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KölnFondsStruktur 2025/26: Starkes Börsenjahr – doch höhere Rendite geht mit steigenden Kosten und Risiken einher

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht der von der Deka International S.A. verwalteten KölnFondsStruktur zum 30. April 2026 zeigt ein insgesamt ausgesprochen erfolgreiches Anlagejahr. Die vier Teilfonds Ertrag, Wachstum, Chance und ChancePlus erzielten durchweg positive Wertentwicklungen, wobei sich das bekannte Muster bestätigte: Mit steigender Aktienquote erhöhten sich sowohl Rendite als auch Risiko. Gleichzeitig sollte aus Anlegersicht berücksichtigt werden, dass die offensiveren Varianten deutlich höhere laufende Kosten aufweisen und der verstärkte Einsatz von Derivaten das tatsächliche Marktexposure zusätzlich erhöht. Der Abschluss wurde geprüft; der Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt.

Deutliche Unterschiede bei der Wertentwicklung

Die Renditerangfolge entspricht im Berichtsjahr weitgehend der Aktienquote. KölnFondsStruktur: Ertrag erzielte eine Wertentwicklung von 7,7 Prozent, bei einer annualisierten Rendite von 5,9 Prozent über drei Jahre und lediglich 1,3 Prozent über fünf Jahre. Beim ausgewogeneren Wachstum stieg die Jahresrendite bereits auf 12,6 Prozent; über drei Jahre wurden 8,4 Prozent p.a. und über fünf Jahre 3,1 Prozent p.a. erreicht.

Noch stärker entwickelten sich die aktienorientierten Varianten. Chance erreichte 17,8 Prozent im Berichtsjahr, 10,1 Prozent p.a. über drei Jahre und 5,0 Prozent p.a. über fünf Jahre. ChancePlus war mit 20,1 Prozent auf Jahressicht Spitzenreiter und erzielte über drei Jahre 10,2 Prozent p.a. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Fünfjahresrendite mit 4,2 Prozent p.a. unter den 5,0 Prozent von Chance liegt. Für langfristige Anleger ist dies wichtig: Das höchste Risikoprofil führte bislang nicht automatisch zur höchsten langfristigen Rendite.

Portfoliostruktur bestätigt die unterschiedlichen Risikoklassen

Beim defensivsten Teilfonds Ertrag entfielen zum Geschäftsjahresende 61,2 Prozent auf Rentenfonds und 24,4 Prozent auf Aktienfonds. Hinzu kamen gemischte Fonds mit 4,9 Prozent, Rohstoffzertifikate mit 4,0 Prozent und eine Barreserve beziehungsweise sonstige Positionen von 5,5 Prozent. Damit besitzt der Fonds zwar einen deutlichen Stabilitätspuffer, seine langfristige Rendite bleibt jedoch vergleichsweise niedrig.

Bei Wachstum beträgt die Aktienfondsquote bereits 46,7 Prozent, während 35,0 Prozent auf Rentenfonds entfallen. Rohstoffzertifikate machen 6,4 Prozent und gemischte Fonds 5,4 Prozent aus. Das ausgewogenere Verhältnis erklärt die höhere Rendite, ohne vollständig auf den stabilisierenden Effekt von Rentenanlagen zu verzichten.

Chance ist deutlich offensiver positioniert: Aktienfonds stellen 70,2 Prozent des Portfolios, während Rentenfonds nur noch 5,7 Prozent ausmachen. Auffällig ist gleichzeitig eine relativ hohe Barreserve von 14,5 Prozent sowie ein Anteil von 7,4 Prozent an Rohstoffzertifikaten. Der Fonds besitzt damit eine klare Aktienorientierung, ergänzt diese aber um taktische Liquiditäts- und Rohstoffpositionen.

Am aggressivsten ist ChancePlus mit 84,2 Prozent Aktienfonds, lediglich 3,3 Prozent Rentenfonds und 12,5 Prozent Barreserve beziehungsweise sonstigen Positionen. Für Anleger bedeutet dies eine besonders starke Abhängigkeit von der Entwicklung der internationalen Aktienmärkte.

Aktives Management konnte mehrere Marktchancen erfolgreich nutzen

Positiv fällt die aktive Steuerung der Portfolios auf. Das Fondsmanagement reduzierte beispielsweise Engagements in europäischen High-Yield-Anleihen angesichts historisch niedriger Risikoaufschläge und erhöhte nach einem späteren Spreadanstieg wieder die Allokation in europäische Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Im Aktienbereich bildeten Europa und die USA die Schwerpunkte, ergänzt durch Japan, Schwellenländer sowie Branchenpositionierungen wie europäische Gesundheits- und Finanzwerte.

Auch Rohstoffe lieferten positive Performancebeiträge. Insbesondere Gold, Silber und Industriemetalle konnten taktisch genutzt werden. Bei Chance entwickelten sich zusätzlich Schwellenländer erfreulich, während chinesische Aktien einen negativen Beitrag leisteten. Bei ChancePlus wirkten unter anderem verstärkte Schwellenländerpositionen und die strategische Allokation im europäischen Verteidigungssektor positiv, während ebenfalls chinesische Aktien belasteten.

