Nach Wochen intensiver internationaler Ermittlungen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Hantavirus-Ausbruch im Zusammenhang mit dem Expeditionskreuzfahrtschiff „Hondius“ offiziell für beendet erklärt. Seit dem 25. Mai sei weltweit kein weiterer Fall mehr festgestellt worden, teilte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit. Auch die letzte überwachte Kontaktperson wurde inzwischen negativ auf das Virus getestet.
Weltweite Kontaktverfolgung
Der Ausbruch hatte Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern beschäftigt. Insgesamt wurden mehr als 650 Kontaktpersonen identifiziert und über Wochen medizinisch überwacht. Ziel war es, mögliche Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Nach Angaben der WHO ergaben die Nachuntersuchungen keine neuen Ansteckungen mehr.
Drei Menschen starben
Insgesamt wurden 13 Infektionen bestätigt. Drei Erkrankte starben an den Folgen des Virus. Unter den Todesopfern befand sich auch eine Frau aus Deutschland. Die übrigen Betroffenen konnten medizinisch versorgt werden.
Keine Hinweise auf weitere Übertragungen
Mit dem negativen Testergebnis der letzten Kontaktperson sieht die WHO alle Voraussetzungen erfüllt, um den Ausbruch offiziell für beendet zu erklären. Hinweise auf weitere Infektionsketten oder eine fortgesetzte Verbreitung des Virus im Zusammenhang mit der Kreuzfahrt gibt es derzeit nicht.
Hantaviren bleiben weltweit verbreitet
Trotz der Entwarnung weisen Fachleute darauf hin, dass Hantaviren weiterhin in vielen Regionen der Welt vorkommen. Übertragen werden sie in der Regel durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere oder durch das Einatmen virushaltiger Staubpartikel. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist – je nach Virustyp – selten beziehungsweise nur bei wenigen Virusvarianten beschrieben.
Die Erkrankung kann grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen verursachen. In schweren Fällen drohen Nierenversagen oder lebensbedrohliche Lungenkomplikationen. Deshalb empfehlen Gesundheitsbehörden insbesondere beim Aufenthalt in Gebieten mit erhöhtem Nagetieraufkommen, den Kontakt mit Mäusekot und aufgewirbeltem Staub zu vermeiden.
Mit der offiziellen Erklärung der WHO gilt der internationale Ausbruch im Zusammenhang mit der „Hondius“ nun als abgeschlossen. Experten betonen jedoch, dass eine konsequente Überwachung und schnelle Reaktion bei ungewöhnlichen Infektionsereignissen weiterhin entscheidend bleiben.