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UniFonds -net-: Starkes Performancejahr mit hoher DAX-Nähe und zyklischem Schwerpunkt

geralt (CC0), Pixabay

1. Gesamtüberblick und Performance

Der vorliegende Jahresbericht des UniFonds -net- dokumentiert für das Geschäftsjahr 01.10.2024–30.09.2025 ein ausgesprochen starkes Ergebnis.

Wertzuwachs: +27,60 % (nach BVI-Methode)

Fondsvermögen: Anstieg von 829,9 Mio. EUR auf 1.050,8 Mio. EUR

Anteilwert: Steigerung von 89,92 EUR auf 113,10 EUR

Das Ergebnis des Geschäftsjahres belief sich auf 224,1 Mio. EUR, wovon 82,4 Mio. EUR realisiert und 141,6 Mio. EUR nicht realisiert waren. Damit wurde sowohl operativ als auch durch Bewertungsgewinne substanzielle Wertschöpfung erzielt.

Aus Anlegersicht ist besonders positiv:

Die Performance übertraf klar die langfristige Marktrendite deutscher Aktien.

Das Wachstum wurde überwiegend durch Marktentwicklung getragen, nicht durch starke Mittelzuflüsse (Nettozufluss nur ca. 9,9 Mio. EUR).

2. Portfolio-Struktur: Klare DAX-Orientierung mit aktivem Akzent

Der Fonds ist nahezu vollständig in Aktien investiert:

Aktienquote: 93,27 %

Zertifikate: 4,43 %

Derivate: 1,41 %

Liquidität: 1,06 %

Der regionale Schwerpunkt liegt vollständig im Euroraum, faktisch mit klarer Deutschland-Dominanz.

Sektor-Schwerpunkte:

Industrie / Investitionsgüter: ca. 29 %

Versicherungen: ca. 9,7 %

Finanzdienstleister & Banken: ca. 10–11 %

Software & IT: ca. 7 %

Auffällig ist die hohe Gewichtung zyklischer Industriewerte (Rheinmetall, Siemens, Airbus, Siemens Energy), was das starke Abschneiden im Berichtsjahr erklärt. Das Management hat klar auf ein industriegetriebenes Konjunkturszenario gesetzt – mit Erfolg.

Das Vergleichsvermögen besteht aus 100 % DAX UCITS Capped NR EUR.
Die Portfoliostruktur zeigt eine deutliche Nähe zum DAX, jedoch mit aktiven Über- und Untergewichtungen.

3. Derivate und Risikosteuerung

Derivate werden aktiv eingesetzt:

Derivate-Exposure: ca. 191 Mio. EUR

Leverage (Bruttomethode): 119,42 %

Durchschnittlicher potenzieller Risikobetrag (VaR): 7,05 %

Das Risikoniveau bewegt sich damit im moderaten Bereich eines offensiven Aktienfonds.
Der Leverage ist kontrolliert und dient offenbar taktischer Steuerung, nicht spekulativer Überhebelung.

Wertpapierleihe wird genutzt, allerdings nur in geringem Umfang (0,77 % der verleihbaren Vermögenswerte) – ein konservativer Ansatz.

4. Kostenstruktur

Gesamtkostenquote (TER): 1,80 %

Verwaltungsvergütung: 1,55 % p.a.

Für einen aktiv gemanagten Deutschland-Aktienfonds ist das marktüblich, jedoch im Vergleich zu passiven DAX-ETFs (ca. 0,1–0,2 %) signifikant höher.

Die Frage für Anleger lautet daher:
Kann das Management dauerhaft eine Überrendite nach Kosten erzielen?

Im Berichtsjahr lautet die Antwort eindeutig: ja.

5. Nachhaltigkeit und ESG-Einordnung

CO₂-Intensität: 135,99 Tonnen je Mio. USD Umsatz

Keine explizite Taxonomie-Strategie gemäß EU-Verordnung

Nachhaltigkeitsrisiken werden berücksichtigt, sind aber kein strategischer Kernbestandteil

Der Fonds ist somit kein Artikel-8/9-Produkt im engeren Sinne, sondern ein klassischer Performance-orientierter Aktienfonds mit ESG-Integration auf Risikobasis.

6. Ausschüttungspolitik

Ausschüttung: 1,62 EUR je Anteil

Großteil der Gewinne wurde thesauriert (Vortrag auf neue Rechnung über 101 Mio. EUR)

Für einkommensorientierte Anleger ist die Ausschüttung moderat.
Der Fokus liegt klar auf Kapitalwachstum.

Fazit aus Anlegersicht

Der UniFonds -net- hat im Geschäftsjahr 2024/2025:

✔ Deutlich überdurchschnittliche Performance erzielt
✔ Zyklische Marktbewegungen erfolgreich genutzt
✔ Ein aktives, klar strukturiertes Deutschland-Portfolio geführt
✔ Risikoseitig moderat gehebelt, aber kontrolliert agiert

Chancen

Fortsetzung der industriellen Erholung in Deutschland

Weitere Überrendite durch aktives Stock-Picking

Attraktives Momentum in Industrie- und Finanzwerten

Risiken

Hohe Zyklik → anfällig für Konjunkturabschwächung

Hohe DAX-Korrelation → begrenzte Diversifikation

Relativ hohe Kostenquote

Politische und handelspolitische Unsicherheiten

Gesamtbewertung

Der Fonds ist für Anleger geeignet, die:

gezielt auf deutsche Standardwerte setzen wollen

aktives Management gegenüber ETFs bevorzugen

kurzfristige Volatilität akzeptieren

langfristig Kapitalwachstum anstreben

Im Berichtsjahr hat das Management seine aktive Kompetenz klar unter Beweis gestellt. Entscheidend wird sein, ob diese Outperformance strukturell wiederholbar ist oder stark vom zyklischen Umfeld profitierte.

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