Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana übernimmt Deutschland die Behandlung von elf schwer verletzten Opfern. Die Patienten sollen in spezialisierten Kliniken versorgt werden, die über besondere Erfahrung in der Behandlung schwerer Brandverletzungen verfügen. Die Maßnahme ist Teil einer internationalen Hilfsaktion, mit der die Schweiz angesichts der enormen Zahl an Verletzten entlastet werden soll.
Für die Verlegung der Patienten wurde der europäische Katastrophenschutzmechanismus aktiviert – ein außergewöhnlicher Schritt, da die Schweiz kein Mitglied der Europäischen Union ist. Insgesamt sollen bis spätestens morgen rund 50 Verletzte aus Schweizer Krankenhäusern in Nachbarländer gebracht werden. Neben Deutschland beteiligen sich auch weitere Staaten an der Aufnahme der Betroffenen.
Hintergrund ist die Überlastung der Schweizer Spitäler. Die medizinischen Einrichtungen des Landes sind nach Angaben der Behörden nicht darauf ausgelegt, innerhalb kürzester Zeit eine so große Zahl von Patienten mit schweren Brandverletzungen zu behandeln. Solche Verletzungen erfordern hochspezialisierte Intensivmedizin, lange Behandlungszeiten und interdisziplinäre Betreuung.
Bei dem Brand in einer Bar in der Silvesternacht waren insgesamt 119 Menschen verletzt worden, viele von ihnen schwer. 40 Menschen kamen ums Leben. Inzwischen konnten die ersten vier Todesopfer identifiziert werden. Es handelt sich um vier Schweizer Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. Ihre sterblichen Überreste wurden bereits an die Familien übergeben.
Die Katastrophe hat in der Schweiz tiefe Betroffenheit ausgelöst. Zugleich wird der schnelle und koordinierte internationale Einsatz als Zeichen europäischer Solidarität gewertet. Während die medizinische Versorgung der Verletzten weiterläuft, dauern die Ermittlungen zur Ursache des Brandes an. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen beginnt derweil ein langer Weg der Verarbeitung und Genesung.