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apo Future Health 2025/26: Strategische Neuaufstellung trifft auf schwache Performance und massive Mittelabflüsse
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apo Future Health 2025/26: Strategische Neuaufstellung trifft auf schwache Performance und massive Mittelabflüsse

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des apo Future Health für die Anteilklassen K, R und I zeigt ein schwieriges Geschäftsjahr 2025/26. Der Fonds verfolgt weiterhin das Ziel, langfristig von Innovation, Transformation und Wachstum im globalen Gesundheitssektor zu profitieren. Gleichzeitig wurde das bisher stärker auf Digital Health fokussierte Konzept deutlich erweitert. Aus Anlegersicht stehen den langfristig interessanten strukturellen Themen jedoch eine enttäuschende Wertentwicklung, hohe Mittelabflüsse und teilweise erhebliche Kosten gegenüber.

Schwache Wertentwicklung in allen Anteilklassen

Die Anteilwerte gingen im Berichtsjahr deutlich zurück. Die institutionelle Anteilklasse I fiel von 12.963,45 Euro auf 11.947,35 Euro, was einem Rückgang von rund 7,8 % entspricht. Die R-Klasse sank von 61,55 auf 56,32 Euro bzw. um etwa 8,5 %, während die K-Klasse von 66,89 auf 61,66 Euro und damit ebenfalls um rund 7,8 % nachgab. Auch über einen längeren Zeitraum bleibt das Bild ernüchternd: Alle drei Anteilklassen notieren zum 31. Mai 2026 deutlich unter ihren Werten aus dem Geschäftsjahr 2023.

Das Marktumfeld erklärt einen Teil dieser Schwäche. Während internationale Aktienmärkte stark von Technologie-, KI- und Wachstumswerten getragen wurden, entwickelte sich Healthcare insgesamt schlechter. Insbesondere Medizintechnik, Healthcare-IT und krankenhausnahe Dienstleistungen standen zeitweise unter Druck. Zusätzlich belasteten regulatorische und handelspolitische Unsicherheiten in den USA. Dennoch bleibt für Anleger festzuhalten, dass das langfristige Ziel eines möglichst hohen Wertzuwachses zuletzt nicht erreicht wurde.

Massive Mittelabflüsse als Warnsignal

Noch auffälliger als die Kursverluste ist die Entwicklung des Fondsvolumens. Über alle Anteilklassen hinweg sank das Sondervermögen von rund 148,7 Mio. Euro auf 98,5 Mio. Euro, also um etwa ein Drittel. Ein erheblicher Teil davon ist auf Nettomittelabflüsse von insgesamt rund 40,6 Mio. Euro zurückzuführen.

Besonders betroffen war die mit Abstand größte R-Klasse: Hier standen Mittelzuflüssen von lediglich 4,9 Mio. Euro Rückgaben von rund 43,1 Mio. Euro gegenüber, sodass netto 38,2 Mio. Euro abflossen. Auch die I- und K-Klasse verzeichneten Nettoabflüsse.

Aus Anlegersicht ist diese Entwicklung kritisch. Starke Rückgaben sind zwar nicht automatisch ein Qualitätsurteil über die zukünftigen Chancen des Fonds, zeigen aber, dass erhebliche Anlegergelder abgezogen wurden. Bei anhaltenden Abflüssen könnte zudem die wirtschaftliche Attraktivität einzelner kleiner Anteilklassen zunehmend infrage gestellt werden.

Realisierte Verluste zeigen die Belastung des Portfolios

Auch die Ergebnisrechnung bestätigt das schwierige Jahr. Alle drei Anteilklassen schlossen mit einem negativen Geschäftsjahresergebnis ab. Besonders deutlich wird dies bei der R-Klasse: Realisierten Gewinnen von rund 11,5 Mio. Euro standen realisierte Verluste von 19,3 Mio. Euro gegenüber. Das realisierte Jahresergebnis betrug dadurch -8,4 Mio. Euro, bevor positive Veränderungen bei den nicht realisierten Positionen den Gesamtverlust auf rund -6,1 Mio. Euro reduzierten.

Auch bei der I-Klasse lagen die realisierten Verluste mit rund 4,37 Mio. Euro deutlich über den realisierten Gewinnen von 2,34 Mio. Euro; das Geschäftsjahresergebnis betrug rund -1,61 Mio. Euro. Damit wurden im Geschäftsjahr erhebliche Verluste tatsächlich realisiert und nicht lediglich als vorübergehende Buchverluste ausgewiesen.

Strategiewechsel bietet Chancen – verändert aber den Charakter des Fonds

Das Management reagierte auf die schwache Entwicklung mit einer deutlichen strategischen Anpassung. Im Februar 2026 wurden Longevity und Wellbeing als zusätzliche Themen aufgenommen, während innovative Medizintechnik und Digitalisierung weniger stark gewichtet wurden. Positionen wie Tandem Diabetes Care, Cognizant Technology Solutions und Omnicell wurden verkauft; gleichzeitig wurden EssilorLuxottica, Medtronic sowie defensivere Unternehmen wie Walmart und BJ’s Wholesale Club stärker berücksichtigt.

