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Windpark Himmelwald rutscht mit 435.000 Euro ins Minus – Eigenkapital bricht um zwei Drittel ein

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die ENERGREEN Windpark Himmelwald GmbH & Co. KG hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich. Die Bilanzsumme schrumpft deutlich, die Gesellschaft weist einen Jahresfehlbetrag von 435.496,03 Euro aus und ihr Eigenkapital fällt innerhalb eines Jahres von gut zwei Millionen Euro auf nur noch 668.413,80 Euro.

Besonders auffällig ist die Geschwindigkeit dieser Entwicklung: Rechnerisch hat die Windparkgesellschaft innerhalb eines Geschäftsjahres rund 66,8 Prozent ihres bilanziellen Eigenkapitals verloren. Die Eigenkapitalquote fällt dadurch von knapp 15 Prozent auf nur noch rund 5,7 Prozent.

Gleichzeitig gibt es allerdings eine wichtige Gegenbewegung: Auch die Verbindlichkeiten gehen zurück. Und fast 99 Prozent der ausgewiesenen Schulden besitzen nach den Angaben im Anhang eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Das relativiert den unmittelbaren Liquiditätsdruck erheblich.

Der Jahresabschluss der ENERGREEN Windpark Himmelwald GmbH & Co. KG umfasst das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2024 bis zum 30. Juni 2025. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Heidesheim am Rhein und ist beim Amtsgericht Mainz unter HRA 42045 eingetragen. Sie wird nach den handelsrechtlichen Größenklassen als kleine Personengesellschaft eingeordnet. Auf einen Lagebericht wurde verzichtet.

Damit fehlen allerdings ausführlichere Erläuterungen der Geschäftsführung zur wirtschaftlichen Entwicklung. Insbesondere wird aus den veröffentlichten Angaben nicht ersichtlich, welche operative Entwicklung den hohen Jahresfehlbetrag verursacht hat.

Aus kleinem Plus wird Verlust von 435.496 Euro

Die wohl wichtigste Zahl des Abschlusses steht unmittelbar auf der Passivseite der Bilanz.

Für das Geschäftsjahr 2024/25 weist ENERGREEN Windpark Himmelwald einen Jahresfehlbetrag von 435.496,03 Euro aus.

Im Vorjahr war an dieser Stelle noch ein positiver Betrag von 52.949,35 Euro ausgewiesen.

Damit hat sich die Ergebnissituation innerhalb eines Jahres deutlich verschlechtert. Aus einem positiven Vorjahresergebnis wurde ein Verlust von mehr als 435.000 Euro.

Warum dieser Ergebnisumschwung eingetreten ist, lässt sich aus der veröffentlichten Fassung allerdings nicht im erforderlichen Detail nachvollziehen.

Der Anhang erklärt zwar, dass der Abschluss aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang besteht. Die vollständigen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind in dem vorliegenden veröffentlichten Dokument jedoch nicht enthalten.

Damit fehlen für eine tiefergehende wirtschaftliche Analyse entscheidende Größen wie Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge, Zinsaufwendungen und die genaue Höhe der Abschreibungen.

Es wäre deshalb nicht seriös, den Verlust beispielsweise pauschal auf schlechte Windverhältnisse, niedrige Strompreise oder hohe Finanzierungskosten zurückzuführen.

Der Abschluss belegt den Verlust – seine konkrete operative Ursache lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen dagegen nicht vollständig bestimmen.

Eigenkapital fällt von 2,01 Millionen auf 668.414 Euro

Noch deutlicher zeigt sich die Veränderung beim Eigenkapital.

Zum 30. Juni 2024 standen noch 2.013.563,10 Euro Eigenkapital in der Bilanz.

Ein Jahr später sind es lediglich 668.413,80 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 1,35 Millionen Euro beziehungsweise 66,8 Prozent.

Die Kapitalanteile der Kommanditisten verminderten sich gleichzeitig von 1.960.613,75 Euro auf 1.103.909,83 Euro.

Das ist ein Rückgang um rund 43,7 Prozent.

Allein der ausgewiesene Jahresfehlbetrag von 435.496,03 Euro erklärt die gesamte Eigenkapitalveränderung damit nicht.

