Nach einer langen Phase stetig steigender Unternehmenspleiten in Deutschland gibt es nun erstmals Anzeichen einer Entspannung. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilt, ist die Zahl der angemeldeten Insolvenzverfahren im Mai 2025 leicht zurückgegangen. Damit wurde zum ersten Mal seit März 2023 ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet.
Konkret registrierten die Statistiker 0,7 Prozent weniger beantragte Regelinsolvenzen als im Mai 2024. Dieser zarte Rückgang könnte auf eine Stabilisierung in Teilen der deutschen Wirtschaft hindeuten, die in den vergangenen Jahren durch eine Kombination aus Energiekrise, Inflation, gestiegenen Finanzierungskosten und geopolitischen Unsicherheiten stark belastet wurde.
Dennoch mahnen Experten zur Vorsicht. „Dennoch werden wir in Deutschland auf absehbare Zeit mehr Firmenpleiten erleben als im vorigen Jahr“, betont Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. Nach Einschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für viele Unternehmen weiterhin angespannt. Besonders kleine und mittelständische Firmen kämpfen nach wie vor mit anhaltend hohen Kosten, schwacher Nachfrage und erschwertem Zugang zu Krediten.
Ob der aktuelle Rückgang der Insolvenzzahlen den Beginn einer nachhaltigen Trendwende markiert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Wirtschaft bleibt in einem fragilen Gleichgewicht zwischen vorsichtiger Erholung und der Gefahr neuer Belastungen.