Dieser Schritt ist grundsätzlich nachvollziehbar. Prävention, gesundes Altern, Ernährung und Wohlbefinden eröffnen zusätzliche langfristige Wachstumsmöglichkeiten und reduzieren die Abhängigkeit vom klassischen Digital-Health-Segment.

Allerdings verändert sich dadurch auch das Profil des Fonds. Zu den größten Positionen gehören neben klassischen Gesundheitsunternehmen beispielsweise Eli Lilly mit 7,40 %, Taiwan Semiconductor mit 7,28 %, Apple mit 5,97 %, Amazon mit 5,72 % und NVIDIA mit 5,14 %. Allein diese fünf Positionen machen rund 31,5 % des Fondsvermögens aus. Dadurch entsteht einerseits eine Beteiligung an technologischen Megatrends, andererseits überschneidet sich das Portfolio zunehmend mit klassischen globalen Technologie- und Wachstumsfonds. Anleger sollten daher genau prüfen, ob diese breitere Interpretation von „Future Health“ ihrem gewünschten Anlageprofil entspricht.

Hohe Aktienquote und relevante Konzentrationsrisiken

Zum Stichtag waren 96,2 % des Fondsvermögens in Aktien und lediglich 2,88 % in Bankguthaben investiert. Damit bleibt der Fonds trotz der defensiveren Neuausrichtung praktisch vollständig den Schwankungen der Aktienmärkte ausgesetzt.

Zwar handelt es sich überwiegend um liquide, große börsennotierte Unternehmen, was das Liquiditätsrisiko reduziert. Gleichzeitig bestehen erhebliche Marktpreis- und Währungsrisiken, da zahlreiche Beteiligungen in US-Dollar und anderen Fremdwährungen gehalten werden. Hinzu kommen geopolitische Risiken sowie mögliche Auswirkungen der US-Zoll- und Gesundheitspolitik.

Kosten sind besonders bei der R-Klasse ein Nachteil

Die Kostenstruktur unterscheidet sich deutlich zwischen den Anteilklassen. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,86 % bei der I-Klasse, 0,87 % bei der K-Klasse, aber vergleichsweise hohe 1,55 % bei der R-Klasse. Zusätzlich weist der Bericht für das Geschäftsjahr ein Transaktionsvolumen von rund 194,8 Mio. Euro und Transaktionskosten von rund 132.000 Euro aus.

Gerade bei einer schwachen Wertentwicklung belastet eine TER von 1,55 % das Renditepotenzial erheblich. Für Privatanleger ist die R-Klasse daher aus Kostensicht deutlich weniger attraktiv als die günstigeren Anteilklassen, sofern diese zugänglich sind.

Positiv: liquide Titel, ESG-Rahmen und ordnungsgemäßer Jahresbericht

Zu den positiven Punkten gehören die überwiegend hohe Liquidität der gehaltenen Aktien sowie die breite Auswahl etablierter Unternehmen. Der Fonds berücksichtigt zudem ESG-Kriterien und fällt unter Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung. Der Bericht bestätigt außerdem, dass während des Geschäftsjahres keine Verstöße gegen die entsprechenden ESG-Ausschlusskriterien oder Anlagegrenzen festgestellt wurden.

Auch aus formaler Sicht gibt es keinen auffälligen Kritikpunkt: Der unabhängige Abschlussprüfer kommt zu dem Ergebnis, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds ermöglicht.

Fazit aus Anlegersicht

Der apo Future Health befindet sich in einer Phase der strategischen Neuorientierung. Die Erweiterung um Longevity, Wellbeing, Ernährung und Prävention ist langfristig interessant und könnte das Portfolio robuster machen. Gleichzeitig bleibt das aktuelle Zahlenbild klar belastet: rund 8 % Wertverlust im Geschäftsjahr, hohe realisierte Verluste, ein Rückgang des Fondsvolumens um rund ein Drittel und mehr als 40 Mio. Euro Nettomittelabflüsse sprechen dafür, dass der Fonds seine Anleger zuletzt nicht überzeugen konnte.

Besonders kritisch sind die Kombination aus schwacher mehrjähriger Wertentwicklung, starken Mittelabflüssen, hoher Aktienquote und der vergleichsweise hohen Kostenbelastung der R-Klasse. Hinzu kommt, dass durch große Positionen in TSMC, Apple, NVIDIA, Amazon oder Qualcomm die Grenzen zwischen einem spezialisierten Healthcare-Fonds und einem globalen Technologie-/Wachstumsfonds zunehmend verschwimmen.

Für einen Neueinstieg liefert der Jahresbericht daher noch kein eindeutiges Kaufsignal. Interessant könnte der Fonds als kleinere thematische Beimischung für langfristig orientierte und risikobereite Anleger sein, die ausdrücklich an eine Verbindung von Healthcare, Technologie, Longevity und Wellbeing glauben. Für eine größere Kernposition wären zunächst eine Stabilisierung der Mittelabflüsse und vor allem der Nachweis wünschenswert, dass die neue Strategie tatsächlich zu einer nachhaltig besseren Performance führt.

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