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Bundeswehrverband fordert Vorbereitung auf neue Wehrpflicht: Wüstner warnt vor sicherheitspolitischer Lücke

kdg2020 (CC0), Pixabay

Angesichts der verschärften weltpolitischen Lage ruft der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, zu konkreten Vorbereitungen für eine mögliche Rückkehr der Wehrpflicht auf. In einem eindringlichen Appell warnt er vor sicherheitspolitischer Sorglosigkeit: „Es wäre unverantwortlich, die Wehrpflicht nicht bereits jetzt vorzubereiten“, sagte Wüstner am Sonntag in Berlin.

Der Verband sieht angesichts steigender Spannungen in Europa und neuen Verpflichtungen gegenüber der NATO dringenden Handlungsbedarf. „Man kann einerseits nicht ständig zurecht auf die Bedrohungslage hinweisen oder der NATO weitere Zusagen machen und sich andererseits den notwendigen personellen Vorbereitungen verweigern“, so Wüstner weiter.

Konkret fordert der Verband eine politische und organisatorische Debatte darüber, wie ein neues Modell der Wehrpflicht oder eines allgemeinen Dienstjahres ausgestaltet werden könnte – freiwillig, verpflichtend, zivil oder militärisch. Die Bundeswehr habe nach Jahren des Abbaus mit einem massiven Personalmangel zu kämpfen. Um die Einsatzbereitschaft in Krisenzeiten zu sichern, brauche es nicht nur Material, sondern auch Menschen – gut ausgebildet, einsatzbereit und ausreichend in der Zahl.

Wüstner verwies auf Erfahrungen anderer NATO-Staaten wie Schweden, die bereits eine modernisierte Form der Wehrpflicht eingeführt haben, um auf sicherheitspolitische Veränderungen zu reagieren. Auch in Deutschland müsse man sich fragen: „Wie stellen wir die Landes- und Bündnisverteidigung in Zukunft sicher?“

Die Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 sei unter ganz anderen geopolitischen Voraussetzungen erfolgt. Heute habe sich die sicherheitspolitische Landschaft drastisch verändert, betont der Verband.

Obwohl die Bundesregierung derzeit keine Wiedereinführung der Wehrpflicht plant, sieht Wüstner in der Debatte keinen Alarmismus, sondern eine verantwortungsvolle Vorsorge. Nur so könne Deutschland seiner Rolle in der NATO und seiner Verpflichtung zur Verteidigung der eigenen Bevölkerung gerecht werden.

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