Ein besonders perfider Fall von Online-Liebesbetrug hat in Hannover eine 66-jährige Frau um eine sechsstellige Summe gebracht. Wie die Polizei mitteilt, hatte die Seniorin auf einer Internetplattform einen Mann aus Hamburg kennengelernt, der ihr eine Liebesbeziehung vorspiegelte – in Wirklichkeit jedoch gezielt auf ihr Geld aus war.
In den Wochen und Monaten nach dem Kennenlernen soll der Täter die Frau immer wieder dazu gedrängt haben, ihm Geld zu überweisen oder persönlich zu übergeben. Insgesamt verlor die Seniorin auf diese Weise mehr als 100.000 Euro. Als die versprochenen Treffen und gemeinsamen Zukunftspläne immer wieder platzen ließen und die Forderungen nicht abrissen, wurde die Frau schließlich misstrauisch und schaltete die Polizei ein.
Die Ermittler konnten den Betrüger schließlich bei einer geplanten Geldübergabe am Donnerstag in der Innenstadt Hannovers festnehmen. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 34-jährigen Mann aus Hamburg, der offenbar als Geldbote für die Tätergruppe agierte. Ob er selbst auch an der Täuschung der Frau beteiligt war, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft beantragt, der Mann sollte am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.
Der Fall zeigt erneut, wie skrupellos sogenannte Love Scammer vorgehen. Sie bauen über Wochen und Monate emotionale Bindungen auf, um ihre Opfer in ein Netz aus Vertrauen, Abhängigkeit und finanziellen Forderungen zu verstricken. Häufig nutzen die Täter dazu Online-Datingplattformen, soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste.
Die Polizei mahnt zur Vorsicht: Wer online neue Bekanntschaften schließt, sollte wachsam bleiben, insbesondere wenn plötzlich Geldforderungen gestellt werden. Emotionale Abhängigkeit wird bei dieser Betrugsmasche gezielt ausgenutzt, um hohe Summen zu ergaunern.