Derivate erhöhen das tatsächliche Marktexposure

Ein zentraler Punkt für die Risikobeurteilung ist der intensive Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Bei Ertrag erhöhten Derivate den wirtschaftlichen Investitionsgrad um 14,7 Prozentpunkte, bei Wachstum sogar um 25,0 Prozentpunkte. Bei Chance betrug der entsprechende Effekt 18,3 Prozentpunkte und bei ChancePlus 15,1 Prozentpunkte.
Dadurch kann die wirtschaftliche Marktposition deutlich höher sein, als es die reine Aufteilung des Fondsvermögens vermuten lässt. Derivate ermöglichen zwar eine effiziente taktische Steuerung und Absicherung, erhöhen bei einem Einsatz zu Investitionszwecken jedoch zugleich das Verlust- und teilweise auch das Hebelrisiko.

Kosten steigen mit dem Risikoprofil deutlich

Aus Anlegersicht besonders relevant ist die Kostenstruktur. Die laufenden Kosten beziehungsweise Gesamtkostenquote betrugen bei Ertrag 1,09 Prozent, bei Wachstum 1,20 Prozent, bei Chance 1,51 Prozent und bei ChancePlus sogar 1,93 Prozent.
Gerade bei ChancePlus stellt eine Kostenbelastung von knapp zwei Prozent jährlich eine erhebliche Hürde dar. Hinzu kommt, dass die ausgewiesenen Gesamtkostenquoten mögliche zusätzliche Kosten auf Ebene der gehaltenen Zielfonds nicht vollständig erfassen. Für langfristige Anleger ist diese Fonds-in-Fonds-Struktur daher kostenmäßig kritisch zu betrachten, da sich Gebühren auf mehreren Ebenen kumulieren können.

Trotz guter Performance ziehen Anleger weiterhin Kapital ab

Ein auffälliges Signal ist die Entwicklung der Mittelbewegungen. Alle vier Teilfonds verzeichneten Nettoabflüsse. Bei Ertrag betrug der Mittelabfluss netto rund 2,87 Mio. Euro, bei Wachstum 2,82 Mio. Euro, bei Chance 3,03 Mio. Euro und bei ChancePlus 0,84 Mio. Euro. Insgesamt flossen damit während des Geschäftsjahres netto rund 9,57 Mio. Euro aus der Fondsfamilie ab.

Dies ist bemerkenswert, da gleichzeitig ein ausgesprochen starkes Anlageergebnis erzielt wurde. Die positive Marktentwicklung konnte die Mittelabflüsse insbesondere bei den offensiven Varianten mehr als kompensieren. So stieg das Fondsvermögen von Chance trotz der Abflüsse von rund 45,66 Mio. Euro auf 49,65 Mio. Euro; der Anteilwert erhöhte sich auf 82,10 Euro. Auch ChancePlus wuchs von rund 26,09 Mio. Euro auf 29,91 Mio. Euro, wobei der Anteilwert 71,40 Euro erreichte.

Bei Ertrag hingegen sank das Fondsvermögen von rund 26,81 Mio. Euro auf 25,44 Mio. Euro, obwohl der Fonds positiv performte. Die anhaltenden Rückgaben von Anteilen sollten beobachtet werden, da sie auf eine rückläufige Anlegernachfrage nach der Fondsfamilie hindeuten können.

Ausschüttungen liefern zusätzlichen laufenden Ertrag

Die Fonds schütten zudem Erträge aus. Für das Geschäftsjahr wurden Ausschüttungen von 1,01 Euro je Anteil bei Ertrag, 1,05 Euro bei Wachstum, 1,78 Euro bei Chance und 1,55 Euro bei ChancePlus beschlossen. Damit bieten die Fonds neben der Kursentwicklung einen laufenden Ertragsbestandteil.

Fazit aus Anlegersicht

Der Jahresbericht fällt insgesamt positiv, aber nicht uneingeschränkt überzeugend aus. Das Fondsmanagement nutzte das günstige Aktienmarktumfeld sowie taktische Chancen bei Rohstoffen, Schwellenländern und Unternehmensanleihen erfolgreich. Insbesondere Chance und ChancePlus erzielten mit 17,8 beziehungsweise 20,1 Prozent beeindruckende Jahresrenditen.

Für langfristige Anleger ist jedoch eine differenziertere Betrachtung erforderlich. Ertrag bietet die defensivste Struktur und die niedrigsten Kosten, weist mit nur 1,3 Prozent p.a. über fünf Jahre jedoch eine schwache langfristige Rendite auf. Wachstum erscheint als ausgewogener Mittelweg zwischen Renditechance und Risiko. Chance liefert derzeit das überzeugendste langfristige Verhältnis: Trotz geringerer Aktienquote und geringerer Kosten als ChancePlus liegt seine Fünfjahresrendite mit 5,0 Prozent p.a. über der von ChancePlus. ChancePlus bietet zwar das höchste kurzfristige Renditepotenzial, verlangt dafür aber eine sehr hohe Aktienmarktabhängigkeit und mit 1,93 Prozent die mit Abstand höchste laufende Kostenquote.

Besonders kritisch sollten Anleger deshalb drei Faktoren beobachten: die hohen und mit dem Risikoprofil steigenden Kosten, die fortgesetzten Nettomittelabflüsse sowie den erheblichen Einsatz von Derivaten. Für risikobereite Anleger mit langem Anlagehorizont erscheint innerhalb der Fondsfamilie derzeit insbesondere KölnFondsStruktur: Chance interessant, während ChancePlus nur dann einen klaren Mehrwert bietet, wenn die zusätzliche Aktienorientierung künftig dauerhaft genügend Mehrrendite erwirtschaftet, um die höheren Kosten und Risiken zu rechtfertigen.

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