Aus den veröffentlichten Angaben lässt sich nicht eindeutig rekonstruieren, welche zusätzlichen Veränderungen auf den Kapitalkonten der Kommanditisten stattgefunden haben. Aussagen über konkrete Ausschüttungen oder Entnahmen wären ohne weitere Angaben deshalb spekulativ.

Eigenkapitalquote fällt auf nur noch 5,7 Prozent

Für die wirtschaftliche Stabilität besonders relevant ist das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzsumme.

Zum 30. Juni 2024 betrug die Eigenkapitalquote rechnerisch noch rund 15,0 Prozent.

Zum 30. Juni 2025 sind es nur noch etwa 5,7 Prozent.

Damit werden rund 94 Prozent der Bilanzsumme durch andere Passivpositionen als Eigenkapital finanziert.

Die Verbindlichkeiten allein entsprechen rund 85,6 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Eine niedrige Eigenkapitalquote bedeutet nicht automatisch, dass eine Gesellschaft zahlungsunfähig oder wirtschaftlich gefährdet ist. Gerade Windparks werden häufig über langfristiges Fremdkapital finanziert.

Trotzdem reduziert ein stark geschrumpftes Eigenkapital den bilanziellen Risikopuffer.

Weitere Verluste würden bei ansonsten unveränderten Verhältnissen schneller auf die verbleibende Eigenkapitalbasis durchschlagen.

Der Jahresfehlbetrag von 435.496 Euro entspricht bereits rund 65 Prozent des zum Bilanzstichtag noch vorhandenen Eigenkapitals.

Das zeigt, wie erheblich die Größenordnung des aktuellen Verlusts im Verhältnis zum verbleibenden bilanziellen Polster ist.

Bilanzsumme schrumpft um 1,76 Millionen Euro

Auch die gesamte Bilanz wird kleiner.

Die Bilanzsumme sinkt von 13.430.495,13 Euro auf 11.670.731,31 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 1,76 Millionen Euro beziehungsweise 13,1 Prozent.

Ein erheblicher Teil dieser Veränderung entfällt auf das Anlagevermögen.

Die Sachanlagen stehen zum 30. Juni 2025 noch mit 10.183.885 Euro in den Büchern. Ein Jahr zuvor waren es 11.770.988 Euro.

Der Rückgang beträgt damit rund 1,59 Millionen Euro beziehungsweise 13,5 Prozent.

Der Anhang erläutert, dass die Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt werden. Die Abschreibung erfolgt linear entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Außerplanmäßige Abschreibungen oder Wertberichtigungen wurden nach Angaben der Gesellschaft im Berichtsjahr nicht vorgenommen.

Das ist eine wichtige Information.

Der deutliche Rückgang des Sachanlagevermögens ist demnach nicht auf eine im Abschluss ausgewiesene außerplanmäßige Wertkorrektur zurückzuführen.

Auch Bankguthaben geht zurück

Das Umlaufvermögen sinkt ebenfalls, allerdings wesentlich moderater.

Zum Bilanzstichtag stehen 1.398.929,73 Euro in den Büchern. Im Vorjahr waren es 1.582.769,91 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 11,6 Prozent.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände vermindern sich von 230.523,74 Euro auf 195.260,16 Euro – ein Minus von rund 15,3 Prozent.

Auch das Bankguthaben fällt.

Zum 30. Juni 2024 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel von 1.352.246,17 Euro.

Ein Jahr später sind es noch 1.203.669,57 Euro.

Der Rückgang beträgt knapp 148.600 Euro beziehungsweise rund 11,0 Prozent.

Trotz des Rückgangs bleibt die Liquiditätsposition gemessen an den kurzfristig ausgewiesenen Verbindlichkeiten bemerkenswert komfortabel.

Nur rund 101.000 Euro Verbindlichkeiten kurzfristig

Denn von den insgesamt 9.990.915,57 Euro Verbindlichkeiten sollen laut Anhang lediglich 101.082,57 Euro innerhalb eines Jahres fällig werden.

Weitere 9.889.833 Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Für die Kategorie mit einer Restlaufzeit von mehr als einem und bis zu fünf Jahren wird kein Betrag ausgewiesen.

Damit besitzen rechnerisch rund 99 Prozent der Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Das ist für die Einschätzung der Finanzlage außerordentlich wichtig.

Denn eine Gesellschaft kann einen hohen absoluten Schuldenstand besitzen, ohne deshalb unmittelbar unter entsprechend hohem Liquiditätsdruck zu stehen.

