Der Sparkurs beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR läuft „stringent“, wie man das in Leipzig so schön nennt. Trotz massiver Kürzungen bei Personal, Programmen und Technik schließt der Sender das Jahr 2024 mit einem satten Defizit von 44,2 Millionen Euro ab. Und trotzdem verkündet man voller Stolz: „Wir haben besser gewirtschaftet als geplant.“
Na dann: Gratulation zur Erfolgsbilanz im Minusbereich!
Während also ganze Redaktionen zusammengelegt, Programmplätze gestrichen und Technikstilllegungen vorbereitet werden, bleiben die höheren Etagen des Funkhauses erstaunlich stabil besetzt — inklusive üppiger Gehälter. Allein MDR-Intendant Ralf Ludwig verdient über 300.000 Euro jährlich. Dafür kann man sich dann auch mit ruhigem Gewissen vor Mikrofone stellen und betonen, wie „sorgsam“ mit den Mitteln der Gebührenzahler umgegangen wird. Schließlich müssen auch die Intendanten beim Sparen schmerzliche Opfer bringen: etwa, indem sie demnächst nur noch mit der Business-Class zum ARD-Gipfel fliegen.
Während der MDR also für seine Zuschauer künftig vor allem Wiederholungen, Regionalwetter und Sendeplatzauffüller bietet, entstehen an anderer Stelle investigative Meisterwerke à la Arndt Ginzel. Für viel Geld wird dann aufwendig enthüllt, dass irgendwo im Osten auch mal ein Rechtsradikaler durchs Bild läuft — exklusiv, brisant, investigativ, mehrfach preisgekrönt — und vor allem: sehr teuer.
Und für die Unterhaltung ist natürlich auch weiterhin gesorgt: Der Rundfunkrat genehmigte soeben freudestrahlend den nächsten Tatort aus Dresden. Drehbeginn nach dem Sommer, Ausstrahlung irgendwann 2026 — auch hier wieder millionenschwere Investitionen in maximal zwei Stunden Programm. Wer braucht schon Geld für regionale Kultur oder unabhängigen Journalismus, wenn man lieber Kommissare durch Sachsen ermitteln lassen kann?
Derweil warnt der Rundfunkrat selbst — selbstverständlich in größter Sorge — vor der „angespannten Finanzlage“ und fordert: mehr Geld! Der monatliche Rundfunkbeitrag müsste eigentlich auf 18,94 Euro steigen, findet man. Dumm nur, dass die Politik da aktuell nicht mitspielt. Vielleicht sollte der MDR demnächst einen eigenen Spendenmarathon starten: „Ihre Gebühren für meinen Dienstwagen — live aus Leipzig!“
Das Publikum schaut sich das Ganze zunehmend stirnrunzelnd an. Millionenverluste, Luxusgehälter, immer weniger Programm — und am Ende sollen es natürlich wieder die Beitragszahler richten. Immerhin: Der Sparkurs läuft. Und zwar genau dort, wo es am wenigsten wehtut. Oben jedenfalls nicht.