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Windpark Parchim verdient weiter Geld – Gewinn bricht jedoch deutlich ein

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Windpark Parchim GmbH & Co. KG mit Sitz in Köln hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer Bilanzsumme von rund 30,81 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vorjahr waren es noch 36,69 Millionen Euro. Damit reduzierte sich die Bilanzsumme um rund 5,88 Millionen Euro beziehungsweise etwa 16 Prozent.

Der Rückgang betrifft sowohl das Anlage- als auch das Umlaufvermögen.

Anlagevermögen sinkt um knapp 2,9 Millionen Euro

Die technischen Anlagen standen Ende 2025 noch mit rund 24,91 Millionen Euro in den Büchern. Ein Jahr zuvor waren es 27,77 Millionen Euro.

Der Rückgang von rund 2,86 Millionen Euro ist vor allem vor dem Hintergrund der planmäßigen linearen Abschreibung zu sehen. Die Gesellschaft legt für ihre Windenergieanlagen eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 20 Jahren zugrunde.

Damit zeigt sich auch hier der typische Verlauf eines kapitalintensiven Windparkprojekts: Mit fortschreitender Betriebsdauer sinkt der Buchwert der technischen Anlagen kontinuierlich.

Liquidität geht massiv zurück

Besonders auffällig ist der Rückgang des Umlaufvermögens. Dieses sank von rund 5,25 Millionen Euro auf 2,42 Millionen Euro.

Noch deutlicher ist die Entwicklung bei den liquiden Mitteln. Kassen- und Bankguthaben reduzierten sich von rund 3,87 Millionen Euro auf 1,63 Millionen Euro.

Damit standen der Gesellschaft Ende 2025 rund 2,25 Millionen Euro weniger liquide Mittel zur Verfügung als ein Jahr zuvor.

Auch die Forderungen gingen deutlich zurück. Sie sanken von rund 1,38 Millionen Euro auf 792.416 Euro. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich dabei von rund 1,37 Millionen Euro auf etwa 777.852 Euro.

Der Rückgang der Liquidität ist erheblich und sollte im Zusammenhang mit Ausschüttungen, Tilgungen, Steuerzahlungen und dem laufenden operativen Geschäft betrachtet werden. Aus der Bilanz allein lässt sich nicht eindeutig ableiten, welche dieser Faktoren den größten Einfluss hatte.

Jahresüberschuss fällt um mehr als 70 Prozent

Der wichtigste Ergebnisindikator zeigt eine klare Verschlechterung.

Der Jahresüberschuss sank von 2,60 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 763.711 Euro im Jahr 2025.

Das entspricht einem Rückgang um rund 1,84 Millionen Euro beziehungsweise mehr als 70 Prozent.

Die Gesellschaft bleibt damit profitabel, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau.

Für eine genaue Erklärung des Ergebnisrückgangs wären die vollständigen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung erforderlich. Aus dem vorliegenden Material lässt sich nicht erkennen, ob geringere Stromerlöse, höhere Kosten, Zinsaufwendungen, Wartung, Abschreibungen oder andere Faktoren maßgeblich waren.

Eigenkapital sinkt trotz Gewinn

Das Eigenkapital reduzierte sich von rund 12,76 Millionen Euro auf 10,93 Millionen Euro.

Das wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, weil gleichzeitig ein Jahresüberschuss von rund 764.000 Euro erzielt wurde. Die Bilanz zeigt jedoch lediglich den Stand zum Jahresende. Ausschüttungen oder andere Eigenkapitalbewegungen können dazu geführt haben, dass das Eigenkapital trotz positiven Ergebnisses insgesamt gesunken ist.

Die Rücklagen blieben mit rund 10,15 Millionen Euro unverändert. Das feste Kommanditkapital beträgt lediglich 13.000 Euro.

Rechnerisch liegt die Eigenkapitalquote Ende 2025 bei rund 35,5 Prozent. Im Vorjahr waren es etwa 34,8 Prozent.

Die Quote verbessert sich damit sogar leicht, weil die Bilanzsumme stärker gesunken ist als das Eigenkapital.

Verbindlichkeiten werden abgebaut

Auch die gesamten Verbindlichkeiten gingen zurück. Sie reduzierten sich von rund 21,29 Millionen Euro auf 19,16 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um gut 2,13 Millionen Euro.

Dabei fällt allerdings eine Besonderheit auf: Der Bilanzausweis und der ausführliche Verbindlichkeitenspiegel unterscheiden sich in der Zuordnung einzelner Posten.

In der Bilanz werden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von rund 9,34 Millionen Euro sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von rund 9,66 Millionen Euro ausgewiesen.

Im Verbindlichkeitenspiegel werden dagegen lediglich rund 62.700 Euro als klassische Lieferantenverbindlichkeiten und rund 18,94 Millionen Euro als Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen dargestellt.

Für die wirtschaftliche Bewertung ist deshalb vor allem die Gesamtsumme entscheidend: Rund 19,16 Millionen Euro Verbindlichkeiten bestehen weiterhin.

Sehr hohe Finanzierung über verbundene Unternehmen

Besonders bemerkenswert ist die konzerninterne Finanzierung.

