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Alarmierende Trendwende: Weltweite Kindersterblichkeit steigt erstmals seit 25 Jahren

Spinou91 (CC0), Pixabay

Erstmals seit Beginn des neuen Jahrtausends droht die weltweite Kindersterblichkeit wieder anzusteigen. Wie eine aktuelle Prognose von Forschern im Auftrag der Gates-Stiftung zeigt, wird die Zahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, im Jahr 2025 voraussichtlich von 4,6 auf 4,8 Millionen steigen. Es wäre der erste Anstieg nach rund einem Vierteljahrhundert stetiger Verbesserungen.

Weniger Geld für globale Gesundheitsprogramme

Als eine der zentralen Ursachen nennen die Forscher einen deutlichen Rückgang der internationalen Entwicklungshilfegelder im Gesundheitssektor.
Dem Bericht zufolge sind die weltweiten Mittel:

  • um 26,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken,

  • viele Programme in ärmeren Ländern mussten gestrichen oder verkleinert werden,

  • insbesondere Impfkampagnen, Mutter-Kind-Versorgung und Ernährungshilfen wurden stark eingeschränkt.

Damit ist ein zentraler Pfeiler der globalen Gesundheitsarchitektur ins Wanken geraten.

Besonders betroffen: die jüngsten und schwächsten Kinder

Die Forscher warnen, dass vor allem Regionen mit fragiler Infrastruktur und Konfliktgebiete besonders harte Rückschritte erleben. Zu den größten Risikofaktoren zählen:

  • mangelnde medizinische Grundversorgung,

  • fehlende Impfungen,

  • Unterernährung,

  • schlechte Wasser- und Hygienebedingungen,

  • anhaltende Konflikte und Vertreibung.

Durch die Pandemie, steigende Lebensmittelpreise und regionale Krisen haben sich diese Probleme in vielen Ländern gleichzeitig verschärft.

Dennoch: Fortschritte sind möglich – wenn zielgerichtet investiert wird

Trotz der düsteren Prognose betont die Studie, dass der negative Trend nicht zwangsläufig dauerhaft sein muss.
Gezielte Gesundheitsinvestitionen könnten laut Gates-Stiftung weiterhin enorme Wirkung entfalten:

  • kostengünstige Impfprogramme,

  • Versorgung für Früh- und Neugeborene,

  • Maßnahmen zur Bekämpfung von Lungenentzündungen, Malaria und Durchfallerkrankungen,

  • Ernährungshilfen für Kleinkinder und werdende Mütter.

Laut den Forschern ließen sich Millionen Kinderleben retten, wenn Mittel effizient eingesetzt werden – vor allem in Ländern mit besonders hoher Kindersterblichkeit.

Ein Weckruf für die internationale Gemeinschaft

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die globalen Fortschritte im Kinderschutz kein Selbstläufer sind.
Nach zwei Jahrzehnten stetiger Verbesserungen droht ein gefährlicher Rückschritt, falls Staaten und internationale Organisationen ihre Unterstützung weiter zurückfahren.

Der Bericht versteht sich daher ausdrücklich als Mahnung:

Nur mit stabiler Finanzierung, politischen Prioritäten und gezielten Programmen kann die Trendwende verhindert werden.

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