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Todesopfer und Zerstörung in der Karibik – Hurrikan „Melissa“ fordert mindestens 50 Menschenleben

GDJ (CC0), Pixabay

Der verheerende Hurrikan „Melissa“ hat in der Karibik eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Nach Angaben der Behörden sind bislang mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon in Jamaika und Haiti. Zahlreiche Ortschaften sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten, viele Menschen gelten noch als vermisst.

In Jamaika, das besonders schwer getroffen wurde, erklärten die Behörden den gesamten Inselstaat inzwischen zum Katastrophengebiet. Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde haben ganze Landstriche verwüstet. Häuser wurden fortgerissen, Strommasten umgestürzt, mehr als 100 Straßen gelten als unpassierbar. Hunderttausende Menschen sind weiterhin ohne Strom oder Trinkwasser. Rettungsteams kämpfen sich vielerorts zu Fuß durch die Trümmer, um eingeschlossene Familien zu erreichen.

„Im Moment geht es vor allem darum, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen und mögliche Verletzte zu behandeln“, sagte Jamaikas Bildungs- und Informationsministerin Dana Morris Dixon. In den betroffenen Regionen wurde inzwischen mit der Verteilung von Hilfsgütern begonnen, erste internationale Hilfsflüge sind eingetroffen.

Auch in Haiti, wo die Infrastruktur besonders schwach ist, richtete „Melissa“ verheerende Schäden an. Allein in der Gemeinde Petit Goâve im Westen des Landes starben mindestens 20 Menschen, nachdem der Fluss La Digue über die Ufer trat und ganze Stadtviertel überschwemmte. Unter den Todesopfern sind zahlreiche Kinder. In der Dominikanischen Republik wurde ein Todesfall bestätigt, während Kuba und die Bahamas bislang vor allem über erhebliche Sachschäden berichten.

Laut dem US-Hurrikanzentrum in Miami hat sich „Melissa“ mittlerweile deutlich abgeschwächt. Der Sturm zog in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) westlich an der britischen Inselkette Bermuda vorbei und wird derzeit als Hurrikan der Kategorie 2 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 Kilometern pro Stunde eingestuft. Das Sturmzentrum lag dabei nicht über Land, wodurch Bermuda größere Schäden erspart blieben.

Meteorologen erwarten, dass sich der Sturm in den kommenden Tagen weiter abschwächt und schließlich als Tiefdruckgebiet über dem Atlantik auflöst. In der Karibik aber bleibt die Lage kritisch: Die Aufräumarbeiten haben erst begonnen, die humanitäre Situation ist vielerorts dramatisch.

Die Schäden gehen in die Milliarden, und Experten warnen, dass „Melissa“ nur ein Vorgeschmack auf das sein könnte, was der Klimawandel künftig anrichten wird. Für die betroffenen Inselstaaten ist dieser Hurrikan schon jetzt eine der schlimmsten Naturkatastrophen ihrer jüngeren Geschichte – und ein weiterer Beweis für ihre extreme Verletzlichkeit gegenüber immer heftigeren Stürmen.

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