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Unsichtbare Gefahr im Kühlschrank? Wie riskant resistente Keime in Hähnchenfleisch wirklich sind

kakyusei (CC0), Pixabay

Antibiotikaresistente Keime in Lebensmitteln sorgen immer wieder für Verunsicherung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Eine aktuelle Untersuchung des Verbrauchermagazins Ökotest bestätigt nun erneut ein bekanntes Problem: Mehr als die Hälfte der getesteten frischen Hähnchenbrustfilets war mit antibiotikaresistenten Bakterien belastet – unabhängig davon, ob das Fleisch aus konventioneller oder aus ökologischer Erzeugung stammte.

Untersucht wurden insgesamt 23 Produkte aus unterschiedlichen Haltungsformen, darunter zwölf Bio-Erzeugnisse. Das Ergebnis gilt als wenig überraschend, da frühere Studien bereits gezeigt haben, dass die industrielle Geflügelfleischproduktion zur Verbreitung resistenter Erreger in Umwelt und Lebensmittelkette beiträgt.

Was sind antibiotikaresistente Keime?

Antibiotikaresistente oder multiresistente Keime sind Bakterien, die gegen ein oder mehrere Antibiotika unempfindlich geworden sind. Ein besonders bekannter Vertreter ist MRSA, der häufig als sogenannter Krankenhauskeim bezeichnet wird. Bei solchen Erregern wirken viele gängige Medikamente nicht mehr oder nur noch eingeschränkt.

Die Resistenz entsteht durch Anpassungsprozesse: Überleben Bakterien eine Antibiotikabehandlung, können sie ihre Struktur verändern, Wirkstoffe abwehren oder unschädlich machen. Diese Eigenschaften können sie zudem an andere Bakterien weitergeben. Die Folge sind Infektionen, die deutlich schwerer zu behandeln sind – im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich.

Wie gefährlich ist belastetes Hähnchenfleisch?

Für gesunde Menschen stellt der Nachweis multiresistenter Keime auf rohem Geflügelfleisch in der Regel keine unmittelbare Gefahr dar. Problematisch wird es jedoch, wenn diese Erreger durch mangelhafte Küchenhygiene auf Hände, Arbeitsflächen oder andere Lebensmittel übertragen werden. Dort können sie sich ansiedeln, weiterverbreiten und im ungünstigen Fall Infektionen auslösen.

Auf gesellschaftlicher Ebene verschärft sich dadurch ein größeres Problem: Resistente Keime nehmen insgesamt zu, während bewährte Antibiotika immer häufiger ihre Wirksamkeit verlieren. Die World Health Organization (WHO) warnt seit Jahren vor einer weltweit deutlich steigenden Antibiotikaresistenz.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders riskant sind multiresistente Keime für Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Dazu zählen ältere Personen, schwer Erkrankte, Patientinnen und Patienten nach Operationen sowie Früh- und Neugeborene. In Krankenhäusern können sich resistente Erreger besonders leicht ausbreiten, da dort viele vulnerable Menschen zusammenkommen und Antibiotika häufig eingesetzt werden.

Für gesunde Menschen sind solche Keime meist harmlos, können aber problematisch werden, wenn sie über offene Wunden, medizinische Eingriffe oder Katheter in den Körper gelangen.

Schutz durch konsequente Hygiene

Eine vollständige Vermeidung resistenter Keime ist kaum möglich, doch das Infektionsrisiko lässt sich deutlich senken. Zentrale Maßnahmen sind:

  • gründliches und regelmäßiges Händewaschen

  • kein Teilen von Handtüchern oder Hygieneartikeln

  • saubere Küchen- und Arbeitsflächen

  • gründliches Durchgaren von Fleisch, insbesondere Geflügel

Gerade beim Umgang mit rohem Geflügelfleisch ist Vorsicht geboten. Es sollte stets getrennt von anderen Lebensmitteln gelagert, bei mindestens 70 °C vollständig erhitzt und niemals roh verzehrt werden. Auftauwasser sollte sofort entsorgt und alle Kontaktflächen heiß gereinigt werden.

Fazit

Resistente Keime in Hähnchenfleisch sind kein neues Phänomen – aber ein ernstzunehmendes. Für gesunde Verbraucherinnen und Verbraucher besteht bei richtiger Küchenhygiene meist kein akutes Risiko. Dennoch zeigt der Ökotest-Befund, wie eng Lebensmittelproduktion, Antibiotikaeinsatz und globale Gesundheitsfragen miteinander verknüpft sind. Sorgfalt im Alltag bleibt deshalb ein wichtiger Baustein im Kampf gegen antibiotikaresistente Erreger.

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