Im Fall des Windparks Himmelwald ist die Verschuldung zwar hoch, aber nach der veröffentlichten Fälligkeitsstruktur extrem langfristig organisiert.

Den kurzfristigen Verbindlichkeiten von rund 101.000 Euro stehen liquide Mittel von rund 1,20 Millionen Euro gegenüber.

Das Bankguthaben ist damit rechnerisch fast zwölfmal so hoch wie die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten.

Das gesamte Umlaufvermögen übersteigt diese kurzfristigen Verpflichtungen sogar um fast das 14-Fache.

Kurzfristig vermittelt die Bilanz damit ein wesentlich entspannteres Bild als die niedrige Eigenkapitalquote zunächst vermuten lässt.

Schulden gehen um mehr als eine Million Euro zurück

Hinzu kommt: Die Verbindlichkeiten steigen nicht, sondern sinken.

Zum 30. Juni 2024 wurden noch 11.063.593,91 Euro ausgewiesen.

Ein Jahr später sind es 9.990.915,57 Euro.

Das entspricht einer Reduzierung um rund 1,07 Millionen Euro beziehungsweise 9,7 Prozent.

Auch die langfristigsten Verpflichtungen gehen zurück.

Die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren sinken von 10.988.709 Euro auf 9.889.833 Euro.

Das entspricht nahezu exakt einem Rückgang um zehn Prozent.

Wie diese Reduzierung finanziert wurde, lässt sich aus der Bilanz allein nicht vollständig rekonstruieren.

Von „Tilgung“ sollte deshalb nur gesprochen werden, soweit tatsächlich feststeht, dass es sich um Kreditverbindlichkeiten handelt und Zahlungen erfolgt sind. Sicher ist aus dem Abschluss zunächst lediglich, dass der ausgewiesene Bestand der Verbindlichkeiten deutlich niedriger ist als ein Jahr zuvor.

Neuer Passivposten von 692.135 Euro

Eine weitere auffällige Veränderung findet sich beim passiven Rechnungsabgrenzungsposten.

Im Vorjahr stand diese Position noch bei null Euro.

Zum 30. Juni 2025 werden plötzlich 692.134,88 Euro ausgewiesen.

Der Anhang erklärt die Position grundsätzlich: Dort werden Einnahmen erfasst, die bereits vor dem Bilanzstichtag eingegangen sind, wirtschaftlich aber Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Welche konkrete Zahlung hinter den 692.134,88 Euro steht, wird jedoch nicht erläutert.

Deshalb wäre es falsch, diesen Betrag einfach als Umsatz, Vorauszahlung eines bestimmten Vertragspartners oder zusätzliche Verschuldung zu interpretieren.

Fest steht lediglich, dass die Gesellschaft einen erheblichen Betrag erhalten hat, dessen Ertragswirkung bilanziell einem späteren Zeitraum zugeordnet wird.

Der neue Rechnungsabgrenzungsposten entspricht immerhin rund 5,9 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Rückstellungen gehen leicht zurück

Die Rückstellungen vermindern sich von 353.338,12 Euro auf 319.267,06 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 9,6 Prozent.

Der Anhang liefert hier zumindest eine inhaltliche Einordnung.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Abschluss- und Prüfungskosten, Pachten sowie Rückbauverpflichtungen.

Gerade Rückbauverpflichtungen spielen bei Windparks eine wichtige Rolle.

Nach dem Ende der Betriebsdauer können Kosten für Demontage und Wiederherstellung der Flächen entstehen. Dafür müssen wirtschaftlich entsprechende Verpflichtungen berücksichtigt werden.

Eine Angabe zum Eigenkapital wirft Fragen auf

Der Anhang enthält außerdem eine auffällige Formulierung.

Unter der Überschrift „Eigenkapital“ heißt es: „Das Eigenkapital mit 5.000,00 € ist mit dem Nennbetrag angesetzt.“

Das passt auf den ersten Blick nicht zu der Bilanz.

Dort wird das gesamte Eigenkapital mit 668.413,80 Euro ausgewiesen. Die Kapitalanteile der Kommanditisten betragen sogar 1.103.909,83 Euro, denen der Jahresfehlbetrag von 435.496,03 Euro gegenübersteht.

