Sollten Kinder unter 16 Jahren keinen Zugang mehr zu sozialen Netzwerken wie Instagram, TikTok oder Snapchat haben? Die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider spricht sich offen für ein mögliches Verbot aus – auch wenn sie selbst einräumt, dass dies einen tiefen Eingriff in die Freiheitsrechte junger Menschen bedeuten würde.
„Das ist paternalistisch und bevormundend – aber wir müssen darüber nachdenken, wie wir Heranwachsende besser schützen können“, sagte sie den Funke-Medien. Ihrer Ansicht nach könnten Altersvorgaben ein sinnvoller Weg sein, um Kinder und Jugendliche vor gezielter Manipulation, Desinformation und Hassrede zu bewahren.
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte um die Gefahren von Social Media für die seelische und geistige Entwicklung junger Menschen wieder Fahrt aufnimmt. Studien zeigen immer wieder, dass übermäßige Nutzung sozialer Netzwerke mit erhöhter psychischer Belastung, Schlafstörungen und vermindertem Selbstwertgefühl einhergehen kann – insbesondere bei Minderjährigen.
Bereits in anderen Ländern wird über Altersbeschränkungen diskutiert oder sie sind zum Teil bereits in Kraft. In den USA fordern einzelne Bundesstaaten sogar Zugänge erst ab 18 Jahren. In der EU liegt die offizielle Altersgrenze für die Nutzung sozialer Medien derzeit bei 13 Jahren – wird aber in der Praxis oft nicht überprüft.
Specht-Riemenschneider betont, dass es nicht allein um ein Verbot gehe, sondern um einen umfassenderen Schutzrahmen. Dazu gehörten auch medienpädagogische Angebote, elterliche Verantwortung und eine bessere technische Altersverifikation durch die Plattformen selbst.
Die Diskussion bleibt brisant – zwischen Schutzpflicht und Selbstbestimmung, zwischen Erziehung und Überwachung. Doch eines scheint klar: Der gesellschaftliche Druck, die Jüngsten im Netz besser zu schützen, wächst.