Im Verbindlichkeitenspiegel entfallen rund 18,94 Millionen Euro auf verbundene Unternehmen. Davon haben 16,5 Millionen Euro eine Laufzeit von mehr als einem Jahr.

5,5 Millionen Euro davon laufen sogar länger als fünf Jahre.

Damit ist die Finanzierung des Windparks stark auf verbundene Unternehmen beziehungsweise Gesellschafterstrukturen ausgerichtet.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde dieser Posten allerdings deutlich reduziert: 2024 lagen die entsprechenden Verbindlichkeiten noch bei rund 21,17 Millionen Euro.

Kurzfristige Belastung bleibt überschaubarer als die Gesamtschulden

Von den gesamten Verbindlichkeiten sind rund 2,66 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Der überwiegende Teil ist langfristiger Natur. Rund 16,5 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Damit ist die Finanzierungsstruktur grundsätzlich langfristig ausgelegt.

Allerdings sind die liquiden Mittel mit rund 1,63 Millionen Euro niedriger als die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Für sich genommen bedeutet dies noch kein Liquiditätsproblem, da laufende Einnahmen und Forderungen ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Rückstellungen sinken massiv

Auch die Rückstellungen gingen deutlich zurück.

Sie sanken von 2,63 Millionen Euro auf 728.812 Euro.

Besonders stark fiel der Rückgang bei den Steuerrückstellungen aus. Diese reduzierten sich von rund 2,15 Millionen Euro auf 234.172 Euro.

Das deutet darauf hin, dass im Vorjahr erhebliche Steuerverpflichtungen bilanziert waren, die im Jahr 2025 offenbar abgewickelt oder neu bewertet wurden.

Die sonstigen Rückstellungen blieben dagegen nahezu konstant und stiegen leicht von 486.736 Euro auf rund 494.641 Euro.

Rückbaukosten von fast einer Million Euro geplant

Für das Ende der Betriebsdauer der Windenergieanlagen plant die Gesellschaft mit Rückbaukosten von rund 972.000 Euro im Jahr 2034.

Handelsrechtlich wird diese Verpflichtung schrittweise über eine Rückstellung aufgebaut.

Zum Ende des Jahres 2025 waren dafür bereits rund 485.371 Euro bilanziert.

Der Rückbau ist für Windparkgesellschaften ein wesentlicher langfristiger Kostenfaktor, der häufig erst viele Jahre nach Inbetriebnahme tatsächlich zahlungswirksam wird.

Mehr als eine Million Euro laufende Verpflichtungen pro Jahr

Zusätzlich zu den bilanzierten Schulden bestehen erhebliche sonstige finanzielle Verpflichtungen.

Für Miet- und Pachtverträge fallen durchschnittlich rund 296.495 Euro pro Jahr an. Wartungsverträge verursachen rund 585.000 Euro jährlich, Betriebsführung weitere 75.100 Euro und Mitbenutzungsverträge rund 72.000 Euro.

Zusammen ergibt das eine durchschnittliche jährliche Belastung von rund 1,03 Millionen Euro.

Ein Teil dieser Verpflichtungen läuft langfristig bis 2044 beziehungsweise 2045.

Damit bleibt auch außerhalb der Bilanz ein erheblicher fixer beziehungsweise vertraglich gebundener Kostenblock bestehen.

Gesellschaft gehört zu Talanx- und HDI-Strukturen

Die Windpark Parchim GmbH & Co. KG gehört zu 51 Prozent der TD Real Assets GmbH & Co. KG und zu 49 Prozent der HASPA Green GmbH.

Die Gesellschaft ist damit Teil der Konzernstrukturen von HDI und Talanx.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Talanx Direct Infrastructure 1 GmbH. Diese ist selbst nicht am Kapital der Windparkgesellschaft beteiligt.

Die Geschäftsführung lag 2025 bei Dr. Thomas Mann und Brian McCarthy.

Eigene Arbeitnehmer beschäftigte die Gesellschaft nicht.

Fazit

Der Windpark Parchim bleibt 2025 profitabel, hat aber deutlich an Ertragskraft verloren. Der Jahresüberschuss fiel von 2,60 Millionen Euro auf nur noch 763.711 Euro.

Gleichzeitig wurden Verbindlichkeiten reduziert und die Eigenkapitalquote leicht verbessert. Das spricht für einen gewissen finanziellen Puffer.

Kritischer ist der starke Rückgang der Liquidität: Die Bankguthaben sanken innerhalb eines Jahres um mehr als 2,2 Millionen Euro. Zudem bleibt die Gesellschaft mit mehr als 19 Millionen Euro Verbindlichkeiten stark fremdfinanziert, überwiegend gegenüber verbundenen Unternehmen.

Unterm Strich zeigt der Abschluss einen weiterhin profitablen, aber deutlich schwächeren Windpark, dessen Bilanz 2025 spürbar kleiner geworden ist. Besonders im Blick behalten werden sollten die Entwicklung der Stromerlöse, der laufenden Wartungs- und Pachtkosten sowie die Frage, ob sich der starke Gewinnrückgang 2026 fortsetzt oder nur ein vorübergehender Effekt war.

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