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Windpark Tiefenbach: Umsatz bricht um 60 Prozent ein – dennoch bleibt ein deutlicher Jahresgewinn

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Windpark Tiefenbach ApS & Co. Betriebs KG hat ihren Jahresabschluss für 2025 vorgelegt. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der Erlöse und des Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem blieb die Berliner Gesellschaft auch 2025 klar profitabel.

Die Umsatzerlöse fielen von rund 1,45 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 576.455,84 Euro im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang um rund 875.000 Euro beziehungsweise gut 60 Prozent.

Auch der Jahresüberschuss ging kräftig zurück: Nach rund 1,006 Millionen Euro im Vorjahr verblieben 2025 noch 265.821,70 Euro. Damit sank der Gewinn um knapp 740.000 Euro.

Gewinn bleibt trotz massiv niedrigerer Erlöse positiv

Bemerkenswert ist, dass die Gesellschaft trotz des starken Umsatzrückgangs weiterhin einen deutlichen Überschuss erwirtschaftete.

Nach Abzug der betrieblichen Aufwendungen und Steuern verblieb zunächst ein Ergebnis nach Steuern von 266.629,86 Euro. Nach sonstigen Steuern von 808,16 Euro ergab sich schließlich der Jahresüberschuss von 265.821,70 Euro.

Gemessen am Umsatz entspricht das einer rechnerischen Nettomarge von rund 46 Prozent. Diese Quote ist allerdings nur eingeschränkt mit klassischen operativen Unternehmen vergleichbar, weil Windparkgesellschaften häufig sehr spezielle Kosten- und Finanzierungsstrukturen aufweisen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen bleiben hoch

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen 2025 bei 247.386,64 Euro und damit etwas unter dem Vorjahreswert von 276.025,73 Euro.

Der Materialaufwand blieb mit 20.000 Euro unverändert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge spielten 2025 kaum noch eine Rolle. Sie fielen von 14.575,61 Euro auf nur noch 183,16 Euro.

Auch Zinserträge waren mit 126,30 Euro praktisch bedeutungslos.

Steuerlast sinkt deutlich

Mit dem niedrigeren Ergebnis ging auch die Steuerbelastung zurück.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag lagen 2025 bei 42.748,80 Euro. Im Vorjahr waren es noch 164.922,50 Euro.

Damit sank dieser Aufwand um mehr als 120.000 Euro.

Bilanzsumme schrumpft auf knapp 293.000 Euro

Die Bilanz fällt für eine Windparkgesellschaft ungewöhnlich kompakt aus.

Die Bilanzsumme sank von 331.308,62 Euro auf 292.562,28 Euro.

Besonders auffällig ist das Anlagevermögen: Es wird lediglich noch mit 2 Euro ausgewiesen. Das deutet darauf hin, dass die vorhandenen Sachanlagen bilanziell nahezu vollständig abgeschrieben sind.

Der wirtschaftliche Betrieb kann trotzdem fortbestehen. Ein sehr niedriger Buchwert bedeutet nicht automatisch, dass die Anlagen keinen tatsächlichen Nutzwert mehr besitzen.

Forderungen gehen zurück, Bankguthaben leicht höher

Das Umlaufvermögen belief sich zum Jahresende auf 292.560,28 Euro.

Davon entfielen rund 210.237,69 Euro auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Im Vorjahr waren es noch 251.349,61 Euro.

Das Bankguthaben stieg dagegen leicht von 79.957,01 Euro auf 82.322,59 Euro.

Damit verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine gewisse Liquiditätsreserve.

Verbindlichkeiten deutlich gesunken

Auf der Passivseite zeigt sich ein klarer Rückgang der Schulden.

Die Verbindlichkeiten sanken von 89.605,88 Euro auf 55.071,12 Euro. Das entspricht einer Verringerung um rund 38 Prozent.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben nach Angaben des Unternehmens eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Davon bestehen 20.704,64 Euro gegenüber Gesellschaftern.

Langfristige Bankverbindlichkeiten, wie sie bei vielen Windparks üblich sind, werden in diesem Abschluss nicht mehr ausgewiesen.

Rückstellungen bleiben unverändert hoch

Die Rückstellungen beliefen sich wie im Vorjahr auf 147.888 Euro.

Gemessen an der relativ kleinen Bilanzsumme ist das ein erheblicher Betrag. Der Anhang erläutert allerdings nicht näher, wofür diese Rückstellungen konkret gebildet wurden.

Die Gesellschaft erklärt lediglich, dass darin alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen berücksichtigt wurden.

Eigenkapital leicht gesunken

Das Eigenkapital reduzierte sich von 93.814,74 Euro auf 89.603,16 Euro.

Das wirkt auf den ersten Blick überraschend, weil gleichzeitig ein Jahresüberschuss von 265.821,70 Euro erzielt wurde.

Die Erklärung liegt in der Ergebnisverwendung: Der Jahresüberschuss wurde den Kapitalkonten der Kommanditisten gutgeschrieben. Gleichzeitig können Entnahmen beziehungsweise Veränderungen auf den Gesellschafterkonten erfolgt sein. Eine detaillierte Aufschlüsselung dieser Bewegungen enthält der vorliegende Abschluss jedoch nicht.

Kein eigenes Personal

Die Gesellschaft beschäftigt weiterhin keine eigenen Arbeitnehmer.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Komplementarselskabet VindInvest 11 ApS mit Sitz in Egå in Dänemark.

Vertreten wird sie durch Flemming Michael Reinholdt.

Die Windpark Tiefenbach ApS & Co. Betriebs KG selbst hat ihren Sitz in Berlin und ist beim Amtsgericht Berlin unter HRA 57090 B eingetragen.

Windpark dient kirchlichen und sozialen Zwecken

Interessant ist auch der Unternehmensgegenstand.

Nach Angaben im Anhang besteht der Zweck der Gesellschaft im Erwerb, der Verwaltung und dem Betrieb von Windkraftanlagen im Rahmen kirchlicher und sozialer Zwecke.

Damit unterscheidet sich die Gesellschaft zumindest in ihrer formalen Zwecksetzung von rein renditeorientierten Projektgesellschaften.

Das Gesamtbild: Deutlich schwächer als 2024, aber weiterhin profitabel

Der Jahresabschluss 2025 zeigt vor allem eines: Das außergewöhnlich starke Vorjahr konnte nicht wiederholt werden.

Der Umsatz fiel um mehr als 60 Prozent, der Jahresüberschuss sogar um knapp drei Viertel. Trotzdem erwirtschaftete die Gesellschaft mit 265.821,70 Euro weiterhin einen klar positiven Jahresgewinn.

Zugleich gingen die Verbindlichkeiten deutlich zurück, während das Bankguthaben weitgehend stabil blieb.

Für die weitere Beurteilung wäre vor allem interessant, warum die Umsätze 2025 so stark eingebrochen sind. Der vorgelegte Anhang nennt hierfür keine konkrete Ursache. Denkbar wären etwa geringere Stromproduktion, niedrigere Vergütung oder Sondereffekte im Vorjahr – aus den veröffentlichten Unterlagen lässt sich das jedoch nicht sicher ableiten.

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