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Zwei Betrugsfallen in einer: Fake-Jobs führen Opfer direkt in den Krypto-Investmentbetrug

ndemello (CC0), Pixabay

Kriminelle kombinieren zunehmend unterschiedliche Betrugsmaschen miteinander. Besonders perfide ist eine Variante, bei der Menschen zunächst mit einem vermeintlich lukrativen Heimarbeitsplatz geködert und anschließend in einen Krypto-Investmentbetrug weitergeleitet werden. Selbst wenn die Betroffenen bereits erhebliche Summen verloren haben, versuchen die Täter, noch mehr Geld aus ihnen herauszuholen.

Ein bekannt gewordener Fall zeigt, wie systematisch dabei vorgegangen wird. Ausgangspunkt ist ein vermeintliches Jobangebot über „handmadeshops.net“. Versprochen werden Heimarbeit, freie Zeiteinteilung, wenig Aufwand und vergleichsweise hohe Verdienstmöglichkeiten.

Nach der Anmeldung erhalten die Betroffenen über einen Messenger Kontakt zu einer angeblichen persönlichen Assistenz. Diese erklärt die vermeintliche Tätigkeit und weist fortlaufend Aufgaben zu. Für erledigte Aufträge erscheint auf einem eigens eingerichteten Benutzerkonto eine entsprechende Vergütung.

Zunächst sieht alles danach aus, als würde tatsächlich Geld verdient. Doch genau hier beginnt die eigentliche Falle.

Aus dem vermeintlichen Nebenjob wird eine Kostenfalle

Mit der Zeit werden die zugeteilten Aufgaben immer umfangreicher und kostspieliger. Reicht das angeblich bereits erwirtschaftete Guthaben nicht aus, um die nächste Aufgabe abzuschließen, sollen die Betroffenen die Differenz aus eigener Tasche einzahlen.

Befinden sich beispielsweise 470 Euro auf dem vermeintlichen Arbeitskonto und für die nächste Aufgabe werden 600 Euro benötigt, sollen die fehlenden 130 Euro zunächst selbst eingezahlt werden. Als Anreiz wird versprochen, dass nach Abschluss des Auftrags nicht nur das eingesetzte Geld, sondern zusätzlich ein attraktiver Gewinn zur Verfügung stehe.

Das Problem: Das auf der Plattform angezeigte Guthaben existiert tatsächlich nicht. Es handelt sich lediglich um Zahlen auf einer Internetseite. Während das Opfer echtes Geld überweist, werden ihm lediglich angebliche Gewinne gutgeschrieben.

Je mehr Geld eingezahlt wird, desto höher kann der dargestellte Kontostand steigen. Dadurch entsteht der Eindruck, die Tätigkeit sei außerordentlich profitabel.

Die nächste Falle wartet bei der Auszahlung

Spätestens wenn Betroffene ihr vermeintliches Guthaben auszahlen lassen möchten, zeigt sich die eigentliche Konstruktion des Betrugs.

Plötzlich müssen angeblich Gebühren oder Steuern bezahlt werden. Wer diese Forderungen erfüllt, erhält sein Geld trotzdem nicht. Stattdessen tauchen weitere Kosten auf. Neue Gebühren, zusätzliche Steuern oder andere angebliche Hindernisse sollen beseitigt werden.

Damit kann die Masche theoretisch immer weitergehen. Jede neue Zahlung wird mit der Aussicht begründet, dass anschließend endlich das gesamte Guthaben freigegeben werde.

Wer misstrauisch wird und die angeblichen Mitarbeiter mit einem Betrugsverdacht konfrontiert, wird beschwichtigt. Die Täter stellen ihr Unternehmen als seriös dar, versichern die Rechtmäßigkeit ihrer Tätigkeit oder versuchen sogar, emotionalen Druck aufzubauen.

Wenn kein Geld mehr da ist, beginnt Betrugsmasche Nummer zwei

Besonders gefährlich wird die neue Variante, wenn das Opfer erklärt, keine weiteren Einzahlungen mehr leisten zu können.

