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Solide absolute Rendite, aber klare Schwäche gegenüber dem Markt: Der Löwen-Aktienfonds bleibt defensiv positioniert
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Solide absolute Rendite, aber klare Schwäche gegenüber dem Markt: Der Löwen-Aktienfonds bleibt defensiv positioniert

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2024/2025 ein gemischtes Bild. Positiv ist zunächst, dass der Löwen-Aktienfonds im Geschäftsjahr um 10,2 % zulegen konnte. Das ist in absoluten Zahlen ein gutes Ergebnis. Allerdings ist für die Bewertung entscheidend, dass der Fonds seinen Vergleichsindex mit 11,7 % nicht schlagen konnte. Auch über längere Zeiträume bleibt diese relative Schwäche sichtbar: 3 Jahre: 35,5 % gegenüber 45,0 %, 5 Jahre: 60,7 % gegenüber 76,0 %. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds hat Vermögen aufgebaut, aber er hat dies weniger effizient als der Marktmaßstab getan.

Der Hauptgrund dafür liegt laut Bericht in der bewusst konservativen, defensiven Aufstellung. Das Management hielt vergleichsweise viel Liquidität und investierte vorsichtig, um geopolitische und politische Risiken abzufedern. Diese Strategie hat in einem stark steigenden Aktienmarkt jedoch gebremst. Besonders nachteilig war, dass die Börsen 2025 erneut stark von Technologie, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz getrieben wurden. Genau in diesen Bereichen war der Fonds zwar investiert, aber nicht aggressiv genug positioniert. Für Anleger ist das ein zentrales Signal: Der Fonds schützt tendenziell eher vor Übertreibungen, läuft aber in starken Wachstumsphasen Gefahr, hinter dynamischen Märkten zurückzubleiben.

Das Portfolio wirkt insgesamt breit diversifiziert und qualitativ hochwertig. Die größten Sektorengewichte lagen in Finanzen (20,6 %), Informationstechnologie (16,5 %), Industrie (15,5 %) und Gesundheit (12,4 %). Gleichzeitig hielt der Fonds rund 7,4 % Liquidität, was für einen Aktienfonds relativ hoch ist. Das unterstreicht die vorsichtige Grundhaltung. Die Einzeltitel zeigen einen Fokus auf große, etablierte Qualitätsunternehmen wie Microsoft, Apple, NVIDIA, Deutsche Telekom, SAP, ASML, Allianz oder Amazon. Das spricht für Stabilität und Bilanzqualität, aber weniger für eine besonders offensive Wachstumsstrategie.

Positiv hervorzuheben ist, dass einige Positionierungen sehr gut funktioniert haben. Erfolgreich waren laut Bericht vor allem Finanztitel, insbesondere europäische Banken, außerdem Versorger sowie Goldminen-/Rohstoffbezüge. Das zeigt, dass das Fondsmanagement nicht wahllos defensiv investiert, sondern gezielt auf Bereiche setzt, die von Zinsstruktur, Bewertungsniveaus und makroökonomischen Trends profitieren können. Diese Qualität in der Titelselektion ist ein Pluspunkt.

Gleichzeitig zeigt die relative Underperformance auch eine Schwäche: Der Fonds scheint in Phasen starker thematischer Marktführung, wie zuletzt durch KI und US-Technologie, zu langsam oder zu zurückhaltend zu reagieren. Aus Investorensicht ist daher wichtig zu verstehen, dass dieser Fonds vermutlich kein Produkt für maximale Marktnähe oder aggressive Outperformance ist. Er eignet sich eher für Anleger, die ein qualitätsorientiertes, defensiveres Aktienportfolio suchen und akzeptieren, dass dieses in Haussephasen hinter dem Index zurückbleiben kann.

Auf der Kostenseite wirkt der Fonds vernünftig. Die Gesamtkostenquote von 0,69 % p.a. ist für einen aktiv gemanagten internationalen Aktienfonds nicht überzogen. Auch die Transaktionskosten von rund 35.044 EUR erscheinen gemessen am Fondsvolumen moderat. Das spricht dafür, dass die Underperformance nicht primär kostenbedingt ist, sondern tatsächlich aus der Portfolioallokation und dem defensiven Stil resultiert.

Ertragsseitig ist interessant, dass der Fonds ein realisiertes Jahresergebnis von 8,39 Mio. EUR erzielt hat, während die nicht realisierten Gewinne und Verluste per saldo negativ waren. Das deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil des Erfolgs aus tatsächlich realisierten Verkäufen stammt und nicht nur aus bilanziellen Bewertungszuwächsen. Für Anleger ist das nicht schlecht, zeigt aber auch: Ein Teil des Jahreserfolgs wurde bereits „gehoben“, während stille Reserven zuletzt nicht weiter zunahmen.

Das Fondsvolumen stieg auf 80,7 Mio. EUR, obwohl es netto zu Mittelabflüssen kam. Das heißt: Das Wachstum kam aus der Performance, nicht aus starken Neuzuflüssen. Solche Abflüsse können ein Hinweis darauf sein, dass Anleger mit der relativen Entwicklung nicht ganz zufrieden waren. Noch ist das Volumen aber groß genug, um stabil zu wirken.

Im ESG-Bereich ist der Fonds als Artikel-8-Produkt eingeordnet. Das bedeutet: Er bewirbt ökologische und soziale Merkmale, verfolgt aber keine strikt nachhaltige Strategie. Immerhin lag der Anteil nachhaltiger Investitionen bei 22,38 %, höher als in den Vorjahren. Kritisch einordnen sollte man aber, dass der Fonds keine Mindestquote für nachhaltige Investitionen festgelegt hat und keine EU-Taxonomie-Quote anstrebt. Zudem bestehen 5,69 % Engagement in Unternehmen mit fossilen Brennstoffen. Für klassische Anleger mit ESG-Beimischung mag das ausreichend sein, für streng nachhaltigkeitsorientierte Investoren eher nicht.

Fazit aus Anlegersicht:
Der Löwen-Aktienfonds ist ein solider, defensiv geführter Qualitätsaktienfonds, der in absoluten Zahlen ordentliche Ergebnisse liefert, aber über 1, 3 und 5 Jahre klar hinter seiner Benchmark zurückbleibt. Seine Stärken liegen in der vorsichtigen Steuerung, breiten Diversifikation und der Auswahl substanzstarker Unternehmen. Seine Schwäche liegt darin, dass er in marktstarken Wachstumsphasen zu zurückhaltend ist. Für Anleger, die Stabilität, Qualitätsfokus und konservatives Management schätzen, kann der Fonds weiterhin interessant sein. Wer jedoch einen Fonds sucht, der den globalen Aktienmarkt konsequent schlägt oder zumindest eng abbildet, dürfte hier auf Dauer zu wenig relative Stärke sehen.

Für mich ist das Gesamturteil daher:
solide, aber nicht überzeugend genug, solange die defensive Strategie nicht wieder zu einer Phase passt, in der Vorsicht am Markt belohnt wird.

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