname Spree Photovoltaik GmbH, der Sitz in Kleinmachnow und die neue Geschäftsführung in das Register aufgenommen. Peter Eickmeier übernahm zu diesem Zeitpunkt gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer die Leitung der Gesellschaft. Im August 2025 schied der zweite Geschäftsführer aus. Zugleich erhielten Matthias Huschke und Lars Michalak Einzelprokura.
Der Unternehmensgegenstand wurde im November 2024 nochmals angepasst und auf den Vertrieb sowie die Errichtung von Photovoltaikanlagen und des dazugehörigen Zubehörs ausgerichtet. Das unter der Bezeichnung „PV Green Berlin“ betriebene Solarunternehmen in seiner heutigen Form war damit erst seit vergleichsweise kurzer Zeit aktiv.
Noch keine Eröffnung des Insolvenzverfahrens
Die gerichtliche Entscheidung bedeutet noch nicht, dass das Insolvenzverfahren endgültig eröffnet wurde. Im vorläufigen Verfahren soll zunächst das noch vorhandene Vermögen gesichert und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens geprüft werden. Dazu gehört insbesondere die Frage, ob ausreichend Mittel vorhanden sind, um die Kosten eines regulären Insolvenzverfahrens zu decken.
Der vorläufige Insolvenzverwalter wird zudem untersuchen müssen, ob der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden kann und wie mit laufenden Kundenaufträgen umzugehen ist. Für Kunden können insbesondere noch nicht fertiggestellte Anlagen, bereits geleistete Anzahlungen, Gewährleistungsansprüche und ausstehende Wartungs- oder Reparaturarbeiten von Bedeutung sein.
Die Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters führt nicht automatisch dazu, dass sämtliche Verträge beendet sind. Ob bestehende Aufträge weiter ausgeführt werden, hängt von der wirtschaftlichen Situation und der Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters ab. Betroffene Kunden sollten daher keine zusätzlichen Zahlungen leisten oder neue Vereinbarungen treffen, ohne zuvor zu klären, ob und wie der jeweilige Auftrag fortgesetzt wird.
Zu den Ursachen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, zur Höhe der Verbindlichkeiten, zur Zahl der betroffenen Beschäftigten und zum Umfang noch offener Kundenaufträge enthält die Bekanntmachung des Amtsgerichts Potsdam keine Angaben. Offen ist ebenfalls, ob eine Sanierung, eine übertragende Lösung oder später die reguläre Eröffnung des Insolvenzverfahrens möglich sein wird. Das Verfahren über die am Firmensitz in der Fahrenheitstraße 19 in Kleinmachnow ansässige Spree Photovoltaik GmbH läuft unter dem Aktenzeichen 650 IN 216/26.