Anstatt den Kontakt abzubrechen, präsentieren die vermeintlichen Assistenten nun eine angeblich sichere Möglichkeit, schnell neues Geld zu verdienen: Kryptowährungen.

Im beschriebenen Fall wurde das Opfer an eine neue angebliche Mentorin vermittelt. Diese führte die betroffene Person an die Plattform „Z-Cash“ unter der Domain „fullzcash.vip“ heran.

Damit beginnt die zweite Betrugsfalle.

Auch dort sollen Einzahlungen vorgenommen werden. Wieder werden vermeintliche Gewinne angezeigt und erneut entstehen Schwierigkeiten, sobald eine Auszahlung verlangt wird. Angeblich müssen zunächst Gebühren oder Steuern bezahlt werden.

Das Grundprinzip bleibt damit identisch: Echtes Geld fließt an die Täter, während die angeblichen Gewinne lediglich auf dem Bildschirm existieren.

Täter drängen ihre Opfer sogar zum Verkauf ihres Eigentums

Besonders erschreckend ist der psychologische Druck, den die Täter ausüben können. Wenn Betroffene erklären, kein Geld mehr zu besitzen, wird ihnen teilweise vorgeschlagen, Kredite aufzunehmen, sich Geld von Freunden oder Angehörigen zu leihen oder sogar Eigentum zu verkaufen.

Damit nutzen die Kriminellen genau jene finanzielle Notlage aus, die sie zuvor selbst verursacht haben.

Hinzu kommt ein weiteres Warnsignal: Angebliche Gebühren und Steuern sollen häufig auf unterschiedliche Bankkonten von Privatpersonen im Ausland überwiesen werden. Es besteht der Verdacht, dass hierfür sogenannte Money-Mule-Konten beziehungsweise Konten von Finanzagenten verwendet werden könnten.

Das vermeintliche Guthaben ist der Köder

Psychologisch funktioniert die Masche vor allem deshalb, weil Betroffene ständig das Gefühl haben, kurz vor der Auszahlung zu stehen.

Wer bereits 1.000, 5.000 oder möglicherweise noch wesentlich mehr Geld eingezahlt hat und auf seinem Benutzerkonto einen hohen vermeintlichen Gewinn sieht, möchte das bereits investierte Geld nicht verloren geben. Eine weitere Zahlung erscheint dann möglicherweise als letzter notwendiger Schritt, um endlich an das gesamte Guthaben zu gelangen.

Genau darauf setzen die Täter.

Doch nach der nächsten Zahlung folgt die nächste Forderung. Eine tatsächliche Auszahlung erfolgt nicht.

Nach dem Betrug droht bereits die nächste Falle

Wer erkennt, dass er Opfer geworden ist, sollte keinesfalls weiteres Geld überweisen und den Kontakt zu den angeblichen Mitarbeitern abbrechen und blockieren.

Besondere Vorsicht ist anschließend vor sogenannten Recovery Scams geboten. Dabei kontaktieren Kriminelle Menschen, die bereits Geld durch Anlage- oder Kryptobetrug verloren haben. Sie behaupten beispielsweise, das verschwundene Geld aufspüren oder zurückholen zu können. Dafür müsse lediglich eine Gebühr gezahlt werden.

Damit beginnt möglicherweise die dritte Betrugsrunde.

Betroffene sollten deshalb sämtliche Kommunikation, Überweisungsbelege, Kontodaten, Wallet-Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Screenshots sichern und Anzeige bei der Polizei erstatten. Auch die eigene Bank sollte unverzüglich informiert werden. Selbst wenn eine Rückholung bereits überwiesener Beträge schwierig sein kann, sollte geprüft werden, ob Zahlungen noch gestoppt oder weitere Maßnahmen eingeleitet werden können.

Der Fall zeigt vor allem eines: Wenn ein angeblicher Arbeitgeber verlangt, dass Beschäftigte eigenes Geld einzahlen müssen, um Aufgaben erledigen oder ihren Lohn erhalten zu können, sollten sämtliche Alarmglocken schrillen. Ein seriöser Arbeitsplatz funktioniert nicht nach dem Prinzip: Erst zahlen, dann verdienen.

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