Ob sich die Angabe von 5.000 Euro auf einen speziellen gesellschaftsrechtlichen Kapitalbestandteil bezieht oder ob hier eine ungenaue beziehungsweise fehlerhafte Bezeichnung im veröffentlichten Anhang vorliegt, lässt sich anhand des Dokuments nicht auflösen.

Deshalb sollte daraus nicht vorschnell ein Bilanzierungsfehler abgeleitet werden.

Die Diskrepanz ist aber auffällig und erklärungsbedürftig.

Kein Prüfungsurteil eines Abschlussprüfers

Auch bei der Einordnung des Abschlusses selbst ist Genauigkeit wichtig.

Dem Dokument ist eine Bescheinigung der DELTAKAP Steuerberatungsgesellschaft mbH beigefügt.

Dabei handelt es sich nicht um einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eines Wirtschaftsprüfers.

Der Steuerberater erklärt ausdrücklich, dass der Jahresabschluss auf Grundlage der vorgelegten Bücher, Belege und Bestandsnachweise erstellt wurde. Diese Unterlagen seien nicht geprüft, sondern auf Plausibilität beurteilt worden.

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Eine Plausibilitätsbeurteilung besitzt nicht denselben Prüfungsumfang und dieselbe Aussagekraft wie eine gesetzliche Abschlussprüfung mit Prüfungsurteil.

Die Verantwortung für Buchführung, Inventar und Jahresabschluss verbleibt laut Bescheinigung bei den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft.

Geschäftsführung über ENERGREEN Management

Die Geschäftsführung erfolgt über die ENERGREEN Management GmbH aus Unterhaching.

Deren Stammkapital beträgt 25.000 Euro.

Als Geschäftsführer werden Dr. Benedikt Kormaier und Ralf Löbker genannt. Der Abschluss wurde am 2. September 2025 in Heidesheim am Rhein unterzeichnet und am selben Tag festgestellt beziehungsweise gebilligt.

Hohe Schulden – aber der Verlust ist derzeit das auffälligere Signal

Unter dem Strich ergibt sich deshalb ein differenziertes Bild.

Auf der einen Seite steht eine Gesellschaft mit fast zehn Millionen Euro Verbindlichkeiten und nur noch 668.414 Euro Eigenkapital.

Die Eigenkapitalquote ist innerhalb eines Jahres von rund 15 auf nur noch 5,7 Prozent gefallen.

Gleichzeitig schreibt der Windpark einen Jahresfehlbetrag von 435.496 Euro.

Setzte sich eine Verlustentwicklung dieser Größenordnung fort, würde das verbliebene bilanzielle Eigenkapital rechnerisch schnell weiter aufgezehrt. Daraus lässt sich allerdings ausdrücklich keine Prognose ableiten, denn der veröffentlichte Abschluss enthält keinen Lagebericht und keine Ergebnisplanung.

Auf der anderen Seite steht eine bemerkenswert langfristige Finanzierungsstruktur.

Von knapp zehn Millionen Euro Verbindlichkeiten sind nur rund 101.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Fast 9,89 Millionen Euro laufen länger als fünf Jahre.

Dazu verfügt die Gesellschaft über rund 1,20 Millionen Euro liquide Mittel.

Eine akute Liquiditätskrise lässt sich aus diesen Zahlen deshalb gerade nicht ableiten.

Das eigentliche Warnsignal des Abschlusses liegt an anderer Stelle: im kräftigen Verlust und im dramatisch geschrumpften Eigenkapitalpuffer.

Hinzu kommen zwei Punkte, die der veröffentlichte Abschluss offenlässt: Warum sich die Kapitalanteile der Kommanditisten um mehr als 856.000 Euro vermindert haben und warum im Anhang von 5.000 Euro Eigenkapital die Rede ist, obwohl die Bilanz 668.413,80 Euro ausweist.

Damit liefert der Windpark Himmelwald zum 30. Juni 2025 ein ungewöhnliches Gesamtbild: Die Schulden werden kleiner und sind extrem langfristig finanziert, während gleichzeitig der Jahresverlust steigt und das bilanzielle Eigenkapital innerhalb nur eines Geschäftsjahres um rund zwei Drittel zusammenschmilzt.

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung wird deshalb weniger die absolute Höhe der langfristigen Verbindlichkeiten entscheidend sein als die Frage, ob der Windpark nach dem Verlustjahr wieder nachhaltig in die Gewinnzone zurückkehrt.

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