Zur Ergänzung: MAGGI hat das Verpackungsmaterial seiner Ravioli nach eigenen Angaben bereits umgestellt.
Öko-Test hat 52 Lebensmittel aus Konservendosen auf Bisphenol A (BPA) sowie die verwandten Stoffe Bisphenol S (BPS) und Bisphenol F (BPF) untersuchen lassen. Das Ergebnis: Viele Produkte enthalten nachweisbare Mengen der Chemikalien – besonders auffällig schnitten ausgerechnet die „Maggi Ravioli in Tomatensauce“ ab.
Maggi-Ravioli mit besonders hoher BPA-Belastung
Nach Angaben von Öko-Test enthält eine Portion Maggi Ravioli in Tomatensauce eine BPA-Menge, die 833-mal höher liegt als die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als gesundheitlich tolerabel eingestufte tägliche Aufnahmemenge.
BPA steht im Verdacht, hormonähnlich zu wirken und kann nach wissenschaftlicher Bewertung unter anderem die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Der Stoff gelangt vor allem über Lebensmittel in den menschlichen Körper, wenn er aus der Innenbeschichtung von Konservendosen in den Inhalt übergeht.
Weitere Produkte ebenfalls stark belastet
Neben den Ravioli wurden laut Öko-Test auch weitere Produkte als „sehr hoch“ belastet eingestuft, darunter:
- Bonduelle Erbsen & Möhrchen Feine Auslese
- Greenland Erbsen mit Möhren sehr fein (Penny)
Positive Ausnahmen
Nicht alle Dosen schnitten schlecht ab. Zwei Produkte waren im Test besonders positiv:
- Bio Primo Linseneintopf rustikal (dm) – laut Labor ohne nachweisbares BPA, BPS oder BPF.
- Sea Gold Heringsfilets geteilt in Tomatensauce (Netto) – ebenfalls ohne nachweisbare Bisphenole.
Bei vier weiteren Produkten wurden lediglich sehr geringe Spuren festgestellt.
Neue EU-Regeln sollen BPA aus Lebensmittelverpackungen verbannen
Seit Kurzem gelten in der Europäischen Union neue Vorschriften für Materialien mit Lebensmittelkontakt. Sie verbieten den gezielten Einsatz von Bisphenol A sowie weiterer besonders bedenklicher Bisphenole in Lebensmittelverpackungen. Hintergrund ist die drastische Absenkung der gesundheitlich tolerierbaren Aufnahmemenge durch die EFSA im Jahr 2023.
Empfehlung für Verbraucher
Öko-Test rät, den Verzehr von Dosenlebensmitteln möglichst zu reduzieren und häufiger auf frische oder alternativ verpackte Produkte auszuweichen. Bereits geöffnete Konserven sollten nicht in der Dose aufbewahrt, sondern in Glas- oder andere geeignete Behälter umgefüllt und im Kühlschrank gelagert werden.
Die Untersuchung zeigt, dass die Belastung zwischen einzelnen Produkten deutlich variiert und es inzwischen auch Dosenprodukte gibt, bei denen keine Bisphenole nachweisbar waren.
Zur Ergänzung: MAGGI hat das Verpackungsmaterial seiner Ravioli nach eigenen Angaben bereits umgestellt.