Die wpd Windpark Kladrum West GmbH aus Bremen hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen eine noch sehr kleine Gesellschaft mit überschaubarer Bilanzsumme. Auffällig sind vor allem der erneute Jahresverlust, eine Kapitalzuführung sowie die Verdoppelung der Finanzanlagen.
Die Bilanzsumme stieg zum 31. Dezember 2025 von 17.167 Euro auf 32.776 Euro und hat sich damit nahezu verdoppelt. Gleichzeitig erhöhte sich der Jahresfehlbetrag von 2.272 Euro auf 3.988 Euro.
Finanzanlagen verdoppeln sich
Das Anlagevermögen besteht vollständig aus Finanzanlagen. Diese erhöhten sich innerhalb eines Jahres von 10.500 Euro auf 20.500 Euro.
Nach den Angaben im Anhang handelt es sich bei den Finanzanlagen um Anteile an verbundenen Unternehmen, die grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet werden. Soweit erforderlich, wird ein niedrigerer beizulegender Wert berücksichtigt.
Der Anstieg um 10.000 Euro deutet somit auf eine Aufstockung der Beteiligungspositionen hin. Welche konkreten verbundenen Unternehmen dahinterstehen, geht aus dem veröffentlichten Abschluss nicht hervor.
Bankguthaben steigt deutlich
Auch die liquiden Mittel entwickelten sich nach oben. Zum Jahresende verfügte die Gesellschaft über 12.276 Euro, gegenüber 6.667 Euro Ende 2024.
Weitere Positionen des Umlaufvermögens – etwa Forderungen – werden nicht ausgewiesen.
Damit besteht das gesamte Vermögen der Gesellschaft im Wesentlichen aus zwei Positionen: 20.500 Euro Finanzanlagen und 12.276 Euro Liquidität.
20.000 Euro fließen in die Kapitalrücklage
Eine wesentliche Veränderung zeigt sich beim Eigenkapital.
Das gezeichnete Kapital blieb unverändert bei 25.000 Euro. Neu hinzugekommen ist allerdings eine Kapitalrücklage von 20.000 Euro.
Dadurch steigt das ausgewiesene Eigenkapital trotz des erneuten Verlustes von 15.392 Euro auf 31.403 Euro.
Die Eigenkapitalquote liegt damit rechnerisch bei rund 95,8 Prozent. Bank- oder sonstige Verbindlichkeiten werden zum Bilanzstichtag überhaupt nicht ausgewiesen.
Verluste summieren sich
Operativ beziehungsweise ergebnisseitig befindet sich die Gesellschaft weiterhin in der Verlustzone.
Der Verlustvortrag erhöhte sich auf 9.608 Euro. Hinzu kommt der Jahresfehlbetrag 2025 von 3.988 Euro.
Damit summieren sich Verlustvortrag und neuer Jahresverlust auf knapp 13.600 Euro.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Jahresfehlbetrag zudem um rund 76 Prozent erhöht. Für sich genommen ist das allerdings noch kein Hinweis auf wirtschaftliche Schwierigkeiten. Bei Projektgesellschaften können in frühen Entwicklungsphasen laufende Kosten entstehen, bevor ein Windpark nennenswerte Einnahmen erzielt.
Ob sich die wpd Windpark Kladrum West GmbH tatsächlich noch in einer solchen Projektentwicklungsphase befindet, wird im veröffentlichten Anhang jedoch nicht ausdrücklich erläutert.
Keine Verbindlichkeiten ausgewiesen
Bemerkenswert ist die Passivseite auch deshalb, weil zum Jahresende keine Verbindlichkeiten bilanziert werden.
Neben dem Eigenkapital von 31.403 Euro bestehen lediglich Rückstellungen in Höhe von 1.373 Euro. Im Vorjahr waren es 1.776 Euro.
Damit ist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag praktisch vollständig eigenkapitalfinanziert.
Das unterscheidet sie deutlich von bereits errichteten und fremdfinanzierten Windparkgesellschaften, bei denen häufig hohe Bankdarlehen für die Finanzierung der Anlagen in der Bilanz stehen.
Noch keine Windkraftanlagen in der Bilanz
Besonders interessant ist, was nicht in der Bilanz steht: Sachanlagen werden überhaupt nicht ausgewiesen.
Es finden sich somit zum 31. Dezember 2025 keine bilanzierten Windenergieanlagen, Grundstücke oder technischen Anlagen bei der Gesellschaft selbst.
Das spricht dafür, dass die wpd Windpark Kladrum West GmbH jedenfalls zu diesem Zeitpunkt bilanziell noch nicht die Struktur einer klassischen operativen Windpark-Betreibergesellschaft aufweist. Denkbar ist auch, dass wesentliche Projektaktivitäten über verbundene Unternehmen beziehungsweise Beteiligungen organisiert werden. Der Abschluss liefert hierzu jedoch keine weiteren Details.
Keine Angaben zu Umsatz oder laufenden Kosten
Eine Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorliegenden veröffentlichten Angaben nicht enthalten.
Deshalb lässt sich nicht erkennen, ob die Gesellschaft 2025 bereits Umsätze erzielte und aus welchen Positionen sich der Jahresfehlbetrag von knapp 4.000 Euro zusammensetzt.
Auch über den Stand eines möglichen Windparkprojekts, Genehmigungen, geplante Anlagenzahl, Investitionsvolumen oder einen möglichen Baubeginn macht der vorgelegte Jahresabschluss keine Angaben.
Teil des wpd-Konzerns
Die Gesellschaft gehört zum Konzern der wpd GmbH mit Sitz in Bremen. Nach Angaben im Anhang wird die wpd Windpark Kladrum West GmbH in deren Konzernabschluss einbezogen.
Geschäftsführer der Gesellschaft war im Geschäftsjahr Dr. Gernot Blanke.
Die Gesellschaft selbst hat ihren Sitz in Bremen und ist beim Amtsgericht Bremen unter HRB 36518 HB eingetragen.
Kleine Bilanz, aber deutlich mehr Kapital
Insgesamt vermittelt der Jahresabschluss das Bild einer sehr kleinen Gesellschaft, deren Bilanz sich 2025 vor allem durch zusätzliche Kapitalausstattung und höhere Beteiligungswerte verändert hat.
Die Kapitalrücklage von 20.000 Euro sorgt dafür, dass das Eigenkapital trotz des gestiegenen Jahresverlusts deutlich zunimmt. Gleichzeitig wurden die Finanzanlagen um 10.000 Euro erhöht und die liquiden Mittel nahezu verdoppelt.
Der Jahresfehlbetrag von 3.988 Euro ist angesichts dieser Größenordnung zwar sichtbar, lässt für sich genommen aber kaum Rückschlüsse auf den späteren wirtschaftlichen Erfolg eines möglichen Windparkprojekts zu.
Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte sein, ob und wann aus der derzeit sehr schlanken Gesellschaftsstruktur ein operatives Windenergieprojekt beziehungsweise entsprechende Erträge entstehen. Der Jahresabschluss 2025 enthält hierzu noch keine konkreten Angaben.